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KRIEFKOHL / KRZYWE KOŁO

Die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) beteiligte sich 2018 erstmals an der Restaurierung der wertvollen frühbarocken Holzausstattung der Kath. Dorfkirche "der Auffindung des Hl. Kreuzes" in Kriefkohl / Krzywe Koło bei Danzig. Die kostbare figürliche und ornamentale Holzbemalung war eine Ewigkeit unter einer weißgelben Übermalung vollumfänglich verborgen. 2019 werden die Restaurierungsarbeiten an dem wertvollen Inventar mit Mitteln der Beauftragten für Kultur und Medien und der DPS als Maßnahmenträger fortgeführt.

Die Ausstattung der Filialkirche aus dem 14. Jahrhundert in Kriefkohl / Krzywe-Kolo stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist ein kompletter, einzigartiger Inventar-Komplex mit polychromem Charakter, Vergoldungen und geschmückt mit Heiligen- und Apostelporträts. Die bemalte Holzausstattung hat einen hohen künstlerischen Wert. Neben den ikonographischen Darstellungen enthalten die Bemalungen auch Inschriften, die für die wissenschaftliche Erforschung der Geschichte der Pfarrei von Bedeutung sind.

Ausstattungsteile, die bisher nicht durch Konservierungsarbeiten gesichert werden konnten, werden ohne Fortführung der 2015 angelaufenen Restaurierung u.a. durch Schädlingsbefall weiter geschädigt und zerstört. Aufgrund des hohen historischen Wertes und der realen Gefahr der Zerstörung der in der Region von Krzywe Koło einzigartigen Kirchenausstattung ist es nach Ansicht des Pommerschen Denkmalkonservators dringend geboten, die Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten an dem noch gefährdeten Teil des Inventars fortzusetzen. 2018 gelang es der Kirchengemeinde in Güttland / Koźliny für die von ihr mit verwaltete Dorfkirche in Kriefkohl erneut Fördermittel des Polnischen Ministeriums für Kultur und das Nationalerbe zu aquirieren und darüber hinaus erstmals auch von der Bundesrepublik Deutschland mit der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) als Maßnahmenträger. Die Instandsetzungsetappe 2018 umfasste die komplette Restaurierung des Frauengestühls an der Südinnenwand (östlicher Teil) des Kirchenschiffs. Die DPS hat mit den Bundesmitteln die Restaurierung der vier Porträts an der Gestühlrückseite finanziert. Das hierbei einmal mehr erzielte überzeugende Restaurierungsergebnis führte dazu, dass als nächste Etappe in 2019 mit Mitteln des Polnischen Kulturministeriums die Kanzel restauriert und eine Neben-Kirchenbank vor dem Männergestühl an der Nordseite restauratorisch freigelegt wird, während mit einer weiteren Zuwendung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und wiederum mit der DPS als Maßnahmenträger eine erste Teilrestaurierung des Männergestühls auf der Nordseite erfolgt.

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Kriefkohl, heute Krzywe Koło, liegt in der Woiwodschaft Pommern, 9 km nördlich von Tczew (Dirschau), 13,4 km südöstlich von Pruszcz Gdański (Praust), 20 km süd-südöstlich von Gdańsk (Danzig) und 22 km westlich von Nowy Dwór Gdański (Tiegenhof). Das dem Landkreis Danzig zugehörige Dorf steht im fruchtbarsten Teil des Werder – Landes (Żuławska Ziemia), auf beiden Seiten des Flusses Mottlau (Motława). Das Dorf Kriefkohl ist ein Ortsteil der pommerelleschen Landgemeinde Zugdam / Suchy Dąb.

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Kriefkohl wurde 1363 unter dem Kulmer (Chełmno) Recht (legale kommunale Rechtsform nach Winrich von Kniprode mit den später hinzugekommenen Siedlungen Schönewiese und Freiwalde) errichtet. Zunächst waren zwei getrennte Siedlungen entstanden: die Orte Schönewiese und Freiwalde. Dank dem von dem Großmeister des Deutschen Ordens erhaltenen Lokationsprivileg wurde daraus das neue Dorf Kriefkohl (Krzywe Koło) gegründet. Bis 1793 war Kriefkohl Teil von Danzig im Königlichen Preußen (auch bekannt als Polnisches Preußen) im Königreich Polen. Bei der zweiten Polnischen Teilung 1793 wurde Danzig und das dieses umgebende Territorium Teil der Provinz Westpreußen. Kriefkohl war Bestandteil des Kreises Danzig von 1818 bis 1887 und danach des Kreises Dirschau.

Das 19. Jahrhundert war für die Siedlung ungünstig, damals gab es einen von einer großen Dürre gefolgten Flut. Die angeschwollenen Ströme der Mottlau (Motława) überfluteten die Deiche und brachen ins Dorf.

Ab 1920 wurde das Dorf Teil der freien Stadt Danzig bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, nachdem es unter Kontrolle der deutschen Naziherrschaft kam. Im Februar 1945 wurde das Dorf von Sowjetischen Truppen besetzt und anschließend Polen eingegliedert. 2014 war Kriefkohl (Krzywe Koło) ein Dorf in der Verwaltung der Gemeinde Suchy Dąb (Zugdam) im Landkreis Danzig in der Woiwodschaft Pommern in Nordpolen. Diese Landgemeinde liegt in Pommerellen (Weichselgebiet) im Gebiet des Żuławy Wiślane (Weichsel-Nogat-Delta) und im Süden der Stadt Danzig. Die Deutschordensburg im Dorf Herrengrebin (Grabiny-Zameczek), das ebenfalls zur Landgemeinde Suchy Dąb gehört, entstand in den Jahren 1404–1406. Der Ort ist nach den Besitzern des Deutschen Ordens benannt, Mönchengrebin war dagegen klösterlicher Besitz. Mit der Ersten Polnischen Teilung kam das Gemeindegebiet von Zugdam 1772 zum Königreich Preußen und zur Provinz Westpreußen. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags fiel das Gebiet nach dem Ersten Weltkrieg 1920 an die Freie Stadt Danzig. In der Folge des Zweiten Weltkriegs gelangte Westpreußen bekanntlich an Polen. Die ortsansässige Bevölkerung wurde vertrieben.

1820 zählte das Dorf Kriefkohl zusammen mit Freiwalde 343 Einwohner In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurde das Dorf von 233 Katholiken, 222 Protestanten, 5 Mennoniten und 5 Juden bewohnt und 1885 hatte es 30 Häuser und 560 Einwohner.

Die Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes in Kriefkohl wurde im 14. Jahrhundert errichtet und im 17. Jahrhundert komplett umgebaut (1685-86). 1747 erhielt der Bau einen Turm und eine Westvorhalle. 1879 wurde die Kirche außen gotisierend instand gesetzt und ihr südlich ein Kapellenanbau angefügt. Von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis 1945 gehörte die Kirchengemeinde Kriefkohl der Lutherischen Kongregation an.

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Die Dorfkirche ist geostet und erhebt sich als ziegelgedeckter Backsteinbau auf einem Feldsteinsockel. Sie besitzt kein Querhaus und ist vierachsig. Ihr Holzturm mit vorgelegter Westhalle verfügt über einen verschieferten Schaft und Helm. Ost- und Westfassade schmücken jeweils ein gotisierter Stufengiebel (an der Westseite als Bekrönung der Vorhalle). In den Kirchenaußenwänden stecken steinerne Kanonenkugeln, die eine Erinnerung an die während der schwedischen Kriege in dieser Gegend geführten Kämpfe sind. Über dem Eingang zur Vorhalle ist das Danziger Wappen zu sehen, das an einem mit Blätterkranz gehüllten Schild platziert ist.

Der Innenraum ist mit zwei Emporen aus dem 17. Jahrhundert ausgestattet, aus Holz und polychrom gefasst. Letztere sind als Orgelempore (entlang der Westinnenwand) und Galerie entlang der Nordinnenwand der Kirche angeordnet. Die von 1685 bis 1700 entstandene Innenausstattung ist reich und vollständig überkommen: Hauptaltar mit der Grablegung Christi als Ölmalerei auf Leinwand und Christus am Kreuz als Ölmalerei auf Holz, Kanzel und holzgeschnitztes Taufbecken. Bemerkenswert ist auch das üppig bemalte Kastengestühl aus dieser Zeit mit Betstühlen und Chorstühlen, in denen die reichsten Siedler aus den Niederlanden ihren Platz hatten und dass bis 2015, mit Ausnahme der zahlreichen Porträtdarstellungen an der Gestühlrückseite vor den Wänden, weiß und gelbfarben überfasst gewesen ist. Die Porträtdarstellungen zeigen beim Männergestühl an der Nordseite u.a. Jesus mit den 12 Aposteln. Bei jedem Bild wurde über dem Haupt des Heiligen eine Hausmarke angebracht, d.h. ein Zeichen geschnitzt oder gemalt mit Goldfarbe, welches den Stifter der Bank vorstellt und informiert, zu welchem Bauernhof der Platz gehört. Die gleichen Zeichen befinden sich an den Türrahmen des Frauen-Gestühls, das jeweils in kürzerer Form an der Südseite des einschiffigen Innenraums sowie an der Nordseite im Westteil angeordnet ist.

Das frühbarocke hölzerne und vollständig polychrom bemalte Gestühl ist entlang der Ostseite (Chorwand) mit den Porträtdarstellungen Hl. Jakob, Hl. Josef, Abraham und Isaak, an der Westseite mit der wiederum in Gestalt von Bildnissen gehaltenen Darstellung von Glaube, Liebe und Hoffnung sowie an der Nordseite (von Osten nach Westen) mit den Porträtdarstellungen 12 Apostel, Christus, Jungfrau Maria, Hl. Elisabeth, Salome und Maria Magdalena und schließlich an der Südseite (von Westen nach Osten) mit den Porträtdarstellungen der Hebeka, Debora, Abigail, Susanna, Ruth und von vier zunächst nicht mehr bekannten Gestalten geschmückt. Bei der Restaurierung der 4 Porträts des Frauengestühls an der Südinnenwand (östlicher Teil) im Jahre 2018 konnten davon drei durch entdeckte Inschrift auf den Bildträgern identifiziert werden, von Westen nach Osten: Prophetin Hulda, Maria (Miriam) und Hl. Elisabeth.

Der Bild-Tondo der Chordecke entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zum Inventar zählen auch zwei klassizistische Kerzenhalter aus Messing von 1832.

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Aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbilds in Verbindung mit ihrer originären frühbarocken qualitätvollen Holzausstattung kommt der Kriefkohler Dorfkirche besondere architektur- und kunstgeschichtliche Bedeutung zu.

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2015 konnte als erstes das Frauen-Gestühl im Südwesten der Kirche repariert und dessen üppige polychrome Bemalung mit figurativen Darstellungen an den Kirchenbanktüren, floraler Ornamentik an den Paneelen sowie farbiger Rahmenprofilierung an den Rückseiten und Wangen freigelegt, konserviert und restauriert werden. Zudem konnte der Steinbodenbelag unter den Bänken ausgebessert werden. Die Kosten trug maßgeblich das Polnische Ministerium für Kultur und das Nationalerbe. 2016 folgten die Konservierung und Restaurierung des Frauen-Kastengestühls mit Freilegung der ursprünglichen Bemalung im nordwestlichen Teil der Kirche und inklusive der Porträtdarstellungen an den Gestühl-Rückwänden, finanziert wiederum vor allem vom Polnischen Kulturministerium.

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Die vier Porträtdarstellungen des Frauengestühls an der Südinnenwand (östlicher Teil) der Kirche, die 2018 zu bearbeiten waren, wiesen partiell akut substanzgefährdende Feuchteschäden auf. Zudem war die Struktur der Malerei durch Holzwurmbefall und Mikroorganismen geschwächt gewesen und wies zahlreiche Läsionen und Frakturen auf. Die Porträts der Gestühl-Rückfronten waren teilweise überfasst, angeschliffen und durch angelaufene Firnis beeinträchtigt. Die Haftung des Lacks auf dem Holzträger war lokal geschwächt. Der allgemeine Zustand des Gestühls an der Südwand der Kirche im östlichen Teil war schlecht, eine Sicherung dringend erforderlich gewesen.

Die Etappe 2018 hatte ein Kostenvolumen von an die 90.000,00 € und umfasste die komplette Konservierung und Restaurierung des Frauen-Gestühls entlang der Südinnenwand der Kirche (in deren östlichem Teil). Der aus Zuwendungen von Polnisches Ministerium, Landgemeinde und Denkmalamt und mit Eigenmitteln finanzierte Teil der Etappe 2018 konzentrierte auf die Sitze, Gestühlwangen, Türen und die Vorder- und Rückwand jenes Gestühls. Mit Mitteln der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien und der DPS als Maßnahmenträger sowie wiederum kirchengemeindlichen Eigenmitteln wurden indes die Bilddarstellungen und Bildrahmen an dem Frauen-Gestühl bearbeitet.

Während es in Teil 1 der Etappe 2018 nicht zuletzt um die Freilegung der polychromen Oberflächen der Gestühlflächen ging, die (monochrom) überfasst gewesen sind, galt es für die leitende Restauratorin mgr Aleksandra Sobczyk aus Gdynia, ausgebildet an der Universität Thorn auf dem Gebiet der Restaurierung von Malerei und polychromer Skulptur, und Beata Myśliwiec und Krzysztof Krajewski als weitere Restauratoren im Team sich bei Teil 2 der Etappe 2018 mit den nur partiell und einmal überfassten, in einem schlechten Zustand befindlichen Porträtdarstellungen an der Gestühlrückseite auseinanderzusetzen. Während die Ikonographie des Frauen-Gestühls an der Südinnenwand der Kirche im westlichen Teil identifiziert ist – die Porträts zeigen die bereits 2015 restaurierten Frauenbildnisse Hebeka, Debora, Abigail, Susanna, Ruth und Salome und gehen zurück auf testamentarische Darstellungen der Matthäus Merian-Bibel – hoffte man, die Porträts des Frauen-Gestühls an der Südinnenwand im östlichen Teil der Kirche nach Entfernung der Oberflächen-Sekundärfarbfassungen identifizieren zu können. Diese Rechnung ist bekanntlich, bis auf die Ausnahme östliche Porträtdarstellung, aufgegangen. Das Maßnahmenprogramm für den von der DPS mit BKM-Mitteln geförderten Teil 2 der Etappe 2018 (Porträtdarstellungen) beinhaltete im Detail folgende restauratorischen Leistungen:

  1. Entwesung (mit Per-Xil 10)
  2. Entfernung nicht originale Oberflächenfassung Porträts
  3. Entfernung dunkler Firnis (Dowanol, Terpentin)
  4. Klebung loser Farbschollen (Oberflächenfestigung durch Wasser-Dispersion Primer AC 33 und Plextol B-500
  5. Im Fall erforderlicher Notsicherung Konsolidierung der Malschicht (Paraloid B-72, 3-5 % Toluol-Lösung
  6. Auftragung Retuschier-Firnis (Damara Terpentin-Lösing)
  7. Füllung von Fehlstellen der Holzträger der Bildwerke (Araldite SV/HV 36)
  8. Füllung der Fehlstellen bei Originalgrundierung und -Malschichten (Emulsion „venezianisch“ Grundierer)
  9. Retuschierung Malschichten – Kremer´s Pigment+, Paraloid B-82 (Ethanol-Lösung 5%) oder Kremer´s Ölfarben getrocknet auf saugfähigem Papier
  10. Schutz der originalen Malschicht – Damare Firnis
  11. Wiederanbringung der Bildwerke an ihrem Platz in der Kirche.

 

Teil 1 der Etappe 2018 umfasste an Arbeiten im Detail:

  1. Fotodokumentation Bestand Frauen-Gestühl an der Südinnenwand der Kirche in deren östlichem Teil
  2. Entnahme historischer Malproben / Farbschichten für Labortests (Farbanalysen)
  3. Entwesung Ausstattungsbestandteile von Etappe A erster Teil (2-prozentige Biotin-R-Lösung in Ethanol)
  4. Sicherung der Maloberfläche der figürlichen Darstellungen (mit 3-prozentiger PAW-Lösung und Japanpapier)
  5. Demontage südöstliches Frauen-Gestühl
  6. Reparatur, in erster Linie Erneuerung des verfaulten Holzbodenbelags unter den Bänken
  7. Entwesung mit Per-Xil 10
  8. Entfernung dreier Überfassungsmalschichten – durch chemische Methoden – Sverniciatore Eco-grint Bresciani
  9. Mechanische Entfernung der nicht originalen letzten Malschicht (die Schicht weist den gleichen Binder wie die Erstfarbfassung auf, so dass die mechanische Methode zur Bewahrung der Erstfassung die sicherste ist)
  10. Festigung und Imprägnierung des Holzträgers der Erstfarbfassung
  11. Aufarbeitung der Holzbänke
  12. Reparatur und Ergänzung des Holzträgers für die Farbfassung der Bänke (Araldite SV/HV 36)
  13. Ergänzung/Füllung der von Hohlstellen durch Verkittung traditionell mit Kreide und Knochenleim oder Kreide und Klucel G plus 5-prozentige PAW-Lösung in Wasser
  14. Retuschen an der freigelegten originalen Malfassung – maimeri Harzfarben, Kremer Pigmente mit Paraloid B-82 (in 3-prozentiger Ethanollösung)
  15. Ergänzung und Rekonstruktion originale Maloberfläche an Stellen, die nutzungsbedingt durch mechanischen Abrieb Fehlstellen erlitten hat (Sitze und Bankrückwände
  16. Schutz der freigelegten und restaurierten Originalpolychromie sowie der erfolgten Farbretuschen – mit damar Firnis und Bienenwachs plus damar Harz.

Restauratorisch mit bearbeitet worden ist die Wandzone, an der das Frauengestühl situiert ist (Südwand, östlicher Teil). Das heißt, hier wurden historische Wandputze und -polychromien gesichert.

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Das Polnische Kulturministerium hat den Förderantrag 2019 der Parafia p.w. Matki Boskiej Różańcowej in Koźliny als Eigentümerin der Dorfkirche Kriefkohl für die Maßnahmen „Restaurierung Kanzel und eines Nebengestühls vor dem Männergestühl an der nördlichen Langhausinnenwand“ mit 100.000 PLN (23.200 EUR) bewilligt. Abgesichert wird die Finanzierung der auf rund 49.000 EUR Kosten veranschlagten Teilmaßnahme mit einem Zuschuss des Woiwodschafts-Denkmalamts in Danzig und Eigenmitteln der Kirchengemeinde.

Sodann kann 2019 mit erneuter finanzieller Unterstützung aus Deutschland die Restaurierung des Männergestühls an der nördlichen Innenwand des Langhauses beginnen. Gegenstand der wiederum von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bewilligten Zuwendung mit der DPS als Maßnahmenträger ist die vollständige Freilegung, Konservierung und Restaurierung der Polychromie der Balustrade (Brüstung) und der Türen sowie die Sanierung des Holzfußbodens des Männergestühls an der nördlichen Innenwand des Langhauses als in sich geschlossene Teilmaßnahme 2019. Die für diese Teilmaßnahme veranschlagten Kosten betragen 48.265 EUR und werden finanziert mit 32.000 EUR von BKM und 16.265 EUR Eigenmittel Denkmaleigentümer Kirchengemeinde. Nach Teilmaßnahme 1 am Männergestühl Nordwand Kirchenschiff werden zwei weitere Etappen als Teilmaßnahmen 2020 und 2021 erforderlich, die die Konservierung und Restaurierung der Sitze, Rückwand mit den Porträtdarstellungen Jesus mit den 12 Aposteln und der Decke des Männergestühls an der Nordinnenwand des Langhauses beinhalten. Erst danach wird die Freilegung und Restaurierung des Männergestühls an der nördlichen Innenwand des Langhauses vollständig abgeschlossen sein.

Das Männergestühl an der Nordinnenwand ist dreimalig überfasst, ausgenommen die Porträtdarstellungen. Sie weisen partiell akut substanzgefährdende Feuchteschäden auf. Zudem ist die Struktur der Malerei durch Holzwurmbefall und Mikroorganismen geschwächt und weist zahlreiche Läsionen und Frakturen auf. Die Porträts der Gestühl-Rückfronten sind teilweise überfasst, angeschliffen und durch angelaufenen Firnis beeinträchtigt. Die Haftung des Lacks auf dem Holzträger ist lokal geschwächt. Der allgemeine Zustand des Männergestühls an der Nordinnenwand der Kirche ist schlecht und somit eine Sicherung dringend erforderlich.

Die Arbeiten, die 2019 mit wesentlicher finanzieller deutscher Beteiligung am Männergestühl Nordinnenwand laufen, sind im Detail:

  1. Fotodokumentation Bestand Männergestühl an der Nordinnenwand der Kirche
  2. Entnahme historischer Malproben / Farbschichten für Labortests (Farbanalysen)
  3. Entwesung Ausstattungsbestandteile (2-prozentige Biotin-R-Lösung in Ethanol)
  4. Demontagearbeiten
  5. Reparatur Holzfußboden unter den Bänken
  6. Entwesung mit Per-Xil 10
  7. Entfernung dreier Überfassungsmalschichten – durch chemische Methoden – Sverniciatore Eco-grint Bresciani
  8. Mechanische Entfernung der nicht originalen letzten Malschicht (die Schicht weist den gleichen Binder wie die Erstfarbfassung auf, so dass die mechanische Methode zur Bewahrung der Erstfassung die sicherste ist)
  9. Festigung und Imprägnierung des Holzträgers der Erstfarbfassung – 3-5%ige Lösung Paraloid B-72 in Toluol.
  10. Reparatur der Holzkonstruktion des Gestühls
  11.  Reparatur und Ergänzung des Holzträgers für die Farbfassung des Gestühls (große Fehlstellen in Holz, die kleineren mit dem Ersatzmittel Araldite SV/HV 36)
  12. Ergänzung/Füllung der von Hohlstellen durch Verkittung traditionell mit Kreide und Knochenleim oder Kreide und Klucel G plus 5-prozentige PAW-Lösung in Wasser
  13. Retuschen an der freigelegten originalen Malfassung – maimeri Harzfarben, Kremer Pigmente mit Paraloid B-82 (in 3-prozentiger Ethanollösung)
  14. Ergänzung und Rekonstruktion originale Maloberfläche an Stellen, die nutzungsbedingt durch mechanischen Abrieb Fehlstellen erlitten hat (Sitze und Bankrückwände (die anzuwendende Technologie hängt von Denkmalamt und Konservierungs-Komitee ab)
  15. Schutz der freigelegten und restaurierten Originalpolychromie sowie der erfolgten Farbretuschen – mit damar Firnis und Bienenwachs plus damar Harz.

 

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Das Gesamtmaßnahmenprogramm beinhaltet nach 2019 folgenden weiteren Etappen mit nachfolgender aktueller Bezeichnung:

-. Konservierung und Restaurierung einer Neben-Kirchenbank vor dem Männergestühl Nordinnenwand

-. Konservierung und Restaurierung Einzel-Gestühl an der Ostinnenwand der Kirche

-. Konservierung und Restaurierung der Doppel-Kirchenbank an der Ostinnenwand der Kirche

-. Konservierung und Restaurierung Hauptaltar

-. Konservierung und Restaurierung Polychromie und Konstruktion Sängerempore

-. Konservierung and Restaurierung hölzernes Orgelprospekt.

Die Kosten für die o.g. Folgeetappen werden auf rund 150.000 EUR inklusive Emporeninstandsetzung veranschlagt. Alle Elemente der möblierten Innenausstattung, die nach den Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten 2015-2018 unbearbeitet verblieben sind, sind dreimalig überfasst, ausgenommen die Porträtdarstellungen am Männergestühl Nordseite. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Arbeiten an der wertvollen frühbarocken Holzinnenausstattung, die in der Dichte ihres überkommenden Bestands etwas Besonderes ist, fortführen und das Gesamtinventar retten zu können! Helfen auch Sie bitte mit, das Kleinod Dorfkirche Kriefkohl als polnisch-deutsches baukulturelles Erbe durch Ihre Spende an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz für die Nachwelt zu bewahren. DPS-Spendenkonto: IBAN DE 80 8707 0024 0823 3660 00, BIC: DEUTDEDBCHE (Verwendungszweck: Dorfkirche Kriefkohl). Eine Spendenquittung stellen wir Ihnen gerne aus.

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  • Leitende Restauratorin: mgr Aleksandra Sobczyk, Gdynia mit Restauratoren Beata Myśliwiec und Krzysztof Krajewski ein Projekt-Konsortium bildend
  • Fachliche Kontrolle: Woiwodschafts-Denkmalamt, Gdańsk
  • Bauherr: Parafia p.w. Matki Boskiej Różańcowej, PL–83-022 Koźliny – vertreten durch Pfarrer ks. Proboszcz Krzysztof Zrdojewski
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