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GROß STEINORT / SZTYNORT DUŻY

Die neugotische Erbbegräbniskapelle der Familie von Lehndorff, Bestandteil der ehemaligen Gutsanlage von Lehndorff in Groß Steinort / Sztynort Duży und erschaffen vom Erbauer des Neuen Museums in Berlin, Friedrich August Stüler, war zuletzt akut einsturzgefährdet. Die Schwesterstiftung der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS), die Polsko-Niemiecka Fundacja Ochrony Zabytków Kultury (PNF), hat den Bau mit seiner qualitätvollen neugotischen Architektur vor einigen Jahren übernommen, damit dieser nicht unwiederbringlich verloren geht. 2017 können mit Hilfe der DPS dringend notwendige Notsicherungsarbeiten an dem Baudenkmal durchgeführt werden.

Die neugotische Erbbegräbniskapelle der Familie von Lehndorff ist Bestandteil der ehemaligen Gutsanlage von Lehndorff in Groß Steinort (Sztynort Duży) mit Herrenhaus, Wirtschaftshof und Schlosspark. Im Dezember 2013 übernahm die Schwesterstiftung der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS), die Polsko-Niemiecka Fundacja Ochrony Zabytków Kultury (PNF) das Mausoleum vom Landkreis Angerburg / Węgorzewo und damit nach dem Herrenhaus einen weiteren Teil des historischen Lehndorff-Anwesens. Der Bau mit der Architektur einer Kapelle war in einem bedenklichen Zustand und völlig dem Verfall preisgegeben.

Architekt des Sakralkleinbaues war mit Friedrich August Stüler ein Schüler von Karl Friedrich Schinkel und einer der maßgeblichen Baumeister des preußischen Königshauses im 19. Jh.

Während das Herrenhaus die Gesellschaft Pałac w Sztynorcie Sp. z o.o., Olsztyn (Allenstein) mit der PNF als alleinigem Gesellschafter zum Eigentümer hat, befindet sich das Mausoleum im direkten Eigentum der DPS-Schwesterstiftung.

2017 können die Auflagen des Denkmalamts zur Bauwerkserhaltung durch Realisierung einer Notsicherungsmaßnahme erfüllt werden, die sich auf Dach, Außenfassade und Innenraumschale konzentriert. Das Projekt wird realisiert mit privaten Spenden aus Deutschland und Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der DPS als Maßnahmenträger und Prof. Dr.-Ing. Wolfram Jäger, Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, Lehrstuhl für Tragwerksplanung.

Fast völlig vergessen drohte das Lehndorff-Mausoleum verlustig zu gehen.

Für die Aktion zur Rettung und zur Abwendung des weiteren Verfalls und um sein völliges Verschwinden zu verhindern, ruft die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz dringend zu Spenden für das architektonische Kleinod auf!

Spendenkonto: Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz, Deutsche Bank PGK AG Görlitz, IBAN: DE 80 8707 0024 0823 3660 00, BIC: DEUTDEDBCHE (als Verwendungszweck bitte Mausoleum Steinort angeben).

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Die Kapelle steht in Groß Steinort (PL – 11-600 Sztynort Duży) auf einer kleinen Anhöhe unweit vom Ufer des mit dem größeren Dargeimer See (Jezioro Dargin) verbundenen Labab-Sees (Jezioro Łabap) und ist von einem kleinen Friedhof umgeben. Die Entfernung zum Lehndorff´schen Herrenhaus beträgt gute 500m Luftlinie. Zwischen Herrenhaus und Mausoleum liegt der kleine Steinort See. Um vom nördlichen Ufer des Steinorter Sees, an dem sich das Herrenhaus erhebt, zu der Kapelle zu gelangen, geht es auf Fußwegen um diesen See herum bis zu dessen Südufer. Dort an südwestlichem Standort in einem Wäldchen steht solitär die Erbbegräbniskapelle. Seit Auflassung des Friedhofs war der Landzugang zum Mausoleum erschwert, d.h. der Fußweg wuchs immer wieder zu und musste zur Erschließung des Mausoleums regelmäßig in den Sommermonaten frei geschneist werden.

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Die Erbbegräbniskapelle wurde im Auftrage des Grafen von Lehndorff 1855/56 nach Plänen und Vorgaben von dem preußischen Baumeister Friedrich August Stüler (1800 – 1865) errichtet, einem der maßgebenden Berliner Architekten seiner Zeit. Dem eigentlichen Bau ging ein länger währendes Ringen um Form, Gestalt und Größe voraus. Wenngleich diese Erbbegräbnisstätte in den Jahren des Hauptschaffens von Stüler nicht die primäre Bedeutung hatte, wurden selbst bis zum Detail hin Einzelheiten von Stüler oder einem Mitarbeiter seines Büros im Sinne des Architekten abgeklärt. Dazu Auskunft gibt ein Brief vom 9. Juli 1855 zur Übergabe des endgültigen Entwurfes Stülers durch den Mitarbeiter seines Büros, den Architekten H. Lauenburg an den Grafen Lehndorff.

In der Kapelle fanden die Mitglieder der Familie der von Lehndorffs ihre Ruhe, und auf dem umliegenden Gelände wurden Verwandte, Bedienstete und Leute aus dem Dorf begraben.

Nach dem über Steinort hinweg gegangenen Sturm der Geschichte ist heute der Friedhof verwaist und das Gruftgeschoss des Mausoleums leergeräumt, letzteres bis auf darin jetzt zu ihrem Schutz untergebrachte Grabkreuze vom Friedhof. Das Bauwerk diente den Steinortern viele Jahre als Kapelle und Kirchraum. Schließlich ungenutzt, war die Kapelle bis zur Übernahme durch die PNF dem Vandalismus ausgesetzt.

Im Rahmen der Aktivitäten zur Rettung des Schlosses Steinort stieß das Team des Lehrstuhls Tragwerksplanung der Technischen Universität Dresden auf die Lehndorff´sche Kapelle. Das Schloss Steinort ist u.a. Gegenstand der Lehre in dem Vertiefungsseminar „Statisch-konstruktive Sanierung historisch wertvoller Bauwerke“ in der Ausbildung der Architekturstudenten der TU Dresden. Der Name Stülers, die idyllische Lage der Kapelle und zugleich ihre bedauernswerte Situation zogen sofort das Interesse der Studenten auf sich. Seit Oktober 2015 tragen Professor Jäger und seine Studenten den Hauptanteil an der Rettung des Lehndorff-Mausoleums in Steinort. Sie bereiten auch seine Teilnutzung vor, um es ab 2018 vor allem in den Sommermonaten der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Eigentümer des am 20. Juni 1986 als Masurische Kapelle von 1858 in das Denkmalregister mit der Nummer 504 aufgenommenen Bauwerkes ist inkl. des Friedhofs, der am 10.01.1989 mit der Bezeichnung „Ev. Friedhof auf dem Isthmus zwischen den Seen unter der Registriernummer XIX, Nr. 617 eingetragen“ wurde, seit Dezember 2013 die PNF. Sie übernahm das Baudenkmal vom Landkreis (Powiat) Angerburg / Węgorzewo. Die Unterzeichner des Vertrags waren Landrätin (Starosta) Halina Faj und Dr. Eugeniusz Gorzyca, damals Geschäftsführer der PNF, die bereits als Gesellschafter der GmbH fungiert, die Eigentümer von Schloss Steinort ist. Die Sicherung des Schlosses hatte in den zurückliegenden Jahren immer die Priorität, sodass keine Mittel für die Kapelle bereitgestellt werden konnten. Die Akquisition von Spenden ist zudem wegen der großen Entfernung und des bisher „Wenig-Bekannt-Seins“ äußerst schwierig. Auch der Verein Lehndorff-Gesellschaft Schloss Steinort e.V. konzentriert sich derzeit auf das Herrenhaus und hat dort bereits erhebliche Mittel zur Gefahrenabwehr eingesetzt. Staatliche Zuwendungen sind bisher vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und dem polnischen Kulturministerium in das Schloss mit gleichem Ziel geflossen.

Aus diesem Grunde hat der Lehrstuhl Tragwerksplanung im Jahr 2016/17 seine Aktivitäten zur Einwerbung von Spenden für die Rettung der Kapelle verstärkt. Im Ergebnis konnten ca.

20.000 EUR Finanzmittel und 1.800 EUR Materialspenden eingeworben werden. Technischer Ausführer der Notsicherungsmaßnahme ist die TU Dresden, die diese zugleich für die Ausbildung der Studenten der Architektur als Anschauungs- und Arbeitsobjekt nutzt. Damit erfüllt die Kapelle einen weiteren Nutzungszweck. Gleichzeitig übernimmt die TU Dresden über studentische Arbeiten die Gestaltung der geplanten Ausstellung im Gruftgeschoss der Erbbegräbniskapelle.

Den Auftakt der Notsicherungsarbeiten am Mausoleum markierte am 23. September 2017 eine von der TU Dresden organisierte kleine ergreifende Feier mit ökonomischer Segnung der Kapelle. An dem Tag, an dem auch das Ende der Steinorter Sommerausstellung von Hannah Wadle „Der Chronist unserer Träume“ begangen wurde, die bei den internationalen Gästen der Saison beliebt war, hat die Baufirma Hohl Construction mit zwei Zimmermännern aus Deutschland mit den Sicherungsarbeiten am Dach angefangen. Dadurch, dass die Zufahrt zum Mausoleum durch Baugerät unpassierbar gewesen ist, sind die Gäste mit einem kleinen Schiff gebracht worden.

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Der Bau ist in rotem Backstein verkleidet. Insgesamt präsentiert die Kapelle sich in neogotischer Gestaltungsform. Der Grundriss und die an den acht Ecken angelegten Strebepfeiler sind auch aus statischen Gründen gewählt worden, um den Gewölbeschub sicher abtragen zu können.  Die Fassadenachsen weisen jeweils eine hohe Spitzenbogenöffnung mit Rautenverglasung und Dreieckübergiebelung mit Occulusöffnung darin auf.

Der Bau besteht aus einem achteckigen Untergeschoss mit nach innen eingezogenen Strebepfeilern und Zeltgewölbe sowie einem Kapellenraum, bei dem durch ein eingezogenes rundum verlaufendes Gurtgesims ein Doppelgeschoss angedeutet ist, mit in die Wand-Ecken eingestellten schmalen kapitellbekrönten Säulen. Ein filigran gestaltetes Sternrippengewölbe überspannt den Kapellenraum.

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Der Bau zählt zu den wenigen im heutigen Osten von Polen erhaltenen aus der deutschen Vergangenheit. Er ist zusammen mit den Grablegungen ein Artefakt der deutsch-polnischen Geschichte dieser Region. Und er ist zugleich ein Denkmal der Architekturgeschichte und des Wirkens eines großartigen Architekten in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

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Durch das undichte Dach dringen die Niederschläge direkt ins Gebäude ein und drohen das wunderbare Netzgewölbe zum Einsturz zu bringen. Vor dem Eigentumsübergang an die PNF die Zinkdeckung entfernt und das Niederschlagswasser konnte ungehindert in den Bau eindringen, was zu erheblichen Frostschäden in den Kämpferbereichen des einmaligen Gewölbes geführt hat. An den feuchten Stellen der Raumschale ist der der Putz abgeplatzt. Was die Dachkonstruktion betrifft, hat sich die Substanz der Fußschwelle und der Fußpunkte der Sparren strukturell abgebaut. Wo das historische Dachgebälk freiliegt, ist es noch intakt. Die Dachschalung weist Leckstellen auf und das Dachgesims ist ausgefroren und mit fehlender Mauerabdeckung überkommen. Dringend sind die Dachkonstruktion reparatur- und die Dachhaut abdichtungsbedürftig. Das Gruftmauerwerk ist noch im Verband, so dass es nicht zum Wasseraufstau in der Gruft kommt. Es wird vermutet, dass bodenseitig das eindringende Niederschlagswasser zum See hin abfließt.

 

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Im Oktober 2015 ist mit und für Studenten der Technischen Universität Dresden unter Leitung von Professor Wolfram Jäger eine Exkursion veranstaltet worden, die der Erkundung des baulichen Zustandes und der Bauaufnahme diente. Auf Grund der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit wurde das Bauwerk mit einem 3D-Laserscanner aufgenommen. Parallel wurde eine Diplomarbeit zur Herausarbeitung der Sanierungskonzeption und Realisierung zeitlich versetzter Bauabschnitte vergeben. In ihr ist die denkmalpflegerische Zielstellung herausgearbeitet und sind zugleich die für einzelne Abschnitte benötigten Finanzmittel ausgewiesen und damit eine für die Realisierung flexible Planungsunterlage dargestellt.

Die für die bisherigen Arbeiten erforderlichen Gelder wurden aus speziell dafür eingeworbene Spenden finanziert und durch entsprechende Eigenleistungen realisiert.

Das zuständige Denkmalamt hat eine Liste der Gefahrenstellen und notwendigen Maßnahmen aufgestellt, die es schrittweise umzusetzen gilt.

Die Planung und Vorbereitung der Sanierung wird laufend durch studentische Arbeiten abgesichert und durch Beiträge wissenschaftlicher Mitarbeiter, die auf dem Gebiet versiert sind, ergänzt. Nach einer Bestandsaufnahme und einem Vorentwurf für die Sanierung liegen nunmehr die Statik und der Materialbedarf vor. Im Ergebnis liegt eine optimierte Gerüstkonzeption und die Beschreibung der gesamten Leistungen vor. Schwerpunkt derzeit ist die Verhinderung des Einsturzes. Die Arbeiten lassen sich in Etappen gliedern, die je nach Umfang der Finanzmittel, die zur Verfügung stehen, abgearbeitet werden können. Die Phasen der Sanierung und Restaurierung lassen sich nach der Grundsicherung ggf. über mehrere Jahre strecken, ohne dass es dem Erhalt schadet.

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Die erste Etappe bildet die dringend notwendige Sanierung der Dachkonstruktion und die Abdichtung des Daches. Dieser Abschnitt bedarf einer Förderung durch Dritte (Einrüsten des Baus, Arbeitsboden im Inneren herstellen, Sanierung Dachkonstruktion, Ergänzung der Schalung, Abdichtung mit Dachpappe, Abdeckung der Mauerkronen mit Zinkblech nach Ergänzung zerfrorener Bereiche).

Folgende Sicherungsarbeiten werden 2017 zur dringend notwendigen Wiederherstellung der Standsicherheit im Detail durchgeführt:

  • Einrüsten des achteckigen Baus mit einem optimierten Auslegergerüst, Herstellung eines Arbeitsbodens im Dach
  • Anlegen eines Schnürbodens zur Ausführung der notwendigen Abbundarbeiten
  • Erneuerung der hölzernen Mauerlatte mit Sicherung der Zugkraftübertragung
  • Sanierung der Sparren sowie des liegenden Stuhles (der Dachstuhl an sich ist Denkmal der Zimmermannskunst in der Region) und Ergänzung der Dachschalung
  • Sanierung und Ergänzung der Mauerkronen einschließlich Sims sowie Abdeckung mit Zinkblech
  • Wassereinlauftöpfe erneuern, Herstellung von Wasserspeiern aus PVC und Ripprohre zur provisorischen Wasserableitung anbringen
  • Dachabdeckung mit einer Lage Dachpappe.

Aus Kostengründen wird 2017 verzichtet auf:

  • die Metalldachneueindeckung
  • die volle Ausführung der Dachklempnerarbeiten einschließlich Dach- und Giebelspitzen
  • Metallfallrohre
  • die komplette Mauersanierung von außen.

Stattdessen soll noch folgende Teilnutzbarmachung der Kapelle realisiert werden:

  • Einbau einer Eingangstür mit Schmiedegitter, die einen Einblick in den Kapellenraum, sein Gewölbe und die Grabkreuze sowie drei Tafeln, die die Baumaßnahmen an der Kapelle beschreiben, gestattet
  • Egalisierung des Fußbodens im Gruftgeschoss und Herrichten des Treppenabganges, vorher losen Putz abschlagen und säubern des Gruftgeschosses, lose Partien im Mauerwerk mit Mörtel auswerfen
  • Erarbeitung von ca. acht Postern zum Bauwerk, zur Kapellengeschichte und zur Geschichte des Ortes und Aufstellung im Gruftgeschoss, das wie bisher allgemein zugänglich bleibt.

Die Kosten für die Notsicherungsmaßnahme (erste Etappe) Wiederherstellung der Standsicherheit Mausoleum und eine Teilnutzbarmachung, die Voraussetzung für die Bewilligung der Bundesmittel gewesen ist, sind knapp kalkuliert auf 61.400,00 €. Der Finanzierungsplan für die Ausführungsarbeiten sieht 22.300,00 von der DPS, davon 19.300,00 € Mittel der Beauftragten für Kultur und Medien und 3.000,00 € Spenden, 20.000,00 € Eigenmittel des bevollmächtigten Bauherrn TU Dresden in Form von durch Professor Jäger eingeworbenen Spenden, 18.300,00 € Eigenleistung des Bauherrnbevollmächtigten und 800,00 € Materialspenden vor. Ein Förderantrag 2017 an das Polnische Ministerium für Kultur und das nationale Erbe (MKiDN) zur Gesamtinstandsetzung blieb unbewilligt, sodass kein größerer Bauabschnitt möglich geworden ist.

Wesentliche Grundlagen für die Vorbereitung der Arbeiten waren die Bestandsaufnahme und die Schadensdokumentation, die von Studenten der Fakultät Architektur der TU Dresden unter fachkundiger Anleitung durchgeführt worden sind. Besonders zu nennen sind dabei die Diplomarbeiten von André Weichelt und Sandy Klemm.

Die statische Berechnung für die Sanierung des Dachstuhls wurde von Jungingenieuren der Jäger Ingenieure GmbH Radebeul/Weimar erarbeitet sowie ein Leistungsverzeichnis erstellt.

Die denkmalrechtliche Genehmigung und die Baugenehmigung wurden der TU-Dresden, Fakultät Architektur, Lehrstuhl Tragwerksplanung vertreten durch Professor Jäger als vom Denkmaleigentümer PNF bevollmächtigten Bauherrn auf der Grundlage der in Dresden erarbeiteten Planunterlagen mit dem Maßnahmenprogramm im Sommer 2017 erteilt.

Grundlage für die denkmalpflegerische Zielstellung ist die Diplomarbeit von Sandy Klemm. Danach sollen keine Veränderungen am architektonischen Erscheinungsbild vorgenommen werden. Die fehlenden und zerfrorenen Ziegel werden handwerklich ersetzt. Als Endlösung ist eine Zinkdeckung vorgesehen, jedoch nicht aus Einzelplatten (wie früher), sondern aus Bahnen mit Falz. Vorerst, d.h. bei der DPS-geförderten Notsicherungsmaßnahme, mit der Ende September 2017 begonnen wurde, werden jedoch nur eine Lage besandete Dachpappe auf die Schalung aufgebracht und Wasserspeier angebaut.

Vorgesehene flankierende Arbeiten:

In Eigenregie der TU-Dresden, Fakultät Architektur werden Arbeiten zur Freilegung der Gräber durchgeführt und eine entsprechende Beschilderung vom Schloss aus aufgebaut, um Besuchern das Auffinden zu erleichtern und entsprechende Informationen zu geben:

  • Anfertigen und Aufstellen von Wegweisern sowie einer Tafel am Wegabzweig vom Schloss zum Mausoleum
  • Anbringen von Hinweisschildern am Hafen und eines Posters am Schloss mit Wegbeschreibung und Hinweis auf die Bedeutung und die idyllische Lage der Kapelle.
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Die Arbeiten zur weiteren Sanierung bis zur Fertigstellung in Jahresscheiben können im Rahmen studentischer Bausommer und von Eigenleistungen – finanziert aus eigens dafür vom Lehrstuhl Tragwerksplanung der Fakultät Architektur der TU Dresden eingeworbenen Spendenmitteln – ausgeführt werden. Fenster und Türen sollen im Rahmen von Meisterstücken der Ausbildung zum Handwerksmeister angefertigt werden.

Es ist das Ziel, zusammen mit den Einwohnern von Steinort und den Freunden von Ort und Schloss die Nutzung der Kapelle als Andachts- und Kirchraum wiederherzustellen. Dabei erfolgt die Ausgestaltung des Kirchraumes mit Grabkreuzen, Grabinschriften (im Staatsarchiv in Leipzig umfänglich überliefert) und kirchengeschichtlichen Informationen.

Die Ausstellung, die das Gruftgeschoss aufnehmen soll, wird Informationen zur Geschichte Steinorts und seiner Herren und Bewohner vermitteln und zugleich von der Initiative der Einwohner Steinorts – unterstützt von Studenten der TU Dresden – zur Wiedergewinnung der Kapelle berichten. Die Gestaltung durch Studenten der TU Dresden erfolgt in Abstimmung mit dem Schlosseigentümer, um Redundanzen auszuschließen und die Attraktivität zu sichern. Der Gruftraum soll ganztags, unabhängig von der Jahreszeit, zugänglich werden. Eine Betreuung in den Sommermonaten ist durch die Honorar-Hilfskraft der DPS für Schloss Steinort und Einwohner des Ortes vorgesehen. Im Winter wird für Interessierte von verantwortungsvollen Bewohnern der Zugang bei Bedarf und zu kirchlichen Anlässen ermöglicht. Dazu wird am Ortseingang am Abzweig des Feldweges zur Kapelle eine Orientierungstafel aufgestellt, die die notwendigen Informationen dazu bereitstellt. Der Eintritt ist grundsätzlich frei.

Der Kirchenraum im Erdgeschoss soll als Andachtsort für Einwohner und vor allem Touristen im Sinne einer Schifffahrtskirche dienen. Dazu ist geplant, in Eigeninitiative mit Unterstützung des Jagdpächters und der Forstwirtschaft eine Anlegestelle zu errichten, die den direkten Zugang für Segler und Bootsfahrer vom Lababsee ermöglicht.

Die Lehndorff´sche Erbbegräbniskapelle soll in die Gesamtkonzeption zur Revitalisierung von Schloss Steinort und seiner Umgebung eingebunden werden. Sie wird integraler Bestandteil wegen ihrer architekturgeschichtlichen Bedeutung und der Zeugniskraft im Hinblick auf Leben und Führung des Gutes Steinort. Die Erbbegräbnisstätte soll im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit einen festen Platz einnehmen und zur Erhöhung der Anziehungskraft des Schlosses und seiner Umgebung beitragen.

Einschlägige Reiseveranstalter sowie der örtliche Tourismusverband sollen über die Wiederbelebung der Kapelle, ihre besondere Bedeutung und auch Nutzung als ökumenischer Andachtsraum informiert werden, damit sie diese in ihr Angebot mit aufnehmen und die Touristen auf das Kleinod aufmerksam machen können. Geeignetes Bildmaterial für Reiseprospekte und Internetauftritte soll zur Verfügung gestellt werden.

Die Bruttokosten zur Gesamtinstandsetzung des Mausoleums sind 2017 ohne Sanierung der Gruft inkl. der Abdichtung von deren Außenwand und des Einbaues einer Drainage – diese Arbeiten sind nicht standsicherheitsrelevant und können daher nachgezogen werden – mit rund 120.000,00 € (darin enthalten 61.400,00€ für die Etappe 2017) veranschlagt.

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  • Planung und Durchführung: Prof. Dr.-Ing. Wolfram Jäger, Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, Lehrstuhl für Tragwerksplanung, Dresden
  • Ausführender Baubetrieb: Fa. Budowlana „Hohlbud“, 11-610 Pozezdre
  • Eigentümer: Polsko-Niemiecka Fundacja Ochrony Zabytków Kultury (PNF), Warschau / Warszawa
  • Bauherr: Prof. Dr.-Ing. Wolfram Jäger, Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, Lehrstuhl für Tragwerksplanung, Dresden
  • Fachliche Beratung: Woiwodschaftskonservator in Allenstein (Olsztyn), Delegatur Lyck (Ełk), Leszek Godzieba (Leiter), ul. Mickiewicza, PL – 11 19-300 Ełk
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  • Börsch-Supan, Eva; Müller-Stüler, Dietrich: Friedrich August Stüler 1800 – 1865. (Werkverzeichnis) herausgegeben vom Landesdenkmalamt Berlin. Deutscher Kunstverlag: München, Berlin 1997
  • Familienarchiv von Lehndorff, Steinort, Sächsisches Staatsarchiv Leipzig, Bestand 21950, Akte 254
  • Jäger, Wolfram; Weichelt, André: Kurzdokumentation zur Erbbegräbniskapelle der von Lehndorffs in Steinort, unveröffentlicht, Dezember 2015 aktualisiert 2017 (die Abhandlung diente für die Darstellung des DPS-Förderprojekts Mausoleum Steinort als Informationsgrundlage)
  • Klemm, Sandy: Das Mausoleum in Groß-Steinort – Vertiefende Untersuchungen zur Baugeschichte, Bestandsdokumentation, Fassadenschäden und Sanierungsempfehlungen. Diplomarbeit, TU Dresden, Fakultät Architektur, Juli 2016
  • Weichelt, André: Mausoleum Steinort. Diplomarbeit. TU Dresden, Lehrstuhl Tragwerksplanung, unveröffentlicht, Februar 2016
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