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BRESLAU / WROCŁAW

Förderprojekt 2017 und 2018 der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz geworden ist die Mikwe der Synagoge Zum Weißen Storch in Breslau / Wrocław, die die Reichspogromnacht und den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat. Die Mikwe ist heute bedeutsam als einzigartiges Beispiel für die jüdische rituelle Architektur an der Wende des 19. zum 20. Jh.

Die Mikwe der Synagoge Zum Weißen Storch in Breslau / Wrocław, wurde 1902 im Tiefparterre des Westflügels des 1901 erbauten sog. Neuen Hauses der Jüdischen Gemeinde an der ulica  Pawła Włodkowica errichtet. Wie die von Carl Ferdinand Langhans 1827 – 1829 im Stil des Klassizismus erschaffene Synagoge Zum Weißen Storch blieb auch das dreiflügelige Verwaltungsgebäude daneben von 1901, entworfen wie die Mikwe in dessen Westflügel von Paul und Richard Ehrlich, von Zerstörung in der Reichspogromnacht und im Zweiten Weltkrieg verschont.

Die nach dem Krieg zur Ruine verkommene Synagoge im Zentrum der niederschlesischen Metropole gelangte durch eine grundlegende Sanierung von 1996 bis 2010 zu neuer Schönheit und entwickelt sich seitdem wieder zu einem Zentrum des jüdischen Lebens in der Oderstadt. Die Synagoga Pod Bialym Bocianem (Synagoge Zum weißen Storch) wird zu den schönsten jüdischen Gotteshäusern in Polen gezählt. Ihre Rettung verdankt sie vor allem der norwegischen Künstlerin Bente Kahan, die 2,5 Mio € für die Wiederherrichtung der Synagoge gesammelt hatte.

Die Mikwe von Breslau / Wrocław ist wohl das einzige solche Objekt in Polen, das an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erbaut wurde und bis in die heutige Zeit erhalten geblieben ist. Darum kann sie als einzigartiges Beispiel für die jüdische rituelle Architektur in dieser Zeit gelten.

Der Innenraum der Mikwe hat im Zuge ihrer Sanierung 2017/18 einen Museums- und Bildungscharakter erhalten und ist zugleich wieder als Ritualbad revitalisiert. In ihr wird jetzt eine speziell entworfene Multimedia-Ausstellung mit dem Titel „Jüdischer Kalender“ präsentiert. Es werden die Rhythmen jüdischen Lebens (das Leben von der Geburt bis zum Tod) und die jüdischen Feiertage dargestellt. Das Projekt dient zur Stärkung des Kulturstandorts Synagoge Zum Weißen Storch und wurde im Rahmen des Programms Kulturpfade der vier Gotteshäuser im Synagogenkomplex in Breslau entwickelt.

Die Kosten für die Sanierung und Revitalisierung der Mikwe betrugen über 420.000,00 € inkl. der musealen Bespielung und Wiederherstellung der badetechnischen Funktionstüchtigkeit.

Die Arbeiten wurden in zwei Bauabschnitten 2017 und 2018 durchgeführt. An der Finanzierung beteiligt gewesen sind die Stadt Breslau sowie die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Hinzu kommen EU-Fördermittel aus Brüssel und Eigenmittel des Denkmaleigentümers (Jüdische Gemeinde) und des Bauherrn Stiftung Bente Kahan. Alle geplanten Maßnahmen an der denkmalgeschützten Mikwe wurden mit dem Denkmalamt der Stadt Breslau abgestimmt.

 

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Der Standort der Synagoge „Zum Weißen Storch“ mit Verwaltungsgebäuden der jüdischen Gemeinde und der Mikwe ist in der Altstadt von Breslau / Wrocław und betrifft die Flurstücke 39/7, 40/3 AM 24 in der ulica Pawła Włodkowica 5 – 9. Hier und in der Umgebung war einst das jüdische Viertel der Stadt. Direkt an der Straße gelegen ist auch das Jüdische Informationszentrum nicht zu verfehlen, kurz CIZ. Dazu gehört das CIZ Café. Nur drei Minuten zu Fuß entfernt stand das Jüdisch-Theologische Rabbinerseminar, im 19. Jahrhundert über die deutschen Grenzen hinaus berühmt.

Die Mikwe, ulica Pawła Włodkowica 5a, ist an der Westseite der Synagoge im Tiefparterre des Westflügels des historistischen ehem. „Neuen Hauses“ der Jüdischen Gemeinde unmittelbar unter dem Gebetssaal „Schul“ (heute Kleine Synagoge) sowie in einem an den Westflügel angebauten zum Synagogengrundstück gehörenden Raum exponiert.

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Der jüdische Baukomplex befindet sich auf einem Grundstück, auf dem früher das Gasthaus zum Weißen Storch gestanden hatte. Der Entwurf für das klassizistische Gebetshaus stammt von Carl Ferdinand Langhans (1781 oder 1782 – 1869), Sohn des bekannten Architekten Carl Gotthard Langhans, Erbauer des Brandenburger Tors in Berlin. Ende des 18. Jahrhunderts war in der jüdischen Gemeinschaft die Idee entstanden, eine große Synagoge zu errichten, die die vielen verstreuten privaten Andachtsräume und Bethäuser ersetzen sollte – entsprechend den Anordnungen des Königs. Die ersten Pläne, eine gemeinsame, große Synagoge zu schaffen, hatten sich aufgrund des Widerstands des orthodoxen Teils der jüdischen Bevölkerung jedoch nicht durchgesetzt. Letztendlich wurde die Synagoge in den Jahren 1827–1829 erbaut als erstes großes jüdisches Gebetshaus in Schlesien.

Seit 1847 war es eine Synagoge der liberalen jüdischen Gemeinde, die 1872 von den konservativen Juden übernommen wurde. Die Synagoge wurde mehrmals umgebaut. Aufgrund der religiösen Vorschriften der Geschlechtertrennung mussten damals Treppenhäuser errichtet werden, die zu den Frauenemporen führten. Das Ergebnis des von den Brüdern Paul (1870–1943) und Richard (1866–1942) Ehrlich im Jahr 1905 durchgeführten grundlegenden Umbaus sind neoromanische Frauenemporen aus Stahlbeton anstelle der vorherigen hölzernen Emporen.

1901 wurde an der Süd- und West- und Ostseite in Ziegelbauweise das mehrgeschossige Verwaltungsgebäude „Neues Haus“ der jüdischen Gemeinde in Breslau errichtet, das im Westflügel auch den Gebetssaal „Schul“ und die Mikwe aufnimmt und zusammen mit der Synagoge Zum Weißen Storch einen Hof bildet. Im Jahr 1929 wurde letztere innen baulich erneut verändert.

Breslau galt als ein Zentrum des Reform-Judentums. Vor 1939 lebten hier 22 000 Juden – ein großer Teil von ihnen wurde während des Zweiten Weltkriegs ermordet. Seit 1933 verringerte sich die jüdische Bevölkerung der Stadt durch Emigration und Verfolgung drastisch. Von fast 25.000 Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde im Jahr 1925 blieben im Jahr 1940 noch 4.000 Personen. Bis 1933 war die Jüdische Gemeinde zu Breslau eine der größten und bedeutendsten im Deutschen Reich gewesen. Von 1941 bis 1944 wurden die verbliebenen Breslauer Juden in die Vernichtungslager Bełżec und Auschwitz und in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Eine der Sammelstellen [„Umschlagsplätze“] vor der Deportation war der Hof der Synagoge „Zum Weißen Storch“.

In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 war die Synagoge wegen der Nähe zu anderen Gebäuden nicht angezündet worden, anders als die von Edwin Oppler erbaute Neue Synagoge (eröffnet 1872) , die zu den größten in Deutschland gehörte. Die Nazis nutzten die Synagoge Zum Weißen Storch als Autowerkstatt und als Lager für den geraubten jüdischen Besitz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam die neue polnische jüdische Gemeinde das Gebetshaus wieder, die es bis zur letzten Massenauswanderung von Juden aus Polen 1968/1969 nutzte. Doch 1966 wurde die Synagoge von der Stadtverwaltung geschlossen. Als Grund nannte man den schlechten Bauzustand des Hauses. Zwei Jahre später wurden die Gottesdienste in der Synagoge Zum Weißen Storch endgültig eingestellt. Das Gebäude wurde 1968 – 1994 von unterschiedlichen Einrichtungen verwaltet. Sein baulicher Zustand verschlechterte sich dabei zusehends. In dieser Zeit gab es zwei Brände in der Synagoge. In den 1990er Jahren übereignete das Kultusministerium das Gebäude, das damals nur noch eine baufällige Ruine mit offenem Dach war, der jüdischen Gemeinde.

Im Mai 1996 begann die Renovierung der Synagoge, die bis 2010 währte und unter Leitung der Breslauer Architektin Anna Kościuk erfolgte. An der Organisation der Sanierungsarbeiten war vor allem die Bente Kahan Stiftung beteiligt. Alexander Gleichgewicht, langjähriger Vorsitzende der jüdischen Gemeinde und Ehemann von Bente Kahan, setzte sich mit der nach der norwegischen Sängerin benannten Stiftung jahrelang dafür ein, dass wieder Leben in die Synagoge einkehrt. Im Mai 2005 wurde der Synagogenkomplex als jüdisches Bildungs- und Kulturzentrum [Centrum Edukacji i Kultury Żydowskiej] eröffnet. Die Synagoge „Zum Weißen Storch“ ist seitdem ein Ort historischer Ausstellungen sowie von Bildungs- und Kulturprojekten. Die Hauptausstellung im ehemaligen Depot befasst sich mit der gesamten Nachkriegsgeschichte Breslaus und Niederschlesiens. Heute finden in der Synagoge religiöse Feiern, Konzerte, Theatervorführungen und andere Kulturveranstaltungen statt. Samstags finden hier Hawdala-Konzerte statt. Sie ist eine der zwei heute noch genutzten Breslauer Synagogen und die größte und Hauptsynagoge der jüdischen Gemeinde in Breslau. Alle Sanierungsmaßnahmen wurden mit Eigenmittelanteilen der Jüdischen Gemeinde Breslau im Verband der Jüdischen Gemeinden in der Republik Polen und hauptsächlich von mehreren Fördereinrichtungen darunter die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, KGHM Polska Miedź S.A. und die Stadt Breslau die erste Etappe betreffend finanziert sowie Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit Liechtenstein, Island und Norwegen, Stadt Breslau, Ministerium für Kultur und Nationales Erbe (MKiDN), Verband der Jüdischen Gemeinden in der Republik Polen, Ortsgruppe Breslau und Bente Kahan Stiftung die zweite Etappe betreffend finanziert.

Die Synagoge ist als Denkmal in das Denkmalregister eingetragen, unter der Nummer A/2788/203 vom 04.08.2010. Das Denkmal befindet sich auch auf der Liste der Touristenrouten von regionaler Bedeutung im Bereich des Pfads für Geschichte und Tradition von Breslau / Wrocław Ziffer 17, Wrocław, Stadtteil der Gegenseitigen Toleranz, Synagoge Zum Weißen Storch. (Beschluss Nr. 3893/III/10 vom 19.1.2010).

Das Objekt ist hinsichtlich seiner historischen Innenausgestaltung eines der interessantesten Beispiele für den Jugendstil in Breslau.

Umfangreich erforderliche Arbeiten im Gebetssaal der Synagoge Zum Weißen Storch wurden 2015 realisiert. Der sehr schlechte technische Zustand erforderte eine umfassende Renovierung. In katastrophalen Zustand war der Plafond, der zerfiel. In den beschädigten Partien war die unter Farbschichten versteckte, zerstörte Jugendstil-Ausmalung zu sehen. Darüber hinaus wurden Fenster, Türen, Wände, Fensterbänke, Fußboden und Installation einer Sanierung unterzogen. Die Maßnahme beinhaltete auch die Wiederherstellung der ursprünglichen traditionellen Ausstattung mit Mobiliar (Toraschrein, Bima (Vorlesepult für die Torarollen), komplette stilisierte Möblierung). Auch die historische Ausstattung der „Schul“ (Lehrraum für Tora und Talmud) wurde rekonstruiert. Die Räumlichkeiten sind für Besucher zugänglich und werden von der Bente Kahan Stiftung und der Jüdischen Gemeinde bespielt.

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Das „Quell- und Wannenbad“ ist im Jahr 1902 im fünfgeschossigen Westflügels des neuen Verwaltungsgebäudes der jüdischen Gemeinde entstanden, im heutigen Synagogenkomplex, ul. Włodkowica 5 – 9. Den Entwurf und die Pläne für das Verwaltungsgebäude mit Mikwe und Gebetssaal fertigten die Architekten Richard und Paul Ehrlich, die beide im Jahre 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort umgebracht wurden. Die Geschichte der Mikwe ist in zwei Zeiträume einzuteilen: der erste umfasst die Jahre von 1902 bis zur Vernichtung der Gemeinde um das Jahr 1940, der zweite umfasst die Jahre 1945–1996.

Erster Zeitraum von 1902–1940:

Bereits um 1920 wurden in der Mikwe erste Renovierungsarbeiten ausgeführt, anfangs kleine und nach 1925 grundlegendere, in deren Folge sich Farbgebung und Beleuchtung des Inneren sowie ein Teil der beweglichen und technischen Ausstattung veränderten. Die weiteren Umgestaltungsarbeiten im Ritualbad erfolgten um 1935. Sie beruhten auf einer Modernisierung der technische Ausstattung Auch die Mikwe ist etwa bis 1940 genutzt worden. Es ist nicht bekannt, welche Schicksal sie im Krieg erlitt.

Zweiter Zeitraum von 1945–1996:

In der Nachkriegszeit (bis etwa 1970) erfüllte das Bad erneut seine Funktion für Rituale und Hygiene. In diesem Zeitraum wurden weitere Veränderungen im Inneren vorgenommen, und dann kam es infolge der Schließung des Bades zur teilweise Verwüstung der Innenarchitektur und Ausstattung. Das heutige Aussehen des Ritualbads ist also das Ergebnis vielfacher Sanierungen und Umbauten, die vor allem in der Zwischenkriegszeit durchgeführt worden sind, aber auch der Adaptierung und Zerstörung in der Nachkriegszeit. Da Quellmaterial fehlt, kann beim gegenwärtigen Untersuchungsstand die ursprüngliche Ausgestaltung und Ausstattung nicht rekonstruiert werden.

Ursprüngliche Funktionsweise der Mikwe:

Über die Bestimmung und Nutzungsweise der Mikwe informiert uns die „Bade-Ordnung“ von 1902.

Die Mikwe war, ihrem rituellen Charakter entsprechend, vor allem für Frauen bestimmt. Sie durfte allerdings auch von Männern genutzt werden, jedoch nur am Vortag von Feiertagen, zwischen 10.00 und 14.00 Uhr. Das Ritualbad war in der Sommerzeit von 19.00 bis 21.00 Uhr geöffnet, in der Winterzeit von 17.00 bis 19.00 Uhr. Für die Nutzung des Ritualbads wurden Gebühren erhoben: für das Baden im Quellwasser bzw. in der Wanne und für das Baden in Verbindung mit der Hochzeit. Arme Gemeindemitglieder konnten die Mikwe hingegen kostenlos nutzen.

Darüber, wie die jeweiligen Badevorrichtungen konkret genutzt wurden, wissen wir nicht viel. In ritueller Hinsicht war der Brunnen mit Quell- bzw. lebendigem Wasser im Hauptraum der Anlage am wichtigsten. In diesem Brunnen wurde das rituelle Untertauchen von Gefäßen mit Hilfe eines Korbs vorgenommen (das in einer der Rechnungen zur Renovierung der Mikwe erwähnt wird). Wie dieser Korb aussah, ist nicht mehr bekannt. Die übrigen Badevorrichtungen, zwei Becken und vier Wannen, wurden mit gewärmtem Wasser gefüllt.

Im Zuge der Sanierung und Revitalisierung des Gebetsaals wurde 2014 das Dach der historischen Mikwe, die als Denkmal unter der Nummer A/2716 vom 30.07.2010 in der Denkmalliste eingetragen ist, bereits teilsaniert. Der Verband der Jüdischen Gemeinden in der Republik Polen „Związek Gmin Wyznaniowych Żydowskich“ ist Eigentümer der historischen Mikwe.

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Die an der Nordseite des Innenhofs angeordnete Synagoge Zum Weißen Storch ist ein verputztes Backsteingebäude auf rechteckigem Grundriss mit Vorhalle im Westen und daran nach Osten anschließendem Hauptsaal. Die Synagoge wurde solitär und im Stil des Klassizismus mit romanischen und orientalischen Gestaltungselementen errichtet. Beim Bau des Verwaltungsgebäudes „Neues Haus“ wurde die Synagoge an dessen Westflügel durch einen schmalen Verbinder angekoppelt. Ihr heutiges Erscheinungsbild innen geht auf die grundlegende Sanierung von 1905 und die bauliche Veränderung von 1929 zurück. Die Ost- und Südfassade sind mit zwei Flachrisaliten mit Dreiecksgiebeln und korinthischen Pilastern geschmückt. In den Fassaden befinden sich hohe Rundbogenfenster. Die Synagoge ist mit einem flachen Mansarddach überfangen und mit Attika und einer achteckigen kuppelförmigen Laterne bekrönt. Den Gebetssaal deckt ein Muldengewölbe. An drei Seiten des Innerraums verlaufen die 1905 eingebauten zweistöckigen Stahlbetonemporen für die Frauen im Stil der Neoromanik. Im Hauptsaal in der Arkadenwand an der Ostseite ist mittig ein reich verzierter Toraschrein (Aron ha-Qodesch) angeordnet. Das vergoldete rechteckige Toraschreintympanon mit Dekalogtafel und orientalischem Reliefschmuck wird von je zwei gekuppelten Säulen mit exotischen vergoldeten Rundkapitellen getragen.

Die Synagoge verfügt auch über ein nutzbares Kellergeschoss. In den Hof des Synagogenkomplexes führt von der Straße eine monumentale Rundbogenöffnung.

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Die ältesten Quellen, die uns darüber informieren, wie die Mikwe mit ihren 203 qm Nutzfläche ursprünglich ausgesehen hat, stammen erst aus dem Jahr 1921 und betreffen die erste wesentliche Renovierung und Modernisierung ihrer Anlagen. Das Ritualbad im nördlichen Teil des Westflügels des Hauses der Gemeinde war mit dessen Räumlichkeiten sowie dem unmittelbar über ihr angeordneten verbunden. Die tragenden Außenwände der Mikwe sind aus keramischen Vollziegeln auf Zement-Kalkmörtel mit einer Stärke von 64 cm gefertigt. Um das Jahr 1921 bestand die Mikwe aus zwei Badekabinen erster Klasse sowie aus drei Baderäumen, Wartezimmer, Entrée, Heizungsanlage mit Heizkessel und Klosett. Die Identifizierung dieser Räumlichkeiten mit den gegenwärtig erhaltenen Innenräumen ist nicht vollständig sicher. Es scheint allerdings, dass die im Jahr 1921 erwähnten Badekabinen erster Klasse mit den Bade-Zimmern identisch sind, die bis zum heutigen Tag im mittleren Teil der Mikwe erhalten sind. Eine Existenz des bis zum Beginn der Sanierung der Mikwe 2017 vorhandenen Saunaraums ist in keinerlei Quelle aus der Vorkriegszeit dokumentiert.

Das Klosett könnte sich im aktuell zugemauerten Teil des Ritualbads befunden haben. Anfangs war die Mikwe mit Gaslampen ausgestattet, die nach 1922 durch elektrisches Licht ersetzt wurden. Um 1920 traten die ersten bautechnischen Probleme auf: feuchte Wände im Hauptsaal mit den Wasserbecken, Rostbildung und Feuchteintrag am Glasdach, Funktionseinschränkungen bei der Wasser- und Heizungsanlage. Um die Mängel zu beheben, wurden zwischen 1922 und 1936 eine Reihe von Renovierungsarbeiten durchgeführt, bei denen der Innenputz, die ursprüngliche Farbgebung der Innenwände, teilweise der Fußboden, aber auch die Ausstattung mit Möbeln, Vorhängen und die Bade- und Heizanlagen verändert wurden.

Was wissen wir über das Aussehen der Mikwe-Räume in der Zwischenkriegszeit? Über den durch eine Treppe mit den Räumen des Westflügels des unzerstörten Verwaltungsgebäudes der Gemeinde verbundenen Vorraum (Entrée) besagen die Quellen nur so viel, dass seine Wände mit Ölfarbe gestrichen waren. Mit dem Vorraum verbunden war die Heizkesselanlage für die Synagoge in einer Räumlichkeit mit einem Fenster zum Hof. Aus dem Vorraum ging man in den Warteraum dessen Wände wahrscheinlich holzvertäfelt waren und in dessen südöstlicher Ecke sicherlich ein Holzverschlag die Trockenanlage verdeckte. Den Warteraum belichteten drei dem Innenhof zugewandte vergitterte Fenster. Der Warteraum war von den Haupträumen der Mikwe durch vier Badezimmer mit Wanne getrennt.

Die Haupträumlichkeiten der Mikwe bildeten ein rechteckiger Saal, ausgestattet mit einem Quellwasser-Brunnen (sog. Lebendwasser-Brunnen, geschlossen mit einem Deckel) und zwei Becken sowie die Duschkabinen, die an der Nordwand aufgestellt waren und durch Vorhänge verdeckt wurden. Die Belichtung der Haupträumlichkeiten erfolgte durch eine Decke mit Oberlichtern, die nach 1924 wahrscheinlich durch Gipsplatten ersetzt wurden, die bessere Wärmedämmung und Dichtigkeit versprachen. Die Decke war zusätzlich mit einer Staubdecke versehen, über deren Aussehen es keine Informationen gibt. Der Fußboden wurde damals neu gefliest. Ölfarben wurden durch nicht abblätternde Mineralfarben und Kalkfarbe ersetzt. Um das Jahr 1940, in der Endphase der Nutzung der Mikwe durch die jüdische Vorkriegsgemeinde entschied man sich, die Räumlichkeiten sowie die Fliesenverkleidung der Wände und Fußböden des Ritualbads zu erhalten. Hingegen Heiz- und Badeanlagen, Möbel und die Farbgebung der Wände gehörten zu jenen Elementen des Ritualbades, die dem Veränderungsdruck ausgesetzt waren, den funktionale und bautechnische Gründe diktierten. Die Nachkriegszeit brachte keinen wesentlichen baulichen Veränderungen mehr mit sich. Allerdings ging infolge langen Leerstands ein Teil der beweglichen Ausstattung unwiederbringlich verloren.

Im Raum des Tauchbads, der durch ein Oberlicht erhellt wird, haben sich Verkleidungen aus Keramik an den Becken, Wänden und Fußböden erhalten. Fliesenfußbodenbelag hat sich z.T. auch im Vorraum erhalten. Die Dachkonstruktion wird durch hölzerne Dachbinder gebildet. In den Badekabinen, die an das Tauchbad unmittelbar anschließen, sind ebenfalls originale Wandverkleidungen aus Keramik überkommen. Im vormaligen Saunaraum hat sich der keramische Fliesenbodenbelag erhalten. Türen der Badekabinen und original keramischer Bodenbelag des Durchgangs zum Hof sind ebenfalls überkommen.

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Die Mikwe von Breslau / Wrocław ist wohl das einzige solche Objekt in Polen, das an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erbaut wurde und bis in die heutige Zeit erhalten geblieben ist. Darum kann sie als einzigartiges Beispiel für die jüdische rituelle Architektur in dieser Zeit gelten.

 

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Die Ziegelaußenfassade der Mikwe mit der Vorderseite zum Hof war intakt. Stein- und Holzsimse, Säulen und Keramikwandverkleidungen wie verschiedene Ausstattungselemente (historische Holzfüllungstüren) waren restaurierungsbedürftig, die gusseiserne Brunnen- und Becken-Balustrade war nicht mehr existent, Teile der Beckenanlage waren reparaturbedürftig sowie der Zugang zu den Sanitäranlagen und z.T. die Fenster zugemauert. Die technischen Anlagen zu Tauchbad und Becken waren nicht mehr existent. Der Wandputz im Vorraum war akut geschädigt. Die Keramikwandverkleidungen in den Badekabinen am Tauchbad, zu dem die Eingangstür fehlte, wiesen zahlreiche Verluste und Schäden auf. Der technische Zustand der Decken und Wände war sehr schlecht.

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Bauherr der in zwei Bauabschnitten (BA 1 2017 und BA 2 2018) ausgeführten Maßnahme „Instandsetzung und Revitalisierung Mikwe“ war die vom Verband der Jüdischen Gemeinden in der Republik Polen vertreten durch den Vorsitzenden der Außenstelle Wrocław / Breslau Aleksander Gleichgewicht bevollmächtigte Bente Kahan Stiftung mit Sitz in Wrocław / Breslau, ulica Pawła Włodkowica 5.

Die zur Förderung beantragte und bewilligte Sanierungsmaßnahme umfasste an Räumlichkeiten das rituelle Tauchbad mit Becken, drei Badekabinen, die vormalige Sauna, Nebenräume, sanitäre Anlagen und einen Gang, der zum Innenhof führt.

Aufgrund der Bedeutung der Mikwe als eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein jüdisches Ritualbad und der Bedeutung für die jüdische Gemeinde sah das denkmalrechtlich genehmigte Maßnahmenkonzept den maximal möglichen Erhalt der überkommenen historischen Substanz und die Wiederherstellung der ursprünglichen Form des komplexen jüdischen Ritualbads vor, und zwar auf der Grundlage der gesammelten historischen Materialien sowie der Schlussfolgerungen aus den vorgenommenen architektonischen und restauratorischen Untersuchungen. Zur Wiedererlangung des historischen Raumeindrucks wurden als Sekundärwände errichtete Trennwände rückgebaut, die die ursprünglichen Räume des Dampfbades trennten und auf dem originalen Fu0boden errichtet worden waren. Alle bestehenden Bodenbeläge und Verkleidungen von Wannen und Tauchbecken wurden erhalten. Ausnahme bildete der Fußbodenbelag des Hauptraums des Bades. Wegen Beschädigung und der notwendigen Verlegung neuer Wasser- und Abwasserleitungen wurde der Fußbodenfliesenbelag ersetzt. Der Belag ist hinsichtlich Muster, Farbigkeit und Format mit dem Original identisch. Mit den wiederverwendbaren Bodenfliesen des Hauptraums wurden Fehlstellen beim Fußbodenbelag der Badekabinen ergänzt. Besondere Aufmerksamkeit richtete man auf das erhaltene Gesims im Hauptraum des Bades gerichtet, dessen Fehlstellen mit einer Materialsonderanfertigung ergänzt wurden. Das Maßnahmenkonzept sah die Ergänzung aller Wand- und Bodenbeläge durch deren ursprünglichen Hersteller Villeroy & Boch vor. Jedoch konnten letztendlich aus Kostengründen von diesem Hersteller lediglich die Beckenwandfliesen bezogen werden. Die originalen Türgerähme der Wannenkabinen wurden restauriert und Teilfreilegungen an den Wänden und an der Säule im Umkleideraum durchgeführt. Mit besonderer Sorgfalt wurden Form und Verlauf der Installationen geplant, besonders der Lüftungsanlage, damit im Hauptraum des Bades keine Kanäle sichtbar sind. Die Anlagen für Wasser, Abwasser und lebendiges Wasser wurden gemäß den Regeln und Anweisungen für Koscherheit geplant und anhand einer einzigen erhaltenen Bildquelle, die vermutlich aus dem Jahr 1945 stammt. Dazu wurden sämtliche bestehenden Durchlässe und unterirdische Kanäle genutzt. Die Rekonstruktion der Stahlbalustrade, die das Becken umgab, und die Griffe in den Mulden der Becken wurden rekonstruiert. Die Rekonstruktion wurde auf Grundlage erhaltener Fragmente und historischen Bildmaterials durchgeführt. Die Beleuchtung wurde integriert in die im Jahr 2014 durchgeführte Dacherneuerung des Hauptsaals. Da keinerlei Bildmaterial von den historischen Beleuchtungsgehäusen existiert, kamen moderne, neutrale Formen zur  Anwendung, die die technischen Anforderungen an Schwimmbadräume erfüllen.

Das Ritualbad wurde funktionstüchtig wiederhergestellt, d.h. zusammen mit Umkleide, den drei Badekabinen und dem Vorraum. Der Rekonstruktion wurde die historische Raumaufteilung einschließlich Innenausgestaltung zugrunde gelegt. Der Innenraum hat einen Museums- und Bildungscharakter erhalten und ist zugleich wieder als Ritualbad revitalisiert. Die aktive Nutzung der Mikwe für rituelle Zwecke soll einmal pro Woche für 20 bis 30 Personen möglich sein und ist ausschließlich Frauen vorbehalten. Um das Bad für rituelle Zwecke zu reaktivieren, wurden die Wasser- und Kanalisationsinstallationen für die Becken, Sammelbecken für lebendiges Wasser, Badewannen und Duschen konzipiert. Die Einspeisung des koscheren Wassers in den Lebendwasserbrunnen erfolgt über das Dach und nicht wie zumeist bei älteren Mikwen über Grundwasser. Letztendlich hat man entschieden, den vorhandenen runden Lebendwasserbrunnen im versehrten Bauzustand zu erhalten, d.h, ihn nicht neu zu fliesen und zu verfugen, um ihn wieder zu befüllen sondern nur noch als museales Anschauungsobjekt zu verwenden und stattdessen einen neuen rechteckigen Brunnen daneben zu setzen, der 600 Liter Lebendwasser aufnimmt. Neu sind auch die Systeme für die mechanische Belüftung und eine Fußbodenheizung im Hauptraum sowie ein Heizlüftersystem in den Nebenräumen. Audiovisuelle Installationen im Hauptraum ermöglichen dort Multimedia-Präsentationen. Das Beleuchtungssystem ist so angelegt, dass der Raum auf verschiedene Bedürfnissen abgezielt illuminiert werden kann.

Die Abbrucharbeiten beinhalteten den Rückbau eines ungenutzten Ofens im Durchgang und u.a. den Abriss der gemauerten Wand zwischen Vorraum und vormaliger Sauna. Neue Innenwände wurden aus Kalksandstein in einer Dicke von 12 cm hergestellt in der Feuerwiderstandsklasse REI 60, verputzt mit Mineralputz bzw. Wandplatten. Trennwände zur Aufnahme von Leitungen und für die Sanitäranlagen wurden aus Gipskarton im Rihgips-System errichtet, Feuerwiderstandsklasse 30. Das Dach über dem Ritualbad wurde wärmegedämmt und die Holzkonstruktion gegen Feuchtigkeit geschützt. Die Beckenwände wurden abgedichtet. Fehlende keramische Wand- und Bodenfliesen werden ersetzt im Fabrikat von Villeroy-Boch „Schwimmbad-Terrakotta, diagonal geriffelt Maße 16,5/16,5 cm, Farbe écru“. Bei den historischen Holztüren der Badekabinen erfolgte ein Austausch der Beschläge. Einige neu zu schaffende Türen und Wände wurden in Mattverglasung installiert.

Holz- und Steinsimse, die die Keramikwandverkleidung des Ritualbads und der Badekabinen krönen, wurden gereinigt und repariert und ergänzt sowie mit Deckfarben in der Farbe Puderrosa nach dem Muster NCS D1 09.53 gestrichen.

Die nahtlos verlegte Keramikwandverkleidung des Ritualbads wurde gereinigt, repariert und im Material des Originalherstellers und vorhandenen Format 7,2/12,2 cm und in der Farbe écru ergänzt.

Bei den Wandflächen des Ritualbads ohne Verkleidung erfolgte die Entfernung der bestehenden Malbeschichtung und ein Neuanstrich mit Silikatfarbe in der Farbe Puderrosa nach dem Muster NCS D6.05.69.

Die Innenwände der Becken des Ritualbads und der Badekabinen wurden gereinigt und mit identischem Material ergänzt.

Allen Ergänzungen der Wände in den Badekabinen und des Ritualbads ging eine Bestandsaufnahme mit genauer Vermessung der Fliesen voran, da diese sehr unterschiedlich sind und sich nicht wiederholen (Badewannen, Ritualbecken).

Die Stahlbalustrade des Ritualbads ist in Graphit-Farbe RAL 7046 nach historischem Muster gefasst (auf der Grundlage von Archivfotos).

Die Sanitäranlagen wurden mit dem System der unterstützten Gravitationsventilation ausgestattet. Der Hauptsaal erhielt eine mechanische Be- und Entlüftung, und die Badekabinen habe eine mechanische Entlüftung erhalten. Die Luftzufuhrvorrichtung ist an der Wand des Innenhofs angebracht und die Ausstoßvorrichtung im bestehenden Schornsteinkanal, die über das Dach hinausführt.

Das gesamte Maßnahmenpaket Gebetssaal „Schul“, Mikwe und Kellerräume hat ein Kostenvolumen von rund 764.000,00 €. Auf die Sanierung und Wiederherstellung der Mikwe entfallen über 420.000,00 € inkl. technische Wiederherstellung des Ritualbadbetriebs und Realisierung der Multimedia-Ausstellung, für die 197.000,00 € an EU-Mitteln zur Verfügung gestellt wurden. Die Kosten für die Mikwe-Restaurierungsarbeiten, die im Zeitraum 2017 und 2018 in zwei Bauabschnitten vollständig zur Ausführung kamen, betrugen über 220.000,00 € brutto.

Der BA 1 – 2017 belief sich auf Bruttokosten von 165.000,00 €, finanziert mit 99.000,00 € Stadt Breslau / Wrocław, 21.000,00 € Bauherr Bente Kahan Stiftung (Fundacja Bente Kahan (FBK)) sowie 45.000,00 € von der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) mit der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz als Maßnahmenträger für diesen Zuwendungsbetrag. Der Leistungsinhalt des BA 1 umfasste die Sanierung von Simsen, Pfeilern und Keramikwandverkleidung, die Rekonstruktion der gusseisernen Balustrade (anhand von historischem Fotomaterial), und Teilen der Beckenanlage, die Wiederherstellung der Fenster sowie die Restaurierung verschiedener Ausstattungsteile. Die bewilligten BKM-Mittel 2017 wurden explizit verwendet für die anteilige Finanzierung der Restaurierung der historischen keramischen Wandfliesen und die Rekonstruktion der gusseisernen Balustrade.

Die Kosten für den DPS-relevanten BA 2 – 2018 betrugen rund 60.685,00 € brutto gesamt, finanziert mit 15.000,00 € EU-Mittel (European Regional Development Fund ERDF), 685,00 € Stadt Breslau / Wrocław und bewilligten weiteren 45.000,00 € von BKM wiederum mit der DPS als Maßnahmenträger. Der Leistungsinhalt des BA 2 umfasste die Putz- und Malerarbeiten sowie die Sanierung der Fußböden, für dessen anteilige Förderung auch die BKM-Mittel 2018 vorgesehen waren.

Am 13.10.2018 wurde die Mikwe mit einem festlichen Abendprogramm in Anwesenheit zahlreicher Gäste feierlich wiedereröffnet. Und auch der Einladung zu einem Tag der offenen Tür am Sonntag, den 14.10.18 sind viele Breslauer und Besucher der Stadt gefolgt.

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Im Ritualbad ist eine speziell entworfene Multimedia-Ausstellung mit dem Titel „Jüdischer Kalender“ installiert, die nicht zur Fördermaßnahme der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz zählt. Dabei geht es darum, Rhythmen jüdischen Lebens (das Leben von der Geburt bis zum Tod) und jüdischer Feiertage darzustellen. Das Angebot steht im Verbund mit der im Gebetssaal „Schul“ vorgesehenen Ausstellung von zwei Büchern von Hagada Breslau von 1768 und eine Kopie von Breslau mahzor aus dem Jahr 1830 einschließlich Erzählung sowie einem Filmangebot in den 2017/18 sanierten Kellerräumen, und zwar die Präsentation des Films „Geschichte in die Wand geritzt “Wallstraße 13“ und untergehende Objekte des jüdischen Erbes“. Der Dreiklang wird untersetzt mit einem Bildungsangebot („Unterrichtsstunden über Menschen und Holocaust“) und Workshopangebot (Tanz-, Musik-, Kunstworkshops für Kinder und Jugendliche).

Durch Umsetzung des Nutzungskonzepts sollen die Besucherzahlen der Synagoge Zum Weißen Storch gesteigert und dadurch die Erhaltung des einzigartigen Kulturerbes für künftige Generationen gesichert sowie die touristische Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Breslau und der Region Niederschlesien im Rahmen des Programms Kulturpfade der vier Gotteshäuser in Breslau im Komplex gestärkt werden. Ein weiterer Grund für die Realisierung des Projekts ist, dass das Potenzial des Synagogenkomplexes bislang nicht ausreichend für die kulturelle Arbeit genutzt wurde. In den restaurierten historischen Räumen der Synagoge wird künftig ein attraktives Multimedia- und Ausstellungsangebot vorgehalten. Bereits jetzt ist der Synagogenkomplex Zum Weißen Storch ein dynamisch entwickeltes Zentrum der jüdischen Kultur, in dem zahlreiche Ausstellungen, Konzerte, Vernissagen, Theateraufführungen, Workshops und Begegnungen stattfinden. Die Sanierung der Mikwe und Kellerräume und das dadurch entstehende neue Kulturangebot multipliziert diesen Effekt.

Dies passt zur Strategie der Stadt Breslau, sich als „Stadt der Begegnung – Stadt die eint“ zu präsentieren. Die niederschlesische Metropole an der Oder will Stadt vieler Kulturen sein, in der Steine und Bücher „in unterschiedlichen Sprachen“ sprechen.

Die Multimedia-Präsentation erfolgt mittels Videoprojektoren mit hoher Auflösung. Für die Kalender-Präsentation gibt es ein Beschallungssystem mit mehreren Kanälen, wodurch mehrere Sprachen wiedergegeben werden können. Außerdem sollen im Vorraum der Mikwe noch sechs Multimedia-Terminals mit Tablets für Filmpräsentationen und die Arbeit der Workshops installiert werden.

Ebenso nicht zur DPS-Fördermaßnahme jedoch zu dem Gesamtmaßnahmenpaket von Jüdische Gemeinde und Bente Kahan Stiftung „Sanierung und Revitalisierung Gebetssaal „Schul“, Mikwe und Kellerräume“ zählte die Schaffung von Flächen für Ausstellungen und Audio-Visuelle-Systeme in den Kellerräumen. Den Zugang zu den Kellerräumen mit rund 400 qm Nutzfläche gewährleisten zwei Treppenhäuser, von denen eines behindertengerecht mit Fahrstuhl ausgestattet ist. Der historische Raum wurde baulich hergerichtet und mit audiovisuellen Anlagen ausgestattet, um neue kulturelle Funktionen wahrnehmen zu können.

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  • Planung und Durchführung: Architekturbüro ARCHIKON, Architektin Anna Kościuk mgr inż. arch, ul. Walerego Sławka 11, PL – 51-690 Breslau / Wrocław
  • Ausführende Baufirma:  Fa. Wrobud Zabytki Sp. z o.o., PL-50-441 Wrocław
  • Fachliche Beratung: Stadtkonservator von Breslau / Wrocław, ul. Bernardyńska 5, PL – 50-156 Breslau / Wrocław
  • Bauherr: Fundacja Bente Kahan (Stiftung Bente Kahan), Ansprechpartner: Marek Mielczarek, ulica Pawła Włodkowica 5, PL – 50-072 Breslau / Wrocław
  • Eigentümer: Jüdische Gemeinde Breslau im Verband der Jüdischen Gemeinden in der Republik Polen, ulica Pawła Włodkowica 5 – 9, PL – 50-072 Breslau / Wrocław
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Krzysztof Ruchniewicz. Breslau – Synagoge „Zum Weißen Storch“, in: Deutsch-Polnisches Jugendwerk www.dpjw.org  Polsko-Niemiecka Współpraca Młodzieży www.pnwm.org

http://www.erinnerungsorte.org/andere/mpc/Memorial/mpa/pdf/mp-place/wroclaw-synagoga-pod-bialym-bocianem/

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