Projekte

RÜGENWALDE / DARŁOWO

In den Gründerzeitjahren besaß die Stadt Rügenwalde / Darłowo die größte Redderei Hinterpommerns, Sie gehörte Familie Hemptenmacher, die am Marktplatz der Ostseestadt ein stattliches Bürgerhaus besaß, das bis heute erhalten, jedoch sanierungsbedürftig ist. Seit 2012 wird die Instandsetzung des denkmalgeschützten Bürgerhauses mit aufwendig gestalteter Giebelfassade von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit der großzügigen Unterstützung einer Privatspenderin aus Deutschland unterstützt. 2016 sollte die repräsentative Außenfassade des Kopfbaues instand gesetzt werden. Wegen organisatorischer Probleme 2016 hauseigentümerseitig bei der Vorbereitung der Fassadensanierung soll diese jetzt 2017 zur Ausführung kommen.

Im Herzen des historischen Zentrums der ehemaligen Küstenstadt der pommerschen Herzöge steht ein stattliches Bürgerhaus, das einmal einer der angesehensten Ostsee-Reederfamilien gehörte, den Hemptenmachers. Durch vernachlässigte Bauunterhaltung einerseits und zuletzt unzulänglich durchgeführte Teilreparaturen ist das wertvolle Baudenkmal in seiner Substanz stark gefährdet. Durch das Dach regnete es hinein und von den Fassaden, deren einstige Pracht noch zu erkennen ist, blättern Putz und Farbe ab. 2012  hat sich die Witwe des letzten Nachfahren der Hemptenmacherfamilie, der besonders an dem Schicksal des Hauses liegt, an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz gewandt. Seitdem hat sich die DPS der Aufgabe verschrieben, mit  den ihr von dieser Dame anvertrauten Spenden für eine fachgerechte Außeninstandsetzung des Baudenkmals zu sorgen. 2013 wurde die Vorplanung des Sanierungsprojekts begonnen und von Herbst 2014 bis Anfang 2015 ist die Sanierung der Dächer erfolgt.

Ausklappen/Einklappen

Rügenwalde / Darłowo ist eine Stadt in Hinterpommern an der polnischen Ostseeküste, Sie liegt in der Woiwodschaft Westpommern in der Schlaweregion auf halber Strecke zwischen Stettin (Szczecin) und Danzig (Gdańsk). 35 Km in nordöstliche Richtung folgt mit Köslin/Koszalin die zweigrößte Stadt in der Woiwodschaft. Ca. 3,5 Kilometer südlich vom Rügenwalder Stadtkern mündet die Wipper/Wieprza in die Ostsee. Rügenwaldermünde entstand als Fischerei- und Handelshafen, war der älteste Seebadeort Preußens (1814) und ist heute ein Stadtteil von Rügenwalde. Das ehem. Hemptenmacherhaus steht an der Nordostecke des Rathausplatzes.

Ausklappen/Einklappen

1205 wurde Rügenwalde zum ersten Mal urkundlich erwähnt, 1271 erlangte es die Stadtrechte, war Mitglied der Hanse. Im 14. Jh. war Darłowo im Besitz der pommerschen Herzöge, später gehörte die Stadt zu Preußen. Bedeutendste Baudenkmäler sind die gotische Marienkirche, die Gertrudkirche, das spätgotische Schloss,  Rathaus und eine Anzahl stattlicher historischer Bürgerhäuser. Anfang des 19. Jhs. wurde Rügenwalde zu einem beliebten Seebad. In Deutschland wurde die Stadt durch die Rügenwalder Teewurst bekannt, die im 19. Jh. hier hergestellt wurde.

1878 besaß Rügenwalde die größte Reederei Hinterpommerns. Die Schiffe gehörten fast ausnahmslos der Reederei Hemptenmacher, die ihren Höchstbestand 1878/79 mit 37 Segelschiffen und 4 Dampfern hatte.

Der Name Hemptenmacher taucht zunächst unter der von 1834-1845 bestehenden Rügenwalder Reederei Carl Friedrich Bahn und Co. (Hemptenmacher, Com.-Rat) auf und firmierte ab 1845 alleinig unter C. Hemptenmacher. Der jeweilige Chef der Firma war dänischer Konsul. Die Schiffe der Reederei, die meist von einheimischen Kapitänen geführt wurden, unternahmen auch transatlantische Fahrten nach Afrika, Nord- und Südamerika. Viele waren durch Schiffsparte am Gewinn beteiligt und ließen sich hier zur Ruhe nieder. Als dann die Dampfer den Seglern zu harte Konkurrenz machten, hörte allmählich die Reederei auf. Die alten Schiffsparte wurden fast wertlos.

Dem Handbuch für die Deutsche Handelsmarine für das Jahr 1881 ist zu entnehmen, dass der Reeder Eduard Hemptenmacher aus Rügenwalde zu dem Zeitpunkt eine große Bark- und Brigg-Anzahl und dazu Schoner und Schaluppen besaß. Nach 1899 lautete die Firma dann auf den Namen Eduard John mit dem dänischen Konsul Paul John als Mitinhaber. Die Firma Eduard John besaß auch große Waldbestände, aus denen in alter Zeit das Holz die Wipper und Grabow abwärts geflößt wurde, und vermutlich die dazugehörigen Mühlen.

Die Familie Hemptenmacher war bis zu ihrer Flucht im Februar 1945 in Rügenwalde eine angesehene Familie, wovon u.a. das Familienmausoleum auf dem Friedhof an der Gertrudkapelle zeugt. Sie stiftete den sich vor dem Rathaus erhebenden Hansabrunnen (Hemptenmacherbrunnen), der ein Werk des in Schlawe geborenen Bildhauers Wilhelm Groß ist und erst nach dem Krieg 1920 fertig wurde. Über einem Sammelbecken aus Mühlhausener Kalkstein erhebt sich ein zweites bauchiges Becken, das von einer Bronzefigur bekrönt wird. Vier Reliefs am Sammelbecken zeigen die Gründung der Stadt 1312, eine hanseatische Kogge, die Schifffahrt, Ackerbau und Gänsezucht im Rügenwalder Amt.

Ebenso gehörte der Familie Kranitzki-John-Hemptenmacher die „weiße Villa“ in Rügenwaldermünde und das stattliche Eckhaus ul. Powstanców Warszawskich/Rynkowa früher Lange Straße 51 (Vorderhaus) und Mühlenstraße 2 und 2a (Nebengebäude), das an der Außenfassade ein Schiff (eine Kogge) als Schmuckrelief mit der Jahreszahl 1608 zeigt und dessen Bauakten leider verloren gegangen sind.

Nachdem Rügenwalde 1589 und 1624 verheerende Stadtbrände erlitt und 1648 erneut durch einen Brand zerstört wurde, war bisher angenommen worden, dass die Bausubstanz des Eckhauses ul. Powstanców Warszawskich/Rynkowa in den ältesten Teilen aus der zweiten Hälfte des 17. Jhs. stammt. Weiterhin war angenommen worden, dass die beiden an der ul. Rynkowa stehenden Nebengebäude eines nach dem anderen mit dem Erwerb des stattlichen Bürgerhauses durch die Familie Hemptenmacher im 19. und frühen 20. Jh. hinzugekommen sind. In dem jüngsten Anbau befand sich an der ul. Rynkowa vormals eine größere Öffnung, durch die ein öffentlicher Weg führte und die heute zugesetzt ist.

Durch 2013 gelaufene Bauuntersuchungen konnten nun nähere Erkenntnisse zur Entstehungszeit des sogenannten Hemptenmacherhauses gewonnen werden. Die von dem Bauforscher Janusz Nekanda Trepka 2013 durchgeführte Untersuchungen der Baustrukturen ergaben, dass die ältesten Bauteile des Vorderhauses die Fundamente, Kellerwände und -räume und die Vorder- und Seitenfassade sind. Das Vorderhaus wurde in der jetzigen Gestalt auf den Ruinen einer früheren Bebauung, die vor 1624 entstanden ist, nach Änderung der Gestalt der Parzelle (wahrscheinlich im 18. Jh.) errichtet, und zwar mit dem westlichen Teil des älteren Anbaues, der als Hinterhaus aus den Relikten der früheren wirtschaftlichen oder bewohnbaren Bebauung als Vervollständigung der Funktion des Frontgebäudes entstand.Ein beträchtlicher Teil des Vorderhaus-Dekors datiert auf Anfang und Mitte des 19. Jhs.

Bei dem gesamten Gebäudekomplex wurden sieben Bauphasen festgestellt. Am wenigsten ist die wahrscheinlich mit dem Datum Anno 1604 auf der Schiffsdarstellung an der Fassade verbundene älteste Bauphase bekannt. Die Schiffsdarstellung wurde nach dem großen Stadtbrand im Jahre 1624 an der Nordfassade des Kopfbaues (heutiger Standort ul. Rynkowa) zweitverwendet. Die nächste Bauphase ist ebenfalls schwach bekannt. Sie bezieht das Jahr 1793 ein, das als zweites Datum auf der Schiffsdarstellung festgehalten ist und hypothetisch auf die Errichtung des Vorderhauses durch J.G.F. Knötzelein am Ende des 18. Jhs. hinweist.

Die dritte Phase ist die durch den Schiffsreeder veranlasste klassizistische Überformung des Gebäudes, die im Ergebnis des Umbaues nach 1806 von Christian Friedrich Bahn entstanden ist. Die vierte Phase ist mit dem Umbau des Hinterhauses nach 1845 von Eduard August Hemptenmacher, der die Schifffahrtsgesellschaft übernommen hatte, verbunden.

Die fünfte Phase war der weitere Ausbau des Hinterhauses im östlichen Teil in der zweiten Hälfte des 19. Jhs., nach 1865, als Eduard John Miteigentümer der Schifffahrtsgesellschaft wurde und im Jahr 1888 die Partnerschaft übernahm. Nächste Phase war die Erweiterung des aus Hinterhaus I und II bestehenden älteren Nebengebäudes gegen Ende des 19. Jhs. (nach 1888) als der Sohn von Eduard John – Paul John – die Tochter von Hemptenmacher – Marie – heiratete und der Besitzer der Parzelle wurde.

Die siebte Phase bezieht sich auf die Inneninstandsetzung Anfang des 20. Jhs. und erfasst die Zeit, in der der Schwiegersohn der Familie John – Hans-Dietrich Kranitzki – Eigentümer war und in der das Vorderhaus für eine reine Wohnnutzung nach 1957 umgebildet wurde.

Heute gehört das Ensemble Hemptenmacherhaus einer Eigentümergemeinschaft, ist in mehrere Wohnungen aufgeteilt und beherbergt im Erdgeschoss des Kopfbaues die Tourist-Information und des Erweiterungsteils einen Laden.

Ausklappen/Einklappen

Der auf rechteckförmigem Grundriss errichtete Vorderhaus  des ehem. Hemptenmacherhauses ist giebelständig zum Marktplatz angeordnet und besitzt zwei Schaufassaden und zwei einfach ausgeführte Hoffassaden. Durch die beiden aneinander gereihten schmaleren Nebenbauteile ist ein länglicher Innenhof entstanden. Über der eingewölbten Unterkellerung des Kopfbaues erheben sich zwei Vollgeschosse. Die aufwendig gestaltete Giebelfront ist fünfachsig und hat ihr manieristisches Erscheinungsbild mit im 19. Jh. dazu gekommenen Schmuckformen bewahrt.

Auffallend ist der Schmucksegmentgiebel, der sich über die gesamte Breite der Gebäudeschmalseite erstreckt. Er wird durch ein profiliertes Kranzgesims mit Zahnschnittfries und ein gesprosstes flachbogiges Dachgeschossfenster im Giebelfeld akzentuiert, dem je ein Stuckmedaillon zur Seite gestellt ist. Drei Gurtgesimse und hohe Fenster mit schmalen profilierten Stuckrahmen und Stuckzier-Brüstungsfeldern gliedern die Giebelfassade, die im Erdgeschoss eine Putzquaderung schmückt. Im Obergeschoss ist die Kreuzstockfensterteilung erhalten, im Erdgeschoss wurde sie zugunsten eines Ladeneinbaues aufgegeben. Besonders hervorgehoben ist die Mittelachse der Giebelfassade durch die stuckierte Verdachung des Mittelfensters im Obergeschoss in Gestalt renaissancetypischer Dekorationselemente wie liegende  Schmuckraute, Diamant und Ziermuschel. Erhalten hat sich, angeordnet in der rechten Fensterachse, die hölzerne Hauseingangstür mit Zierfüllungen. Besonders charakteristisch wirkt das die Schwingung des Schmuckgiebels aufnehmende spitz zu laufende Ziegelwalmdach aus dem drei Essen hervortreten.

Die Längsfassade des Hemptenmacherhauses wurde hingegen mehrfach verändert. U.a. sind hier Fenster im Obergeschoss zugesetzt und zuletzt im Erdgeschoss zu Ladenfenstern mit anderer Aufteilung vergrößert worden. Die Fenster rahmen Putzfaschen, die lisenenartig verlängert sind, so dass sie Erd- und Obergeschoss miteinander verbinden und in der Zwischenzone Raum für barocköse Putzspiegel geben.

Die beiden nicht unter Denkmalschutz stehenden Nebenbauten mit nur einer Außenfassade, ausgerichtet auf die ul. Rynkowa, werden jeweils von einem Satteldach überfangen. Ihre Außenfassade gliedern Segmentbogenfenster im Obergeschoss und ein Gurtgesims. Fenster im Erdgeschoss wurden ebenfalls zugunsten eines Ladeneinbaues mit Schaufenster verändert.

Im Gebäudeinneren des Vorderhauses haben sich historische Ausstattungsdetails in den Verkehrsräumen erhalten, u.a. ein mit Füllungsfeldern verziertes hölzernes Hoftor, Durchgangstür mit farbigem Glasoberlicht, Terrazzo- und Dielenböden, Haupttreppe in Holz mit Traillen  aus dem 19, Jh., vermutlich noch größtenteils barocker Dachstuhl, und historische Holzdecken und -türen.

Ausklappen/Einklappen

Der älteste Teil des ehemaligen Hemptenmacherhauses ist Einzeldenkmal aufgrund seiner stadt- und regionalgeschichtlichen Bedeutung als Bürgerhaus einer der bedeutendsten Reederfamilien des 19. Jhs. an der hinterpommerschen Ostseeküste sowie seiner architekturgeschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung.

Die Giebelfassade in ihrer qualitätvollen Renaissanceausprägung ist für das historische Erscheinungsbild des Rügenwalder Marktplatzes unverzichtbar. An der Giebelfassade des Hemptenmacherhauses lassen sich anders als an anderen historischen Bürgerhäusern in Rügenwalde noch Schmuckdetails aus der Renaissance ablesen, weshalb instandsetzungsbedürftige Baudenkmal besonders erhaltenswert ist.

Ausklappen/Einklappen

Das Dach des Vorderhauses war undicht und die Dachstuhlkonstruktion nicht mehr voll funktionstüchtig (verfaulte Mauerlatten und Sparrenfußpunkte, partiell fehlende Kraftschlüssigkeit im Holzverband durch unfachmännisch ausgeführte ältere Reparaturen).

Fassadenputz- und -anstrich lösen sich ab. Für die Fassaden wurde völlig unbrauchbare Latex-Farbe verwendet, die sich abschält und mit der auch die Stuckzier unvorteilhaft überfasst ist. Die bauzeitliche Fensterform im Erdgeschoss wurde jüngst zugunsten einer jüngeren Aufteilung aufgegeben. Zudem wurden Holzfenster durch Kunststofffenster ersetzt. Historische Schornsteinköpfe fehlen. Das Gebäude ist nicht an die Kanalisation angeschlossen.

Ausklappen/Einklappen

Heute engagiert sich die in Westdeutschland wohnende  Witwe des letzten Nachkommens der Familie Hemptenmacher, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus Rügenwalde flüchten musste, für die Erhaltung des Hemptenmacherhauses, ganz im Sinne ihres verstorbenen Mannes, der in dem Gebäude gelebt hat. Ihre Initiative führte die Dame, die bereit ist, mit namhaften Spendenbeträgen eine denkmalgerechte Instandsetzung des Hemptenmacherhauses uneigennützig zu unterstützen, Ende 2012 zur Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz.

Ausklappen/Einklappen

Die DPS hat im Auftrag der Spenderin 2013 eine gründliche Vorplanung für das Instandsetzungsprojekt in Auftrag gegeben und alle Beteiligten an einen Tisch gebracht: den Hausverwalter als Vertreter der Eigentümergemeinschaft, die Vertreter der Denkmalbehörde in Stettin (Szczecin) und Köslin (Kozalin), den Stadtverordnetenvorsteher und Bürgermeister, ein in der Denkmalpflege erfahrenes polnisches Architekturbüro, das die vorgesehene Gesamtmaßnahme fachlich betreut und die eigene Regionalbeauftragte der Stiftung, die das Projekt angeschoben hat und für die Stiftung weiter begleitet.

Eine 2012 von der Stadt bei einem Planer in Auftrag gegebene Kostenschätzung war ohne jegliche Planungsgrundlage erstellt worden und somit nicht verwendbar gewesen. Die in Auftrag gegebene Vorplanung umfasste drei Teile:

  1. Dokumentation bestehend aus planerischer Bestandsaufnahme (verformungsgerechtes Aufmaß (CAD) mit denkmalpflegerischer Zielstellung den wünschenswerten Rückbau denkmalunverträglich überformter Bauteile betreffend, der Untersuchung der Raumstruktur (Gutachten) mit Restaurierungsprogramm, der stratigrafischen Untersuchung (Putze und Farbbeschichtungen Oberflächen mit Gutachten), der statischen Untersuchung mit Gutachten und der Erstellung der sogenannten White Card (architekturgeschichtlich-denkmalpflegerische Würdigung des Baudenkmals mit Erstellung/Fortschreibung Denkmalkatalogblatt)
  2. Kostenkalkulation des Projektanten
  3. Projektierung des Instandsetzungsprojekts mit Erhalt der Baugenehmigung und der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung einschl. Gliederung der Gesamtmaßnahme in Etappen, Erstellung belastbarer Kosten für den 2014 geplanten 1. Bauabschnitt Dachinstandsetzung Vorderhaus und Nebengebäude, Vorbereitung Förderanträge für den Eigentümer.

Die an Jadwiga Kowalczyk-Kontowska beauftragte Erforschung der Hausgeschichte ist umfangreich dokumentiert und bedarf noch der Fertigstellung der deutschen Übersetzung.Die statische Begutachtung des Gebäudekomplexes, die der Bauingenieur Mirosław Hamberg 2013 vornahm, brachte folgende Ergebnisse:

– Zustand der Dachkonstruktion ziemlich gut, so dass überwiegend reparier- und ergänzbar
– schlechter Zustand der Dachdeckung und daher auszuwechseln
– Wände Erd- und Obergeschoss in ziemlich gutem Zustand – nur kleinere Reparaturen notwendig
– Keller und Fundamente sehr feucht, mangelhafte Isolierung. Kellergewölbe noch in gutem Zustand
– Holzdecken noch in gutem Zustand
– Fassaden in schlechtem Zustand und daher zu sanieren.

Die von Mirosława Koutny-Giedrys vorgenommene stratigraphische Untersuchung der Putze und bemalten Oberflächen wurde gemäß den konservatorischen Empfehlungen des Woiwodschafts-Denkmalamts in Stettin, Delegatur Köslin an den Außen- und Innenwänden, Ausstattungsdetails wie Eingangstür Steintafel mit Schiffsdarstellung, Treppenhaus, Fußböden durchgeführt. Zweck der Untersuchung war die Bestimmung der Urfarbschichten des Gebäudekomplexes unter Zuhilfenahme von Laboranalysen. Die Untersuchungsergebnisse können bei den Farbentwurfsentscheidungen für die Fassaden und das Gebäudeinnere genutzt werden.

Ausklappen/Einklappen

Von Herbst 2014 bis Februar 2015 konnten die Dächer des Vorderhauses und der beiden Nebengebäude saniert werden. Die Kosten wurden gemeinsam getragen von der Spenderin, dem Marschallamt und den Eigentümern und aus dem Fischereifonds Rügenwalde mitfinanziert, wobei die Mittel der Spenderin ausschließlich in die Dachmaßnahme beim Vorderhaus geflossen sind.

Die Zimmererarbeiten beinhalteten den partiellen Austausch (unter 30 Prozent) und die Reparatur und Ergänzung von Dachsparren, -Kehlbalken, -stielen und -pfetten. Die Holzschutzarbeiten wurden in drei Stufen durchgeführt: 1) Imprägnierung mit Spritz Biozid Boramon C30, 2) Einstreichen mit Remmers Brandschutzmittel (Kopfbau) und 3) Einstreichen mit Brandschutzmittel Icopal Firesmart (Anbauten).

Die Holzfußboden-Sanierung umfasste den Abriss der alten Bretter, das Entfernen von Schutt und nicht mehr verwendbaren Füllungen, die Verstärkung von Deckenbalken, den Austausch von Zwischendecken, die Imprägnierung der Zwischendecken und Deckenbalken mit Biozid Altax, die Verlegung thermischer Mineralwolle von Knauf Insulation Klassik 039 mit einer Dicke von 20cm und die Verlegung neuer Imprägnierter Deckenbretter mit einer Dicke von 32mm.

Die Dachdeckerarbeiten begannen mit dem Abbruch und der Entsorgung der alten Flachziegel und Latten. Bei der Erneuerung der Lattung wurde eine dampfdurchlässige Unterspannbahn (mit Konterlattung) eingebaut. Die Dachneueindeckung erfolgte beim Vorderhaus mit roten Tonbibern in der überkommenen Kronendeckung, bei dem älteren Nebengebäude mit roten Falzziegeln und bei dem jüngeren Erweiterungsbau nach Bestand mit anthrazitfarbenen Betonpfannen.

Die Dachentwässerung wurde in Titanzink erneuert. Die Installierung von Kaminbänken und -treppen sowie die Verblechung der Schornsteine waren außerdem Bestandteil der Dachklempnerarbeiten. Im Zuge des 1. Bauabschnitts wurden je zwei wenig auffällige Oberlichtfenster und Dachluken auf den flachgeneigten Dächern der Nebengebäude eingebaut.

Weitere Arbeiten waren Neuverputz und -anstrich der Schornsteinköpfe sowie Putzreparaturen an den Giebelinnenwandseiten mit Optholit.

Ausklappen/Einklappen

Die Fassadeninstandsetzung des Vorderhauses einschließlich Rückbau der denkmalunverträglichen Kunststofffenster ist nach Nichtstandekommen 2015/16 als 2. Etappe jetzt 2017 vorgesehen.

Die DPS wird alles daran setzen, die ihr übertragenen Mittel der Spenderin weiterhin sorgsam und denkmalgerecht einzusetzen. Ziel ist, mit der finanziellen Unterstützung der Spenderin die Außenhülle des Hemptenmacherhauses beispielgebend für andere private Denkmaleigentümer in der Altstadt von Rügenwalde instand zu setzen.

Zusammen mit der Spenderin bittet die DPS um Zuspenden zur Absicherung der Gesamtfinanzierung der Fassadensanierung, damit diese 2017 reibungslos erfolgen kann.  

Ausklappen/Einklappen

  • Planerische Betreuung: Architekturbüro festgrupa Sp. z o.o., Warszawa (Warschau)
  • Fachliche Beratung: Woiwodschaftskonservator in Stettin (Stettin), Delegatur Kozalin (Köslin)
  • Bauherr: Eigentümergemeinschaft Powstańców Warszawskich 51 – Rynkowa 2 vertreten durch bevollmächtigte Hausverwaltung Wspólnota Zarządzanie i Administrowanie Nieruchomościami Szymon Krawczuk, PL-76-156 Dąbki
  • Planerische Bestandsaufnahme:  Architekturbüro festgrupa Sp. z o.o., Warszawa (Warschau)
  • Architekturgeschichtliches-denkmalpflegerisches Gutachten (White Card):  Jadwiga Kowalczyk-Kontowska, PL–78-400 Szczecinek
  • Untersuchung der Raumstruktur mit Restaurierungsprogramm: Janusz Nekanda Trepka, PL–71-246 Szczecin
  • Statisches Gutachten: Mirosław Hamberg, PL–70-123 Szczecin
  • Stratigrafische Untersuchung Putze und Farbfassungen mit und diesbezügliches Restaurierungsprogramm
  • Ausführende Baufirma 1. BA Dachsanierung: Zaklad Ciesieslsko-Dekarski Zdisław Świacki, PL-76-100 Sławno
  • Fachliche Projektbetreuung DPS-Experte: Dr.-Ing. Beata Makowska, Büro für das Nationale Erbe in Stettin
Ausklappen/Einklappen