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BRIETZIG / BRZESKO

Die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz hat 2013 - 2015 in Hinterpommern die Restaurierung eines Scheinrippengewölbes grfördert, das heute in Polen einzigartig ist. Die Arbeiten an der kostbaren Decke, die im ausgehenden 17. Jh. entstanden ist, sollen 2016 ihren Abschluss finden.

Die 1992 zur Marien-Wallfahrtskirche erhobene Pfarrkirche Brietzig / Brzesko im westlichen Teil Hinterpommern (seit 1945 Woiwodschaft Westpommern) ist mit ihrem seltenen Kreuzrippenscheingewölbe ein kostbares architektonisches Kleinod, das es als deutsch-polnisches bzw. europäisches baukulturelles Erbe zu erhalten gilt. Die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) hat 2013 mit Hilfe der Beauftragten für Kultur und Medien der deutschen Bundesregierung (BKM) die 3. Etappe der Restaurierung der einzigartigen Gewölbedecke mitgefördert und war als Maßnahmeträger einer Anschlusszuwendung von BKM zur Realisierung der 4. Etappe auch am Gewölbe-Restaurierungsabschnitt 2014 beteiligt. 2015 konnte die Deckenrestaurierung unter Beteiligung der DPS als Projektträger mit einer dritten BKM-Fördertranche nahezu fertiggestellt werden.

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Brietzig / Brzesko ist ein in der Woiwodschaft Westpommern nahe der Kleinstadt Pyritz / Pyrzyce gelegenes Dorf.  Es liegt im sogenannten Pyritzer Weizacker, einem ausgesprochen fruchtbaren Landwirtschaftsgebiet.  Die Kirche steht im südlichen Teil des Dorfes in einem Kirchhof.
Die Woiwodschaft Westpommern ist  Bestandteil der Region Hinterpommern, die bis 1945 in der überwiegenden Mehrheit von Deutschen besiedelt wurde und als Teil der preußischen Provinz Pommern bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum Deutschen Reich gehörte. Seither wird die Region fast ausschließlich von Polen besiedelt. Die Weizacker Tracht der Pyritzer Bauern war weit über die Grenzen Pommerns bekannt. Je reicher der Bauer war, desto prächtiger ließ er seine und die Tracht seiner Frau herstellen.

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Der legendäre Bamberger Bischof Otto soll ganz in der Nähe des Dorfs 1124 umgeben von seinen Mönchen und polnischen Priestern die ersten pommerschen Wenden getauft haben, und zwar in einem Flussquell, der der lokalen Legende nach Jordan genannt wurde. Der Name hat sich für einen Bach erhalten, der heute nicht mehr sichtbar ist.

Die Kirche wurde um 1300 erbaut und erstmals im Jahre 1303 als ein Zweig der Pfarrei in Letnin erwähnt. Später wurde auf der Nordseite an ihrer östlichen Ecke ein Turm hinzugefügt, der 1808 verbrannt ist. Im Jahre 1490 bestand eine Pfarrei. Zu Beginn des 16. Jhs. wurde die Kirche mit einem spätgotischen Marienaltar ausgestattet. In den Dreißiger Jahren des 16. Jhs. erfolgte ihre Umnutzung zur evangelischen Kirche unter der Schirmherrschaft der Stiftung der Hl. Maria in Stettin / Szczecin. Der Marienaltar wurde bewahrt.

Zu Beginn des 17. Jhs. und damit zur Zeit des Pfarrers Jacob Hamel wurde der Bau erneuert. Es kam u.a. zu einer Veränderung der Fenster- und Türöffnungen und Ausschmückung der Innenwände mit manieristischen Wandmalereien, die man später wieder überputzte, und der Bau hatte inzwischen auch einen Sakristeianbau erhalten. Damals entstand auch die mit den Initialen „M.H.W.“ versehene manieristische Kanzel (1612, nach Entwurf des Malers Michael Haentz?). Und der spätgotische Altar wurde erweitert und mit manieristischer Malerei neu gefasst von Michael Haentz aus dem westpommerschen Arnswalde / Choszczno.

Im Jahre 1697, zur Zeit des Pastors Johann Tütenborna, wurde die Kirche von dem Holzschnitzer Michael Pahl genannt „Młynarczyk“ aus dem heute weißrussischen Brest / Brześć nad Bugiem ausgeschmückt, einschließlich hölzernem Scheinkreuzrippengewölbe mit wie gotische Schlusssteine stalaktitenartig herabhängenden Zapfen, Taufe, Altarschranken  (beides nicht mehr erhalten) und emblematischen Bildern am Gestühl, die heute noch z.T. an der Orgelempore zu finden sind. Młynarczyk heißt soviel wie Müllerbursche, -geselle oder -knappe. Die eigentümliche Deckengestaltung ist seiner kunstfertigen Hand zu verdanken, und man begegnet ihr nur hier in Pommern. Der Künstler, der die Ausmalung des Deckengewölbes vornahm, ist unbekannt.

Im 19. Jh. gelangte die Kirche unter die Schirmherrschaft der Gemeinde Stargard. Nach dem Brand des Turms im Jahre 1808 entstand auf dessen Fundament nach Ausarbeitung 1815 im Jahre 1817 ein freistehender Glockenturm im Stil der Neugotik, der die Handschrift Karl Friedrich Schinkels trägt. Schinkel war als Geheimer Oberbaurat der Oberbaudeputation auch für die preußischen Projekte in Pommern zuständig. Einen Entwurf des Stargarder Landbaumeisters Liers soll er nur geringfügig korrigiert und zur Ausführung bestimmt haben (sog. Gegenprojekt?). Nachdem Liers bald darauf verstarb, wurde der Landbaumeister Jüterbock mit der Umsetzung des anspruchsvollen Entwurfs betraut. Dieser glaubte die Aufgabe nicht mit den ihm zur Verfügung stehenden Handwerkern lösen zu können und erhielt daraufhin von der OBD einen vereinfachten Konstruktionsplan, bei dem die hölzerne Galerie weggelassen war. Unter ständiger Aufsicht eines Bausachverständigen wurde auf den Resten der mittelalterlichen Grundmauern (Turmuntergeschoss) ein zweigeschossiges Oberteil mit drei spitzbogigen Schallarkaden pro Seite und einem Putzfries unter dem Dachgesims als einziger Schmuck errichtet. Der heutige Knickhelm wurde erst 1857 aufgesetzt. Von Schinkel existieren zwei Entwurfszeichnungen für den Turm von 1815 im Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin mit Kegelhelm inkl. zweier Dachgalerien und spitzbogiger Ein- statt Dreifensteröffnung.

Im Jahre 1870 wurde die Kirche teilweise umgebaut und erweitert (im Putz der Außenwand die Inschrift: RENOVATUM 1870), u.a. ein zusätzliches Fenster in der Nordwand gen Westen aufgenommen, das barocke Gestühl ersetzt, die Kanzeltreppe abgebrochen, im Stil der Neugotik Seitenemporen mit Spitzbogenblenden errichtet (an der Südseite bis hart an die Kanzel) und die Westempore mit neuer Orgel errichtet (Nord- und Südempore wurden irgendwann später beim Versuch der Rückgewinnung des manieristisch-barocken Innenraum-Erscheinungsbilds wieder abgebrochen).

Danach wurde die Kirche weiteren Reparaturen unterzogen, so im Jahre 1897 als die manieristischen Wandmalereien unter Schichten von Putz zum Vorschein traten (heute in Form von Befundfenstern zu sehen), wohl der Altar restauriert worden ist und vier wertvolle Füllungen des früheren Gestühls, die bis dahin auf dem Kirchenboden lagen und an der Orgelempore geschickt wiederverwendet wurden. Vermutlich im 19. Jh. wurde das Scheinkreuzrippengewölbe partiell übermalt. Im Jahre 1908 erhielt die Kirche eine Zentralheizung und 1935 wurde das Dach repariert.

Im Februar 1945 wurde die Kirche von einer deutschen Fliegerbombe getroffen, die den westlichen Teil des Dachs, das westliche Gewölbejoch, Orgelempore und Orgel stark beschädigte. Im selben Jahr wurde der Bau als römisch-katholische Kirche geweiht. Seit 1951 dient er als kath. Pfarrkirche. Von 1953 – 1955 wurde die Kirche einer Renovierung unterzogen mit dem Wiederaufbau der Westgiebelspitze. Bodenniveauarbeiten und der Ersatz der Dacheinblechung durch Dachziegel folgten 1969, eine Teilrestaurierung der Ausmalung 1962-68 durch die Restaurierungswerkstätten PKZ Danzig und die Wiedererrichtung der Westempore 1971 (ohne Orgel). Seit 1974 ist das Dach über dem Scheingewölbe wieder in Blech eingedeckt. In den Achtziger Jahren des 20. Jhs.  wurde das fehlende westliche Joch des Scheingewölbes rekonstruiert.

Seit 1992 fungiert die 1954 in das Denkmalregister eingetragene Kirche dank des Engagements von Pfarrer January Żelawski als Sanktuarium der Jungfrau Maria (Marien-Heiligtum), was verdeutlicht, dass der Marienkult in der Region immer noch sehr gegenwärtig ist. 1227 hatte Herzog Barnim I. in der Region ein Prämonstratenser-Nonnenkloster gestiftet (heute eine Ruine innerhalb der Verwaltungsgrenzen Trzebiatówa/Treptow a.d.Rega), das eine Muttergottesdarstellung besaß, die für ihre Wunderbewirkung bekannt war. Man kann vermuten, dass die Prämonstratenser den Marienkult auch in Brietzig verbreitet haben. Die weitere Entwicklung dieses Kults wurde nach der Reformation 1534 gestoppt und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unterbrochen. Trotz der über vier jahrhundertelang währenden Ablehnung  des Marienkults wurde die Mutter Gottes-Skulptur auch während dieser Zeit über in der Kirche Brietzig akzeptiert und das an der exponierten Stelle am Altar. Es mag daran gelegen haben, dass es im protestantischen Pommern eine besondere Affinität gegeben haben soll.

Heute wird jedes Jahr zur Messe vor dem Hochfest Mariä Himmelfahrt (15. August) eine feierliche Prozession in historischen Kostümen mit einer Statue der „entschlafenen Maria“ begangen. Der Wallfahrtsort zieht von Jahr zu Jahr mehr Pilger und Touristen an.

Im April 2011, nach abgeschlossener Dachsanierung, wurde mit den denkmalpflegerischen Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten an dem wertvollen geschädigten Holzscheingewölbe begonnen. 2012 waren die auf zwei Etappen aufgeteilten Arbeiten am östlichsten Gewölbejoch fertiggestellt.

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Der Kirchbau steht in einem von einer Steinmauer mit gotischem Portal umgebenen Friedhof. Das Schiff erhebt sich auf rechteckigem Grundriss von 28 x 10 m, ist im Kern frühgotisch und ein Feldstein- bzw. Granitquaderbau, der auf einem am oberen Rand abgeschrägten Quadersockel steht und nachträglich großflächig überputzt wurde (Reste einer Sockelrustizierung). Es handelt sich um eine Saalkirche mit freistehendem Glockenturm an der Nordostecke (1817 – 1857), einer Eingangsvorhalle an der Westseite (1870) und einem neuzeitlichen Sakristeianbau auf der Südseite. Über Sakristei und Schiff erhebt sich jeweils ein blechgedecktes Satteldach, letzteres mit einem kleinen Dachreiter.

Der Zugang erfolgt durch ein gotisches Spitzbogenportal aus Granit mit profilierter Laibung. Ein Südeingang (mit Zugang zur neuzeitlichen Sakristei) wird von einem Rundbogen überfangen. Den West- und Ostgiebel des Schiffs akzentuieren Eckfialen und schlanke spitzbogige Putzblenden. Den Ostgiebel ziert zudem ein zweireihiges Deutsches Band (aus übereckstehenden Backsteinen aufgebauter Zahnfries).

Der freistehende Turm ist dreigeschossig und präsentiert sich mit verputztem Ziegelmauerwerk im Stil der romantischen Neo-Gotik.

Das Schiff ist innen mit einem seltenen Schein-Kreuzrippengewölbe aus Holz von 1697 überdeckt. Mit seiner Farbigkeit und den Holzschnitzereien, darunter stalaktitähnlich herabhängende Zapfen anstelle von Gewölbeschluss-Steinen, wertet es den Innenraum außerordentlich auf.

In der östlichen Wand ist ein Hohlraum für den Sakramentsaltar, an der Westwand das hölzerne Matroneum angeordnet. An der Westempore sind allegorische Gemälde in Öl auf Holz von Michael Pahl – es handelt sich um die geretteten Füllungen des verlorengegangenen barocken Gestühls – „Schiff auf dem Meer“, „die Sonne“ und „die Hand Gottes“ sowie eine mit einem Wappen geschmückte Inschrifttafel in deutscher Sprache befestigt, die lautet: “Michael Pahl, Mühlenbursch hat diese Kirche durch Zimmer-, Tischler-, Dreher- und Schnitz-Arbeit auf- und ausgebauet Anno 1697.“

Das Wappen besteht aus Kammrad, Beil, Zirkel und Hammer; der Schild wird von einer Knabengestalt gehalten, dessen von langen Locken umrahmtes sympathisches Gesicht im Orte als Selbstporträt des Mühlenburschen gilt (er soll als Knappe in der Mühle zu Brietzig gedient haben). Diese Überlieferung ist nicht unglaubhaft, denn die Schnitzkunst war auch als Hausgewerbe im Pyritzer Weizacker, in dem auch Britzieg gelegen ist, verbreitet und gepflegt und wurde bis in das 19. Jh. mit Geschick ausgeübt.

Bestandteile von Lesepult, Altartisch und den drei Messingkronleuchtern sind barock. Die Fenster des Kirchenschiffs stammen in der überwiegenden Form aus dem frühen 17. Jh. und sind mit Glasmalereien von 1870 ausgestattet. Die künstlerisch ambitionierten Glasmalerei-Fenster der Vorhalle auf der Westseite sind erst in den letzten Jahren hinzugekommen.

Das Scheinkreuzrippengewölbe

Die Decke besteht aus zwei Reihen zu fünf Jochen geordneter in Holz nachgebildeter Kreuzrippengewölbe, die in der Mitte nicht säulengestützt sind. Um die Decke voll zur Entfaltung kommen zu lassen, d.h. die Raumwirkung nicht durch Vertikalstützen zu reduzieren, wurde ein anspruchvolles  Gewölbebefestigungssystem gewählt. Das Scheingewölbe ist an verlängerten Vertikalbalken aufgehängt und befestigt an den unteren Kehlbalken und Schwertbalken des Dachstuhls, die in Form von Lehrgerüsten ausgeschnitten wurden. Ein Joch dehnt sich unter vier Kehlbalken aus, von denen die inneren mit einem kurzen Querbalken verbunden sind. Die Querbalken bilden die Konstruktionselemente, mit denen Gurtbögen und Lehrgerüste verbunden sind.

Die Bohlenbretter zwischen den Kreuzrippen sind mittels Falzen verbunden. Die Gewölbe sind z.T. doppelt verschalt, und es ist gibt einen Fehlboden. Die bemalten Bretter und Schnitzornamente sind mit Schmiedenägeln fixiert. Die Brettverbindungen werden im Sichtbereich durch Scheinrippen aus profilierter Kiefernleiste kaschiert. Die mittig in der Schifflängsachse angeordneten stalaktitenartigen Zapfen bestehen aus Lindenholz und weisen die Form der Granatapfel-Frucht auf. Jeder mittlere Schlussstein mit Zapfen ist aus einem Holzstück gefertigt und mit Bolzen an die Gewölbekonstruktion fixiert. Die stalaktitenartigen Zapfen haben aus zwei geklebten Elementen ausgeführte verzierte Tragarme, die an Wandtragarme aus einem Holzstück angehängt sind.

Konstruktive Elemente der zweischiffigen Gewölbedecke sind in Eiche, die Gewölbekappen aus Lärchenbohlen gefügt.

Die Decke ist mit geschnitzten Ornamenten der Barockzeit (u.a. Akanthusblattwerk mit Perlstab und langen, spiralförmig gewickelten Stengeln) verziert. Die Holzschnitzverzierungen sind wiederum mit Schmiedenägeln befestigt.

Die Decke ist reich bemalt, auf hellblauem Grund mit Arabesken, figürlichen Darstellungen, Engeln, die Spruchbänder (u.a. mit Zitaten aus der Bibel wie „Gloria in excelsis Deo“ (Ehre sei Gott in der Höhe), Musikinstrumente und Palmenzweige halten, und anderem mehr.

Alle Elemente des Gewölbes sind in gemischter Tempera-Öltechnik auf Kreide-Leimgrund polychromiert (Hintergründe und Malerei der Holzschnitzverzierungen in Temperatechnik und Engelfiguren in gemischter Tempera-Öltechnik). Die Rippen sind kräftig betont, die Schlusssteine der Gewölbekappen durch hängende Tannenzapfen aus Lindenholz, ähnlich den vollplastischen Granatapfel-Hängezapfen ausgebildet.

Gesäumt werden die Gewölbe von rundbogigen mit bemalten Holzbrettern verkleideten und halbplastischen Zapfen geschmückten Wandabschlüssen. Die zwei Wandkragsteine zwischen dem zweiten und dritten Jochpaar von Osten werden durch Halbgestalten junger Männer mit nackten Oberkörpern, die mit beiden Händen eine Kartusche halten, akzentuiert.

Nicht wenige der Engelgestalten schweben auf wirbelnden Wolken und musizieren u.a. mit Posaune, Trompete und Laute. Im westlichen Gewölbebereich hält ein Engel die Arma Christi (die Leidens- respektive Passionswerkzeuge Christi), und an einem der lunettenartigen Wandabschlüsse an der Südinnenwand des Kirchenschiffs findet sich das Auge Gottes als Bildmotiv. Die Engelgestalten sind individualisiert und überwiegend in Bewegung dargestellt, meistens im Flug und in verwehter Kleidung. Der protestantische Maler stimmte das Thema der Deckenausmalung erstaunlich harmonisch auf die Altarstatue Muttergottes mit Christus ab. Der geflügelte Engel, den an der Decke im Altarbereich platziert, steht in Verbindung mit der einzigen (jüngeren) Deckeninschrift in polnischer Sprache  “ Durch Maria zu Jesus.“

Der Hauptaltar

In einen Renaissanceaufsatz ist ein gotisches Triptychon mit überschlanken gotischen Schnitzfiguren eingefügt. Der Schrein ist 1,87 m hoch und 2,3 m breit. In der Mitte des geöffneten Altars ist die Statue der Madonna mit Kind, Zepter und Krone platziert. Die Darstellung der Maria entspricht dem mittelalterlichen Ideal der Schönheit, mit länglichem Gesicht, schlankem Hals und einer sehr hohen Stirn. Sie ist fast zwei Mal größer (Länge 1,48 m) als die anderen Figuren. Maria steht mit dem Jesuskind im Arm auf der Mondsichel.

Madonna und Jesuskind sind im Mittelschrein umgeben von vier heiligen Frauen, je zwei übereinander geordnet, mit der Märtyrerkrone auf dem Kopf und Palmzweigen in der Hand, je 62 cm hoch:  wohl Barbara und Margarete (oben und unten links von Maria) und Katharina und Dorothea (oben und unten rechts von Maria). Die Seitenflügel präsentieren in geöffnetem Zustand in je zwei Dreierreihen die Statuen der zwölf Apostel.

In geschlossenem Zustand zeigt der Altar acht dunkelfarbige Gemälde mit der Darstellung der Leiden und Passion Christi. Eine Inschrift zwischen diesen Szenen besagt: „Am 18. August 1613 wurden die Arbeiten von Michael Haentz am Altar fertiggestellt.“ Die 45 cm hohe Predella, auf der das Tryptichon steht, ist mit einer Reliefdarstellung des letzten Abendmahls ausgestattet.

Das den Altar krönende gotische Kruzifix  zeigt an den Enden der mit Kantenblumen besetzten Balken die  Brustbilder der Evangelisten. In dem unter dem Kruzifix angeordneten Relief ist der Auferstandene zu sehen. Die Engelsfigur rechts daneben  hält den Anker in der Hand (das Symbol der christlichen Tugend der Hoffnung), die Engelsfigur auf der linken Seite hingegen das Kreuz als Symbol des Glaubens und ein offenes Buch mit dem Text: „Der wahre Glaube in der Schrift Christus ist die höchste Kunst der Weisheit.“

Auf der Altarrückseite findet sich eine über die gesamte Breite verteilte Inschrift: Anno 1613 den 18. August ist dies Altar also verfertigt worden, ist damahlen Pastor gewesen Herr Jacobus Hamel und Joachim Wolter Schulze. Die Vorsteher sind damahlen gewesen Steffen Wolter, Michael Wolff, Andreas Wolter haben dies Werk machen lasen. Michael Haentz Pictor Arnstwaldensis fecit.“

Die Kanzel

Die qualitätvoll geschnitzte Renaissancekanzel mit Schalldeckel steht an der Kirchensüdwand. Sie ist reich mit Skulpturen besetzt und polychrom gefasst. Am Kanzelkorb finden sich Reliefs der vier Evangelisten mit den entsprechenden Symbolen und Versen. Auf der den Kanzelkorb tragenden Säule ist in lateinischer Sprache die Inschrift zu lesen (sinngemäß): “ gebaut , den Thron der Kathedrale (Kanzel) für Christus Segen im Jahre 1612 von den Chorherren des Kapitels, den Herren Dr. Fabro Superintendent , Dr. Nicholas Schühero und Dr. Theodore Apollonio und Pastor James Hamel – 17. Juni „. Die Ölgemälde am Schalldeckel mit der darauf zentral angeordneten Figur des segnenden Christus zeigen die Brustbilder der damaligen Kapitulare des Marienstifts in Stettin und des Pastors. Das geschmackvolle Werk ist durch den Austausch des ursprünglichen Treppenaufgangs gegen einen einfachen Ersatz an Wirkung beeinträchtigt.

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Die Kirche in Brietzig / Brzesko ist ein architektonisches Kleinod und gehört zu den wertvollsten Sakralbau-Denkmälern der Woiwodschaft Westpommern. Gemalte Engelchöre verzieren mehrere Decken in Pommerschen Gotteshäusern, aber die außergewöhnliche Gewölbeschöpfung in Brietzig als Meisterwerk des Holzschnitzers Michael Pahl hatte bis 1944 nur eine Entsprechung in der Kirche in Bladiau (russ. Pjatidoroschnoje) im ehem. Ostpreußen, die am Ende des Krieges zerstört war. Schinkels Entwurf für den neugotischen Turm ist sein frühestes bekanntes Werk im Bereich des heutigen Westpommerns bei der preußischen Oberbaudeputation.

Der Turm ist Ausdruck des Schinkelschen Einflusses auf die Formen der dortigen Architektur und Bauten. Der hohen kunstgeschichtlichen Bedeutung des Baudenkmals wird nicht zuletzt dadurch Ausdruck verliehen, dass das polnische Kulturministerium die aufwändige Restaurierung des Scheingewölbes ganz wesentlich mitfinanziert.

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In den zurückliegenden Jahren hatte das undichte Zinkdach zu Feuchteschäden am Scheinkreuzrippengewölbe geführt. Bei der Dachrenovierung mit Wechsel der Mauerlatte wurde auch ein Teil der polychromen Bretter tangiert, und der notwendig gewordene Wechsel von Konstruktionselementen verursachte eine Änderung der Gewölbestatik.

Der Nässeeintrag hatte die Ausbreitung von Pilzen, Schimmel und Insekten an der Holzgewölbedecke bewirkt. Die befallenen Bretter waren leck, aufgerissen, stark beschmutzt an der Rückseite und mit Schuttresten vom Wechsel der Dachneueindeckung bedeckt. Die Ausmalung war stark verschmutzt, von Ruß und Spinnennetzen bedeckt, an harten Jahresringen durchgerieben und mit zahlreichen braunen Flecken versehen. Die Temperamalflächen zeigten die Tendenz zur Pulverisierung. Die Engelsgestalten wiesen bereits kleinere Malverluste und Spuren der Übermalung des 19. Jhs. auf. Ornamentale Zierelemente waren z.T. gesprungen und durch Schädlingsbefall beeinträchtigt. Elemente der vollplastischen Hängezapfen waren infolge der Temperatur-Feuchtigkeit-Änderungen gerissen. Auch die Malschicht an den Ornamenten wurde mit braunen Flecken bedeckt.

Das westlichste Gewölbejochpaar ist seinerzeit durch die Pfarrei ohne Einhaltung der originalen Technologie wieder geschlossen worden. Die anschließend erfolgte Rekonstruktion der Ausmalung weicht stark von der in den anderen Gewölbefeldern ab.

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2013 wurde das zweite Gewölbejochpaar von Osten einschl. der dazugehörigen rundbogigen Schildwandbretter an der Süd- und Nordwand des Kirchenschiffs als Teilmaßnahme der Deckeninstandsetzung von Magister Tadeusz Makulec, Restaurator für Malerei und polychrome Skulptur aus Stettin / Szczecin, technisch instand gesetzt und restauriert. Der erfahrene Restaurator erhielt den Auftrag in freihändiger Vergabe, nachdem er bereits Etappe 1 und 2 zur vollständigen Zufriedenheit des Denkmalamts in Stettin ausgeführt hat und sein weiteres Engagement dort nachdrücklich befürwortet worden ist.

Das Kostenvolumen für die 3. Etappe der Gewölbedeckenrestaurierung betrug rund 110.000 EUR. Rund 72.000 EUR wendete das polnische Kulturministerium zu, die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) konnte rund 35.000 EUR ausreichen, die ihr vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) für das Projekt bewilligt wurden, und den Rest brachte die Kirchengemeinde als Eigenmittelanteil auf.

Die Ausführung der Fördermaßnahme erfolgte gemäß des ausführlichen Arbeitsprogramms, das vom Restaurator zur Erteilung der denkmalrechtlichen Genehmigung vorgelegt worden war, und in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt der Woiwodschaft Westpommern in Stettin.

Vor Beginn der Instandsetzungsarbeiten wurde der Zustand der Decke in dem zu bearbeitenden Abschnitt dokumentiert. Sodann wurde im Dachstuhl der Blindboden über dem Holzgewölbe demontiert und aufgearbeitet. Als nächstes erfolgte von oben eine mechanische Reinigung der Gewölbeverschalung durch Entfernung des darauf liegenden Schuttes und anderer Bauabfälle sowie Staubsaugen. Es folgte an der Untersichtseite die Demontage der Holzschnitzelemente (zuerst der zentralen Zapfen und Akanthusblätter, dann der Formrippen und profilierten Leisten und zuletzt der Zentrierhölzer). Bauzeitliche Schmiedenägel wurden vorsichtig gelöst und zur Wiederverwendung (ca. 25%) geborgen. Die demontierten Teile, darunter auch die Gewölbe- und Schildwandbretter, kamen in die Restaurierungswerkstatt.

Deckenbretter und Gewölbekonstruktion wurden bis in Rohfußbodenhöhe desinfiziert. Dann folgten eine holzstärkende Imprägnierung, Tischlerreparaturen und Reparatur- und Ergänzungsarbeiten an den Holzschnitzelementen. Kleinere Fehlstellen wurden durch Einklebungen geschlossen und Holzrisse verklebt. Insektenöffnungen wurden von der Vorderseite abgedichtet und Kreide-Leimgrundverluste ergänzt. Die Imprägnierung der Hölzer erfolgte durch Streichen und Tauchen der Bretter und Gewölbekonstruktionselemente bis zur Höhe des Fehlbodens (an der Rückseite der Konstruktion dreifach). Es wurde dafür gesorgt, dass die demontierten Bretter ihre gebogene Form beibehielten, um wieder passgenau in das Rippengewölbe eingesetzt werden zu können.

Die Malerei auf den Brettern wurde gereinigt (auch von unsachgemäßer Übermalung) und mit einer Oberflächenimprägnierung gesichert. Bräunliche Wasserflecken und andere Dunkle Flecken zogen deren Entfernung nach sich. Entsprechend des Befunds wurden Hintergründe und Malerei der Holzschnitzverzierungen in Temperatechnik und die Engelfiguren in gemischter Tempera-Öltechnik gearbeitet. Fehlstellen an der Polychromie sind gemäß internationalen Restaurierungsstandards in der Punktiertechnik geschlossen worden, um die Retuschearbeiten für nachfolgende Restauratoren- und Denkmalpflegegenerationen erkennbar zu machen. Die geschmiedeten Nägel wurden mit Korrosionsschutz behandelt und fehlende Exemplare nachgebildet.

Nach der Konservierung sind die ausgebauten Holzdeckenteile zurück in die Kirche verbracht worden. Dort wurden zunächst die beiden Gewölbefelder inkl. der Schildwandbretter wieder eingebaut und anschließend die Holzschnitzelemente.  An den nicht sichtbaren Stellen kamen rostfreie Metallschrauben zur Anwendung, in den für Besucher sichtbaren Bereichen wieder die originalen Schmiedenägel bzw. Nachbildungen. Die Holzschnitzelemente wiederum sind mit rostfreien Metallschrauben befestigt, die jeweils ein aufsitzender kurzer Schmiedenagel maskiert.

Der letzte Teil der restauratorischen Arbeit hatte die Sicherung der Malfassung mit den Engelsszenen zum Inhalt. Nach Ankörnen der Malschicht wurde diese mit dem Endfirnis gesichert. Nach Beendigung der Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten am Gewölbe wurden die Bretter des Fehlbodens von der Dachstuhlseite montiert.

Zum Schluss erfolgte die fotografische und beschreibende Dokumentation der vorgenommenen Arbeiten durch den Restaurator. Ausführungszeitraum für die von Restaurator Makulec mit Mitarbeitern geleisteten Arbeiten war Juli bis November 2013. Nicht nur das Denkmalamt in Stettin zeigte sich sehr zufrieden mit der Qualität der ausgeführten Arbeiten. Bei deren Endabnahme gab es keinerlei Beanstandung.

Zur Konservierung und Restaurierung des Scheinkreuzgewölbes verwendete Materialien:

Konservatorenseife; 3-5% Paraloid B-72 in Aceton als Mittel zur Oberflächenbehandlung der Polychromie;  B-72 in Toluol als Präparat zur Holzimprägnierung; Wood Preserver der Firma Bondex als Präparat zur Desinfektion der Konstruktionselemente; destilliertes Wasser mit Aceton; Präparat der Firma PER-XIL10 zur Desinfektion polychromierter Bretter und von Holzschnitzelementen; Polyurethanleim Chemolan B, Version 40 vom Hersteller Interchemol SA; Leim Wikol von der Firma Henkel; Leimkitt; Kiefernholz; Kreide-Leimgrund; Maimeri-Farbe; Korrosionsschutzfarbe Minia; Endfirnis von der Firma Rowney; rostfreie Schrauben, Schmiedenägel.

 

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Als Fortführungsmaßnahme 2014 wurde die Restaurierung des dritten Jochpaares von Osten (4. Etappe) ausgeführt mit Kosten von 134.500 EUR, finanziert mit 71.800 EUR des Polnischen Ministeriums für Kultur und Nationales Erbes, 40.000 EUR von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) mit Mitteln der Beauftragten der Deutschen Bundesregierung für Kultur- und Medien, 12.500 EUR vom Denkmalamt, 7.500 EUR vom Marschallamt  sowie 2.700 EUR Eigenmitteln der Kirchengemeinde. Die zusammen 20.000 EUR von Marschallamt und Woiwodschaftdenkmalamt waren bei der Finanzierung der 4. Etappe nicht von Beginn an eingeplant gewesen, sondern als zusätzliche Zuwendung hinzugekommen, mit der die 4. Restaurierungsetappe um die Restaurierung der zu dem dritten Jochpaar dazugehörigen rundbogigen Schildwandbretter an der Süd- und Nordwand des Kirchenschiffs hatte erweitert werden können. Dass die 4. Restaurierungstappe 24.500 EUR mehr als die 3. Restaurierungsetappe gekostet hat, resultierte aus dem höheren Schädigungsgrad der Holzteile des dritten Jochpaares.

Maßnahmentechnisch verliefen die Arbeiten wie bei der 3. Restaurierungsetappe. Im nördlichen Gewölbefeld waren vier Engeldarstellungen auf Wolken mit folgenden Attributen zu restaurieren gewesen: Barocktrompete (Norden), Kesselpauke (Osten), Triangel und Stab (Süden) und Engel mit Spruchband und dem Zitat aus Psalm 150 (149) „Lobet den Herrn mit klingenden Zimbeln, lobet den König, den König im Himmel“ (Westseite). Dazu kam eine fünfte Engeldarstellung mit Viola da Gamba auf der nördlichen Schildwand. Im restaurierten  südlichen Gewölbefeld des dritten Jochs sind die vier Engelgestalten auf Wolken ohne Attribut (Norden), mit Viola da Gamba (Osten), Zink mit geradem Rohr (Süden) und Spruchband auf dem geschrieben steht „Alles was Odem hat, lobet den Herren (Psalm 150:6)“ (Westen) sowie auf der dazugehörigen Schildwand mit Laute dargestellt.

Die Vergabe der 4. Restaurierungsetappe erfolgte wiederum nach Vorgabe des Denkmalamts freihändig an den Stettiner Restaurator Tadeusz Makulec.  Auch die 4. Restaurierungsetappe wurde zur vollen Zufriedenheit des Woiwodschaftsdenkmalamts ausgeführt.

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Dank der 2013 aufgenommenen Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) ist es der Kirchengemeinde gelungen, die Restaurierungsetappen 3 und 4 an dem Scheingewölbe in vollem Umfang auszuführen. 2015 ließ die Kirchengemeinde die 5. Decken-Etappe realisieren, das heißt die Konservierung und Restaurierung des vierten und letzten barocken Gewölbejochpaars von Osten sowie der geschnitzten Gewölbekämpferfiguren (Figurenstützen) auf der Nord- und Südseite zwischen dem 2. und 3. Gewölbejochpaar.

Mit den Arbeiten wurden nach den Vorgaben des Denkmalamts in Stettin der Verfallsprozess bei dem letzten bislang noch nicht behandelten barocken Deckenabschnitt gestoppt und die ästhetischen Vorteile der Deckenmalerei wieder zum Vorschein gebracht. Das Holz war durch die Holzschädlinge angegriffen. Die Bretter waren verzogen, rissig und wiesen zahllose Löcher auf. Die Polychromie war mit braungewordenen Ablagerungen behaftet, bröckelte ab und war teilweise übermalt. Die ornamentalen Holzschnitzereien waren ebenfalls rissig und übermalt, hatten viele Defekte wie zahlreiche mechanische Beschädigungen.

Maßnahmentechnisch verliefen die Arbeiten wie bei den Restaurierungsetappen 3 und 4 zuvor.

Die Kirchengemeinde  hat bei der Finanzierung von Etappe V  auch wieder auf die finanzielle Unterstützung der DPS mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland gehofft. Vom polnischen Ministerium für Kultur und Nationales Erbe wurden als Anteilsfinanzierung der mit Kosten in Höhe von rund 131.300 EUR kalkulierten Etappe V rund 74.000 EUR bewilligt. Rund 7.500 EUR kamen vom Marschallamt, rund 12.000 EUR vom Woiwodschaftsdenkmalamt, und 2.500 EUR brachte die Kirchengemeinde als Eigenmittel ein. Somit betrug die bei der DPS für die Etappe V beantragte Fördersumme 35.300 EUR, die auch in dieser Höhe von der Beauftragten für Kultur und Medien bewilligt wurde.

Das Scheingewölbe gilt als einzigartig im In- und Ausland sowohl im Hinblick auf das für die Konstruktion des Gewölbes verwendete Material (Holz) als auch auf seine Holzschnitzereien und Ausmalung. Der historische Wert der Decke wird durch die Tatsache erhöht, dass die am Gewölbe dargestellten Engel, ausgenommen jene acht im vierten 2015 bearbeiteten Gewölbejoch von Osten, mit Musikinstrumenten dargestellt werden, die größtenteils seit Jahrhunderten nicht mehr verwendet werden. An Attributen lassen die acht Engelgestalten im vierten Gewölbejoch Objekte erkennen, die dort und da nicht zusammenzupassen scheinen und mit Engeln in Verbindung gebracht werden wollen: Fackel und Seil, Krummsäbel und Malchus´ Ohr, Eisenhandschuh sowie Kelch (südliches Gewölbefeld) und Hahn, Säule , Dornenkrone, Geißelung mit Peitsche und ein Bündel von Zweigen (nördliches Gewölbefeld).

Für die Ausführung der 5. Decken-Restaurierungsetappe wurde vom Denkmalamt, wegen des erwünschten einheitlichen Gesamterscheinungsbilds, das die Decke nach Fertigstellung der Arbeiten aufweisen soll, wieder der Stettiner Restaurator Tadeusz Makulec bestimmt, in dessen Händen die vorangegangenen Etappen gelegen haben. Auch bei der Endabnahme von Etappe 5 hatte das Denkmalamt keine Beanstandungen.

Die letztmalige Finanzhilfe der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) mit Mitteln der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) leistet einen wesentlichen Beitrag zur Fertigstellung der Restaurierung der Scheingewölbedecke im Jahr 2015.

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Die Restaurierung des kostbaren Scheinkreuzrippengewölbes sollte Ende 2015 fertiggestellt sein. An Restarbeiten am 4. Gewölbejoch von Osten sind jedoch die restauratorische Endbearbeitung der Holzrippen und des Schnitzschmucks sowie die Wiederanbringung dieser Elemente und die Restaurierung der beiden Wandlunetten verblieben. Diese Arbeiten sollen nun 2016 zusammen mit der notwendigen tischlermäßigen Instandsetzung des 5. und letzten Gewölbejochs von Osten und der hier geplanten Rekonstruktion der Originalfarbfassung ausgeführt werden. An den Maßnahmen 2016 ist die DPS nicht mehr beteiligt. Ob das westlichste d.h. fünfte Jochpaar mit der von Laienhand  ausgeführten Imitationsausmalung von minderer Qualität tatsächlich in einer 6. Etappe restauratorisch angepasst wird, hängt letztendlich von der Finanzierbarkeit ab.

In kommenden Jahren stehen als weitere Teilmaßnahmen die Instandsetzung von Schifffassade und  Außenhülle Kirchturm an sowie die Restaurierung des Hauptaltars.

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  • Ausführender Restaurator : mgr. Tadeusz Makulec, Szczecin. Firma Pracownia Konserwacji Dzieł Sztuki
  • Fachliche Beratung: Woiwodschaftskonservator in Stettin Ewa Stanecka und Konservatorin mgr. Dorota Bartosz (leitende Expertin für Ausstattung / bewegliche Denkmale)
  • Bauherr: Katholische Pfarrgemeinde der Geburt der Allerheiligsten Jungfrau Maria in Brzesko (Brzesko 64, PL–74-211 vertreten durch Pfarrer January Żelawski (seit November 2013 Pfarrer Janusz Skoczeń), Brzesko
  • Fachliche Projektbetreuung DPS-Experte: Dr.-Ing. Beata Makowska, Büro für das Nationale Erbe in Stettin
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  • Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Stettin /Hrsg. im Auftrage der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde von Hugo Lemcke, Bd. 2. Die Kreise Randow, Greifenhagen und Pyritz, H. 7 Der Kreis Pyritz. Stettin 1906, S. 340ff. (zu Brietzig)
  • Andreas Bernhard, Gert Streit. Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band 2. München 2006
  • Maciej Słomiński. Unikatowe sklepienie (Einzigartiges Gewölbe), in: Kurier Szczecinski vom 3. Dezember 2013, S. 14 (www.24kurier.pl)
  • Hans Vogel, Schinkel Lebenswerk-Pommern. München und Berlin 1952
  • January Żelawski. „Sanktuarium Maryjne w Brzesku Szczecińskim“, Szczecińskie Wydawnictwo Archidiecezjalne „Ottonianum“. Szczecin 1995
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