Projekte

KRIEFKOHL / KRZYWE KOŁO

Die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) beteiligte sich 2018 erstmals an der Restaurierung der wertvollen frühbarocken Holzausstattung der Kath. Dorfkirche "der Auffindung des Hl. Kreuzes" in Kriefkohl / Krzywe Koło bei Danzig. Die kostbare figürliche und ornamentale Holzbemalung war eine Ewigkeit unter einer weißgelben Übermalung vollumfänglich verborgen. 2019 und 2020 wurden die Restaurierungsarbeiten an dem kostbaren Spätrenaissance-Inventar mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) und der DPS als Maßnahmenträger fortgeführt. Und auch die Fertigstellung der Restaurierung des sog. Apostelgestühls 2021 wird mit BKM-Mitteln gefördert.

Die Ausstattung der Filialkirche aus dem 15. Jahrhundert in Kriefkohl / Krzywe-Kolo stammt aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert und ist ein komplett erhaltener, einzigartiger polychromer Inventar-Komplex, geschmückt mit Heiligen- und Apostelporträts. Die bemalte Holzausstattung hat einen hohen künstlerischen Wert. Neben den ikonographischen Darstellungen enthalten die Bemalungen auch Inschriften, die für die wissenschaftliche Erforschung der Geschichte der Pfarrei von Bedeutung sind.

Ausstattungsteile, die noch nicht durch Konservierungsarbeiten gesichert werden konnten, drohen ohne Fortführung der 2015 angelaufenen Restaurierung weiter substanzgeschädigt zu werden und dadurch verloren zu gehen. Aufgrund des hohen historischen Wertes und der realen Gefahr der Zerstörung der in der Region von Krzywe Koło einzigartigen Kirchenausstattung ist es nach Ansicht des Pommerschen Denkmalkonservators dringend geboten, die Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten an dem noch gefährdeten Teil des Inventars fortzusetzen.

2018 gelang es der Kirchengemeinde in Güttland / Koźliny für die von ihr mit verwaltete Dorfkirche in Kriefkohl erneut Fördermittel des Polnischen Ministeriums für Kultur und das Nationalerbe zu aqirieren und darüber hinaus erstmals auch von der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) als Maßnahmenträger. Die Instandsetzungsetappe 2018 umfasste die komplette Restaurierung des Frauengestühls an der Südinnenwand (östlicher Teil) des Kirchenschiffs. Die DPS hat mit den Bundesmitteln die Restaurierung der vier Porträts an der Gestühlrückseite finanziert. Das hierbei einmal mehr erzielte überzeugende Restaurierungsergebnis führte dazu, dass als nächste Etappe in 2019 mit Mitteln des Polnischen Kulturministeriums die Kanzel restauriert und eine Neben-Kirchenbank vor dem Männergestühl an der Nordseite restauratorisch freigelegt wurden, während mit einer weiteren Zuwendung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und wiederum mit der DPS als Maßnahmenträger 2019 die Konservierung und Restaurierung der Balustrade des Männergestühls an der Nordwand (sog. Apostelgestühl) mit Freilegung der Bemalung als Teilrestaurierungsetappe 1 erfolgte. Bei der Etappe 2020 konnte sodann mit BKM-Mitteln der erste Teil der Aposteldarstellungen an der Rückwand des sog. Apostelgestühls restauriert werden. 2021 wird wiederum mit BKM-Fördermitteln und DPS Teil 2 der Aposteldarstellungen bearbeitet und damit die Restaurierung des sog. Apostelgestühls abgeschlossen. Ebenfalls 2021 startet mit Förderung des Polnischen Ministeriums für Kultur und das Nationalerbe die Freilegung, Konservierung und Restaurierung der wiederum unter einer vergilbten weißen Lackschicht verborgenen Bemalung der Emporenbrüstung sowie mit Mitteln des Marschallamts die Freilegung, Konservierung und Restaurierung der Polychromie des  Nebengestühls, das vor dem Apostelgestühl zum Chor hin steht.

Ausklappen/Einklappen

Kriefkohl, heute Krzywe Koło, liegt in der Woiwodschaft Pommern, 9 km nördlich von Tczew (Dirschau), 13,4 km südöstlich von Pruszcz Gdański (Praust), 20 km süd-südöstlich von Gdańsk (Danzig) und 22 km westlich von Nowy Dwór Gdański (Tiegenhof). Das dem Landkreis Danzig zugehörige Dorf steht im fruchtbarsten Teil des Werder – Landes (Żuławska Ziemia), auf beiden Seiten des Flusses Mottlau (Motława). Das Dorf Kriefkohl liegt am Touristenweg Danzig – Żuławy (Gebiet des Weichsel-Nogat-Deltas) und ist ein Ortsteil der pommerelleschen Landgemeinde Zugdam / Suchy Dąb.

Ausklappen/Einklappen

Kriefkohl wurde 1363 unter dem Kulmer (Chełmno) Recht (legale kommunale Rechtsform nach Winrich von Kniprode mit den später hinzugekommenen Siedlungen Schönewiese und Freiwalde) errichtet. Zunächst waren zwei getrennte Siedlungen entstanden: die Orte Schönewiese und Freiwalde. Dank dem von dem Großmeister des Deutschen Ordens erhaltenen Lokationsprivileg wurde daraus das neue Dorf Kriefkohl (Krzywe Koło) gegründet. Bis 1793 war Kriefkohl Teil von Danzig im Königlichen Preußen (auch bekannt als Polnisches Preußen) im Königreich Polen. Bei der zweiten Polnischen Teilung 1793 wurde Danzig und das dieses umgebende Territorium Teil der Provinz Westpreußen. Kriefkohl war Bestandteil des Kreises Danzig von 1818 bis 1887 und danach des Kreises Dirschau.

Das 19. Jahrhundert war für die Siedlung ungünstig, damals gab es einen von einer großen Dürre gefolgten Flut. Die angeschwollenen Ströme der Mottlau (Motława) überfluteten die Deiche und brachen ins Dorf.

Ab 1920 wurde das Dorf Teil der freien Stadt Danzig bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, nachdem es unter Kontrolle der deutschen Naziherrschaft kam. Im Februar 1945 wurde das Dorf von Sowjetischen Truppen besetzt und anschließend Polen eingegliedert. 2014 war Kriefkohl (Krzywe Koło) ein Dorf in der Verwaltung der Gemeinde Suchy Dąb (Zugdam) im Landkreis Danzig in der Woiwodschaft Pommern in Nordpolen. Diese Landgemeinde liegt in Pommerellen (Weichselgebiet) im Gebiet des Żuławy Wiślane (Weichsel-Nogat-Delta) und im Süden der Stadt Danzig. Die Deutschordensburg im Dorf Herrengrebin (Grabiny-Zameczek), das ebenfalls zur Landgemeinde Suchy Dąb gehört, entstand in den Jahren 1404–1406. Der Ort ist nach den Besitzern des Deutschen Ordens benannt, Mönchengrebin war dagegen klösterlicher Besitz. Mit der Ersten Polnischen Teilung kam das Gemeindegebiet von Zugdam 1772 zum Königreich Preußen und zur Provinz Westpreußen. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags fiel das Gebiet nach dem Ersten Weltkrieg 1920 an die Freie Stadt Danzig. In der Folge des Zweiten Weltkriegs gelangte Westpreußen bekanntlich an Polen. Die ortsansässige Bevölkerung wurde vertrieben.

1820 zählte das Dorf Kriefkohl zusammen mit Freiwalde 343 Einwohner In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurde das Dorf von 233 Katholiken, 222 Protestanten, 5 Mennoniten und 5 Juden bewohnt und 1885 hatte es 30 Häuser und 560 Einwohner.

Die Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes in Kriefkohl wurde im 14. Jahrhundert als gotische  Holzkapelle errichtet, im 15. Jahrhundert erweitert und im 17. Jahrhundert komplett umgebaut (1685-87). 1747 erhielt der Bau einen Turm und eine Westvorhalle. 1879 wurde die Kirche außen gotisierend instand gesetzt und ihr südlich ein Kapellenanbau angefügt. Von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis 1945 gehörte die Kirchengemeinde Kriefkohl der Lutherischen Kongregation an.

Ausklappen/Einklappen

Die Dorfkirche ist geostet und erhebt sich als ziegelgedeckter Backsteinbau auf einem Feldsteinsockel. Sie besitzt kein Querhaus und ist vierachsig. Ihr Holzturm mit vorgelegter Westhalle verfügt über einen verschieferten Schaft und Helm. Ost- und Westfassade schmücken jeweils ein gotisierter Stufengiebel (an der Westseite als Bekrönung der Vorhalle). In den Kirchenaußenwänden stecken steinerne Kanonenkugeln, die eine Erinnerung an die während der schwedischen Kriege in dieser Gegend geführten Kämpfe sind. Über dem Eingang zur Vorhalle ist das Wappen von Danzig zu sehen, das auf einem Schild mit Blätterkranz platziert ist.

Der Innenraum ist mit zwei Emporen aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert ausgestattet, aus Holz und polychrom gefasst. Letztere sind als Orgelempore (entlang der Westinnenwand) und Galerie entlang der Nordinnenwand der Kirche angeordnet. Die Innenausstattung ist reich und vollständig überkommen: Hauptaltar mit der Grablegung Christi als Ölmalerei auf Leinwand und Christus am Kreuz als Ölmalerei auf Holz, Kanzel und holzgeschnitztes Taufbecken. Bemerkenswert sind auch die üppig bemalten Kastengestühle aus dieser Zeit mit Betstühlen und Chorstühlen, in denen die reiche Siedler aus den Niederlanden ihren Platz hatten und die bis 2015, mit Ausnahme der zahlreichen Porträtdarstellungen an der Gestühlrückwänden, weißcremig / eiergelbfarben überfasst gewesen sind. Die Porträtdarstellungen zeigen bei dem Männergestühl an der Nordseite u.a. Jesus mit den 12 Aposteln, weshalb dieses Gestühl auch Apostelgestühl genannt wird. Hier wurde bei jedem Bild über dem Haupt des Heiligen eine Hausmarke angebracht, d.h. ein Zeichen geschnitzt oder gemalt mit Goldfarbe, welches den Stifter der Bank vorstellt und informiert, zu welchem Bauernhof der Platz gehört. Die gleichen Zeichen befinden sich an den Türrahmen des Frauen-Gestühls, das jeweils in kürzerer Form an der Südseite des einschiffigen Innenraums sowie an der Nordseite im Westteil angeordnet ist.

Das frühbarocke hölzerne und vollständig polychrom bemalte Gestühl ist entlang der Ostseite (Chorwand) mit den Porträtdarstellungen Hl. Jakob, Hl. Josef, Abraham und Isaak, an der Westseite mit der wiederum in Gestalt von Bildnissen gehaltenen Darstellung von Glaube, Liebe und Hoffnung sowie an der Nordseite (von Osten nach Westen) mit den Porträtdarstellungen 12 Apostel, Christus, Jungfrau Maria, Hl. Elisabeth, Salome und Maria Magdalena und schließlich an der Südseite (von Westen nach Osten) mit den Porträtdarstellungen der Hebeka, Debora, Abigail, Susanna, Ruth und von vier zunächst nicht mehr bekannten Gestalten geschmückt. Bei der Restaurierung der 4 Porträts des Frauengestühls an der Südinnenwand (östlicher Teil) im Jahre 2018 konnten deren drei durch entdeckte Inschrift auf den Bildträgern identifiziert werden, von Westen nach Osten: Prophetin Hulda, Maria (Miriam) und Hl. Elisabeth.

Es taucht an mehreren Stellen der Holzausstattung die Jahreszahl 1687 auf. Der Bild-Tondo der Chordecke entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zum Inventar zählen auch zwei klassizistische Kerzenhalter aus Messing von 1832.

Ausklappen/Einklappen

Aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbilds in Verbindung mit ihrer originären frühbarocken qualitätvollen polychromen Holzausstattung kommt der Kriefkohler Dorfkirche besondere architektur- und kunstgeschichtliche Bedeutung zu.

Auf der Internetseite von Gdynia Kulturalna heißt es durch die beachtlichen Restaurierungsergebnisse, die in den letzten Jahren erzielt werden konnten, 2020: „Die Kirche in Krzywe Koło sollte heute ein „Muss“ auf dem Touristenweg Danzig – Żuławy (Gebiet des Weichsel-Nogat-Deltas, Anm. DPS) werden und eine Quelle des Stolzes für alle Bewohner Pommerns sein.“

Ausklappen/Einklappen

2015 konnte als erstes das Frauen-Gestühl im Südwesten der Kirche repariert und dessen üppige polychrome Bemalung mit figurativen Darstellungen an den Kirchenbanktüren, floraler Ornamentik an den Paneelen sowie farbiger Rahmenprofilierung an den Rückseiten und Wangen freigelegt, konserviert und restauriert werden. Zudem konnte der Steinbodenbelag unter den Bänken ausgebessert werden. Die Kosten trug maßgeblich das Polnische Ministerium für Kultur und das Nationalerbe. 2016 folgten die Konservierung und Restaurierung des Frauen-Kastengestühls mit Freilegung der ursprünglichen Bemalung im nordwestlichen Teil der Kirche und inklusive der Porträtdarstellungen an den Gestühl-Rückwänden, finanziert wiederum vor allem vom Polnischen Kulturministerium.

Ausklappen/Einklappen

Die vier Porträtdarstellungen des Frauengestühls an der Südinnenwand (östlicher Teil) der Kirche, die 2018 zu bearbeiten waren, wiesen partiell akut substanzgefährdende Feuchteschäden auf. Zudem war die Struktur der Malerei durch Holzwurmbefall und Mikroorganismen geschwächt gewesen und wies zahlreiche Läsionen und Frakturen auf. Die Porträts der Gestühl-Rückfronten waren teilweise überfasst, angeschliffen und durch angelaufene Firnis beeinträchtigt. Die Haftung des Lacks auf dem Holzträger war lokal geschwächt. Der allgemeine Zustand des Gestühls an der Südwand der Kirche im östlichen Teil war schlecht, eine Sicherung dringend erforderlich gewesen.

Die Etappe 2018 hatte ein Kostenvolumen von an die 90.000,00 € und umfasste die komplette Konservierung und Restaurierung des Frauen-Gestühls entlang der Südinnenwand der Kirche (in deren östlichem Teil). Der aus Zuwendungen von Polnisches Ministerium, Landgemeinde und Denkmalamt und mit Eigenmitteln finanzierte Teil der Etappe 2018 konzentrierte auf die Sitze, Gestühlwangen, Türen und die Vorder- und Rückwand jenes Gestühls. Mit Mitteln der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien und der DPS als Maßnahmenträger sowie wiederum kirchengemeindlichen Eigenmitteln wurden indes die Bilddarstellungen und Bildrahmen an dem Frauen-Gestühl bearbeitet.

Während es in Teil 1 der Etappe 2018 nicht zuletzt um die Freilegung der polychromen Oberflächen der Gestühlflächen ging, die (monochrom) überfasst gewesen sind, galt es für die leitende Restauratorin mgr Aleksandra Sobczyk aus Gdynia, ausgebildet an der Universität Thorn auf dem Gebiet der Restaurierung von Malerei und polychromer Skulptur, und Beata Myśliwiec und Krzysztof Krajewski als weitere Restauratoren im Team sich bei Teil 2 der Etappe 2018 mit den nur partiell und einmal überfassten, in einem schlechten Zustand befindlichen Porträtdarstellungen an der Gestühlrückseite auseinanderzusetzen. Während die Ikonographie des Frauen-Gestühls an der Südinnenwand der Kirche im westlichen Teil identifiziert ist – die Porträts zeigen die bereits 2015 restaurierten Frauenbildnisse Hebeka, Debora, Abigail, Susanna, Ruth und Salome und gehen zurück auf testamentarische Darstellungen der Matthäus Merian-Bibel – hoffte man, die Porträts des Frauen-Gestühls an der Südinnenwand im östlichen Teil der Kirche nach Entfernung der Oberflächen-Sekundärfarbfassungen identifizieren zu können. Diese Rechnung ist bekanntlich, bis auf die Ausnahme östliche Porträtdarstellung, aufgegangen. Das Maßnahmenprogramm für den von der DPS mit BKM-Mitteln geförderten Teil 2 der Etappe 2018 (Porträtdarstellungen) beinhaltete im Detail folgende restauratorischen Leistungen:

  1. Entwesung (mit Per-Xil 10)
  2. Entfernung nicht originale Oberflächenfassung Porträts
  3. Entfernung dunkler Firnis (Dowanol, Terpentin)
  4. Klebung loser Farbschollen (Oberflächenfestigung durch Wasser-Dispersion Primer AC 33 und Plextol B-500
  5. Im Fall erforderlicher Notsicherung Konsolidierung der Malschicht (Paraloid B-72, 3-5 % Toluol-Lösung
  6. Auftragung Retuschier-Firnis (Damara Terpentin-Lösing)
  7. Füllung von Fehlstellen der Holzträger der Bildwerke (Araldite SV/HV 36)
  8. Füllung der Fehlstellen bei Originalgrundierung und -Malschichten (Emulsion „venezianisch“ Grundierer)
  9. Retuschierung Malschichten – Kremer´s Pigment+, Paraloid B-82 (Ethanol-Lösung 5%) oder Kremer´s Ölfarben getrocknet auf saugfähigem Papier
  10. Schutz der originalen Malschicht – Damare Firnis
  11. Wiederanbringung der Bildwerke an ihrem Platz in der Kirche.

Teil 1 der Etappe 2018 umfasste an Arbeiten im Detail:

  1. Fotodokumentation Bestand Frauen-Gestühl an der Südinnenwand der Kirche in deren östlichem Teil
  2. Entnahme historischer Malproben / Farbschichten für Labortests (Farbanalysen)
  3. Entwesung Ausstattungsbestandteile von Etappe A erster Teil (2-prozentige Biotin-R-Lösung in Ethanol)
  4. Sicherung der Maloberfläche der figürlichen Darstellungen (mit 3-prozentiger PAW-Lösung und Japanpapier)
  5. Demontage südöstliches Frauen-Gestühl
  6. Reparatur, in erster Linie Erneuerung des verfaulten Holzbodenbelags unter den Bänken
  7. Entwesung mit Per-Xil 10
  8. Entfernung dreier Überfassungsmalschichten – durch chemische Methoden – Sverniciatore Eco-grint Bresciani
  9. Mechanische Entfernung der nicht originalen letzten Malschicht (die Schicht weist den gleichen Binder wie die Erstfarbfassung auf, so dass die mechanische Methode zur Bewahrung der Erstfassung die sicherste ist)
  10. Festigung und Imprägnierung des Holzträgers der Erstfarbfassung
  11. Aufarbeitung der Holzbänke
  12. Reparatur und Ergänzung des Holzträgers für die Farbfassung der Bänke (Araldite SV/HV 36)
  13. Ergänzung/Füllung der von Hohlstellen durch Verkittung traditionell mit Kreide und Knochenleim oder Kreide und Klucel G plus 5-prozentige PAW-Lösung in Wasser
  14. Retuschen an der freigelegten originalen Malfassung – maimeri Harzfarben, Kremer Pigmente mit Paraloid B-82 (in 3-prozentiger Ethanollösung)
  15. Ergänzung und Rekonstruktion originale Maloberfläche an Stellen, die nutzungsbedingt durch mechanischen Abrieb Fehlstellen erlitten hat (Sitze und Bankrückwände
  16. Schutz der freigelegten und restaurierten Originalpolychromie sowie der erfolgten Farbretuschen – mit damar Firnis und Bienenwachs plus damar Harz.

Restauratorisch mit bearbeitet worden ist die Wandzone, an der das Frauengestühl situiert ist (Südwand, östlicher Teil). Das heißt, hier wurden historische Wandputze und -polychromien gesichert.

Ausklappen/Einklappen

Vom Polnischen Kulturministerium wurde der Förderantrag 2019 der Parafia p.w. Matki Boskiej Różańcowej in Koźliny als Eigentümerin der Dorfkirche Kriefkohl für die Maßnahmen „Restaurierung Kanzel und eines Nebengestühls vor dem Männergestühl (sog. Apostelgestühl) an der nördlichen Langhausinnenwand“ mit 100.000 PLN (23.200 EUR) bewilligt. Abgesichert wurde die Finanzierung der auf rund 49.000 EUR Kosten veranschlagten Teilmaßnahme mit einem Zuschuss des Woiwodschafts-Denkmalamts in Danzig und Eigenmitteln der Kirchengemeinde. Die Fördermaßnahme konnte im Oktober 2019 erfolgreich beendet werden.

Sodann konnte 2019 mit erneuter finanzieller Unterstützung aus Deutschland die Restaurierung des Männergestühls (sog. Apostelgestühl) an der nördlichen Innenwand des Langhauses beginnen. Gegenstand der wiederum von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bewilligten Zuwendung mit der DPS als Maßnahmenträger war die vollständige Konservierung und Restaurierung der Balustrade dieses sog. Apostelgestühls mit vollständiger Freilegung der Polychromien, Instandsetzung der Türen in der Brüstung sowie Sanierung des Holzfußbodens als in sich geschlossene Teilmaßnahme 2019. Die für diese Teilmaßnahme veranschlagten Kosten betrugen rund 48.000 EUR und wurden finanziert mit 32.000 EUR von der Beauftragten für Kultur und Medien der deutschen Bundesregierung und 16.000 EUR Eigenmittel Denkmaleigentümer Kirchengemeinde.

Ausgeführt wurden die Restaurierungsarbeiten von dem bewährten Restauratorenkonsortium Aleksandra Sobczyk (Leiterin), Beata Myśliwiec und Krzysztof Krajewski. Sie sind seit vielen Jahren ein Restauratorenteam, das Projekte wie die Restaurierung der polychromen Decke im Presbyterium der Kirche von St. Wojciech in Danzig mit Preis 2011, die Restaurierung des Epitaphs von Adelgund Zappio, des Epitaphs von Fabricius und Stalli des Großen Konzils aus der Kirche St. Johannes in Danzig, die Restaurierung des Hauptaltars der Kirche St. Jakob in Danzig – Oliwa und die Restaurierung von Wandmalereien im Gebäude des Hauses des schwedischen Seemanns in Gdingen – vormals Schwedisches Konsulat heute Sitz der städtischen Einrichtung „Kulturkonsulat“ – realisiert hat. Die Tischlerarbeiten übernahm Sławomir Szyszkowski.

Nach Teilmaßnahme 1 am Männergestühl Nordwand Kirchenschiff wurden zwei weitere Etappen als Teilmaßnahmen 2020 und 2021 erforderlich, die die Konservierung und Restaurierung der Sitze, Rückwand mit den Porträtdarstellungen Jesus mit den 12 Aposteln und der Decke des Männergestühls an der Nordinnenwand des Langhauses beinhalten. Erst danach ist die Freilegung und Restaurierung des sog. Apostelgestühls an der nördlichen Innenwand des Langhauses vollständig abgeschlossen.

Das Männergestühl an der Nordinnenwand war vier- respektive teilweise dreimal überfasst, ausgenommen die Apostelportäts an der Rückwand. Es wies partiell akut substanzgefährdende Feuchteschäden auf. Zudem war die Struktur der Malerei durch Holzwurmbefall und Mikroorganismen geschwächt und wies zahlreiche Läsionen und Frakturen auf. Die Gestühl-Rückfront war im Bereich der Porträtrahmungen überfasst. Die Porträtdarstellungen sind angeschliffen und durch angelaufenen Firnis beeinträchtigt. Die Haftung des Lacks auf dem Holzträger ist lokal geschwächt. Der allgemeine Zustand des Männergestühls an der Nordinnenwand der Kirche erwies sich als schlecht, und somit eine Sicherung dringend erforderlich.

Die Arbeiten, die 2019 mit wesentlicher finanzieller deutscher Beteiligung am Männergestühl Nordinnenwand liefen, waren im Detail:

  1. Fotodokumentation Bestand Männergestühl an der Nordinnenwand der Kirche
  2. Entnahme historischer Malproben / Farbschichten für Labortests (Farbanalysen)
  3. Entwesung Ausstattungsbestandteile (2-prozentige Biotin-R-Lösung in Ethanol)
  4. Demontagearbeiten
  5. Erneuerung Holzfußboden unter den Bänken
  6. Entwesung mit Per-Xil 10
  7. Entfernung von drei und teilweise vier Überfassungsmalschichten – durch chemische Methoden – Sverniciatore Eco-grint Bresciani
  8. Mechanische Entfernung der nicht originalen vorletzten Malschicht (die Schicht weist den gleichen Binder wie die Erstfarbfassung auf, so dass die mechanische Methode zur Bewahrung der Erstfassung die sicherste ist)
  9. Festigung und Imprägnierung des Holzträgers – 3-5%ige Lösung Paraloid B-72 in Toluol.
  10. Instandsetzung der Holzkonstruktion des Gestühls
  11.  Reparatur und Ergänzung des Holzträgers für die Farbfassung des Gestühls (große Fehlstellen in Holz, die kleineren mit dem Ersatzmittel Araldite SV/HV 36)
  12. Ergänzung/Füllung der von Hohlstellen durch Verkittung traditionell mit Kreide und Knochenleim oder Kreide und Klucel G plus 5-prozentige PAW-Lösung in Wasser
  13. Retuschen an der freigelegten originalen Malfassung – maimeri Harzfarben, Kremer Pigmente mit Paraloid B-82 (in 3-prozentiger Ethanollösung)
  14. Ergänzung und Rekonstruktion originale Maloberfläche an Stellen, die nutzungsbedingt durch mechanischen Abrieb Fehlstellen erlitten hat (Sitze und Bankrückwände (die anzuwendende Technologie hängt von Denkmalamt und Konservierungs-Komitee ab)
  15. Schutz der freigelegten und restaurierten Originalpolychromie sowie der erfolgten Farbretuschen – mit damar Firnis und Bienenwachs plus damar Harz.

Durch die Freilegung der Balustrade des sog. Apostelgestühls sind vier Brüstungs-Bildtafeln mit figürlichen Darstellungen und religiösen Sinnsprüchen durch im nächsten Schritt Konservierung und Restaurierung wieder in Szene gesetzt. Die vier allegorischen Darstellungen Danziger Malschule zeigen die erste Malfassung, die wohl im ausgehenden 17. Jh. entstand. Der Stil der Malerei scheint jedoch eher wie um 1640 geschaffen. Allerdings trägt das der Balustrade vorgelagerte restaurierte westliche Nebengestühl, dessen Bemalung aus der Zeit der Malerei der vier allegorischen Bildtafeln stammt, das Datum 1687, das sich auch an den Türen anderer Gestühle findet (am Altar wurden jüngst Fragmente einer ersten Malschicht in sienarot aus ca. 1640 durch Laborfarbuntersuchungen entdeckt). Freilich steht auch fest, dass lange an der Fertigstellung der Komplettausmalung der Holzausstattung gearbeitet wurde und 1687 hier der Endpunkt gewesen sein muss.

Die freigelegten und bearbeiteten Bildtafeln präsentieren, neben den vier Tafeln mit figürlichen Szenen, nach Osten sechs rein ornamental gestaltete Bildtafeln in Grisaille-Maltechnik, jeweils mit schmalen vertikalen Zwischen- (Trenn-) feldern, die  einzelne Blumengehänge (Rosen, Tulpen, Blüten von Sonnenblumen, Astern, Narzissen und mehrblättrigen Blüten) oder Fruchtgehänge (Äpfel, Birnen, Trauben) zeigen. In einer Frieszone sind über jeder figürlichen Bildtafel Kartuschen mit Sinnsprüchen darin aufgemalt. Die Paneele mit den figürlich bemalten Bildtafeln 1-2 und 4-5 weisen in diesen Kartuschen deutsche Inschriften auf einheitlichem dunklen Hintergrund (zweimal schwarzer Hintergrund mit weißer Schrift westlich und zweimal blauer Hintergrund mit goldener kalligraphischerer Schrift östlich) auf. Voneinander abgegrenzt sind die Sinnsprüche, die Bezug auf die figürlich bemalten Bildtafeln nehmen, durch die Darstellung eines geflügelte Cherubins. Die Inschriften werden in der polnischen Kunstwissenschaft als in kalligraphischer schwäbischer Sprache identifiziert.

Die Bildtafeln mit figürlicher Malerei stellen repräsentative Gemälde dar. Sie füllen wegen der Sitzbänke der vor ihnen angeordneten beiden Nebengestühle, für die sie die Wand zum Rücken-Anlehnen bilden, jeweils nicht die gesamte Bildtafel aus (ca. 4/5). Zu betrachten sind in Landschaften eingebettete Szenen mit niedrigem Horizont und in demselben Kompositionsschema:

Ein dreifarbiger Himmel und ein heller, fast gleichmäßiger Boden, getrennt durch eine dunkle Vegetation mit zwei oder drei symmetrisch verteilten, dominanten Bäumen.

Die beiden Bildtafeln östlich: Die erste Figur von links (nicht näher bezeichnetes Geschlecht) trägt eine lange Tunika und einen Schal und kommt von einem kleinen Hügel mit ausgebreiteten Armen herunter, in der rechten Hand einen Blitz haltend. Die zweite Figur (weiblich in einem langen Kleid und Mantel), hebt ihre rechte Hand in kniender Position zum Himmel. Die zweite Bildtafel, rechts daneben mit dem zentral stehenden Baum, an dessen Stamm an einer Stelle mit abgelöster Rinde in lateinischer Inschrift steht: „Amor Meus Crucifixus Est“ („meine Liebe ist der Gekreuzigte“, Wahlspruch der Hl. Brigitta) zeigt eine junge Person in einem Heiligenschein (in einer langen Tunika und einem Mantel), die den Stamm an der Stelle der lateinischen Inschrift mit links umfasst und mit einem Messer in der rechten Hand; die rechte Figur ist weiblich und sitzt (in einem hellen Blumenkleid und Mantel auf den Schultern) auf einem kleinen Hügel und stützt mit der rechten Hand ihre Brust.

Das Bild der dritten figürlich bemalten Tafel (erste Tafel westlich) lässt zwischen zwei Bäumen auf grasbewachsenem Boden eine große Kugel erkennen, die mit einem dicken horizontalen Band und hälftig mit einem Vertikalband mittig umgurtet ist. Aus ihr ragt ein Dorn mit einem aufgespießten Rad in Horizontallage und profilierten Speichen über dem auf einer  Rotationsschreibe ein Junge in einem Heiligenschein und kurzer Tunika sitzt, mit Pfeil und Bogen in den Händen; im Hintergrund sieht man einen bewölkten Himmel mit vier Kinderköpfen in den Ecken mit aufgeblasenen Wangen (Winde der vier Himmelsrichtungen). Die vierte Tafel präsentiert einen aufrecht knienden jungen Mann mit Heiligenschein und langer Tunika zwischen Zwillingsbäumen, in Dreiviertelansicht und eine hingekauerte weibliche Figur in einem einfachen Kleid und Schal, eingewickelt in einen Mantel); am unteren Bildrand rechts ist eine runde steinerne Sonnenuhr zu erkennen (heute wie der gesamte untere Bildrand verdeckt durch die Sitzbank des östlichen Nebengestühls).

Die Türen der Balustrade und deren Paneele nach Osten sind mit unfigürlichen Bildtafeln geschmückt. Vor neutralem Hintergrund aufgemalt ist jeweils ein Blumenornament (Akanthus und kleine Blumen) mit Vasen, verdrehten Ecken, Vorhängen, Quasten und Bändern, gemalt in Grisaille-Technik.

Nach der Freilegung, Konservierung und Restaurierung der Balustrade hat sich deren Farbigkeit komplett geändert. Die dominierende Hintergrundfarbe ist jetzt grau mit einem bläulichen Farbton. Paneele in Grisaille-Maltechnik haben einen wärmeren, leicht olivfarbenen Farbton. Rahmen von Bildtafeln mit figürlicher Darstellung und Hintergrund von weißen Inschriften sind schwarz gehalten. Cherubindarstellungen in der Frieszone sind schwarz und weiß sowie nach Osten wie dort die Inschriften auf blauem Grund gelbbraun gehalten. Die figürlichen Bildtafeln sind in allen Farben gehalten, Kleider in Rottönen mit einer Beimischung von Zinnober, bei den Landschaftsgrüns von Kupfergrün und in blauen Chargen als Ultramarin und Indigo.

Stilistisch bilden die Darstellungen der Balustrade des Männergestühls an der Nordwand ein homogenes Ganzes mit der Bemalung der anderen Gestühle in der Kirche. Zweifellos stammen sie, wenn nicht aus einer Hand, dann sicher aus einer lokalen Werkstatt. Hier geht es offensichtlich um eine Danziger Werkstatt. Es handelt sich um mittelwertige künstlerische Gestaltungsqualität, aber nicht ohne Charme.

Durch die bereits recht niedrige Linie des Horizonts, vor allem aber durch die Farben der Gewänder und ihrer phantasievollen Gestaltung mit den aufwendigen Verzierungen weisen die Gewänder auf Beziehungen zur manieristischen Kunst hin (in ihren Farben, die auf Violett, Blau, scharfen Rot- und Gelbtönen basieren). Auffällig ist das dunkle Grün. Egal wie konservativ die Malwerkstatt war, sie präsentierte die nordöstliche Malerei vor der großen Reform von Rubens.

Die beiden Inschriftenpaare sind ihrem Aussehen nach nicht gleichzeitig entstanden. Auch eine vollständige Interpretation der allegorischen Bildszenen steht noch aus. Die Merian-Bibel von 1630 soll die ikonografische Quelle für sie gewesen sein.

Die Dekoration von sechs nicht beschreibenden Tafeln sehen die Restauratoren als ein absolutes Novum. Obwohl letztere mit einer ähnlichen Technik und im Format der figürlichen polychromen Bildtafeln hergestellt wurden, sind sie im Inneren der Kirche etwas ganz Besonderes. Zart, aber gleichzeitig stark und dekorativ. Sie ähneln der in Europa kurz vor und nach der Mitte des 18. Jahrhunderts beliebten Chinaserie des Barock, lassen jedoch keine asiatischen (orientalischen) Motive erkennen. Verwandte Lösungen finden sich in den Werken der englischen Architekten und Innenarchitekten Adam Robert 1728-92 und Adam James 1732-94 in Stuckprojekten aus den frühen sechziger Jahren.

Das ikonografische Programm der Vorderseite der Balustrade des Männergestühls an der Nordwand ist unvollständig und im Prinzip nicht zu komplettieren. Um Mitte 18. Jahrhundert wurden die östlichen sechs der zehn Tafeln überbemalt, da der Zustand der Erstfassung sehr schlecht (manchmal nur fragmentarisch, „insular“ erhalten) war und nur beim Entfernen der sekundären Oberflächenbeschichtung beurteilt werden kann. Paradoxerweise überlebten aus Gründen der Nützlichkeit die Gemälde, die die Rückseite der Bänke der beiden Nebengestühle vor dem sog. Apostelgestühl bilden. Da die Sitze der Nebengestühle den unteren Teil des sog. Apostelgestühls bedecken, wurden die Inschriften in den oberen Friesteil der Balustrade verlegt. Ihre Lektüre ist der Schlüssel zum Verständnis der Bildbotschaften.

Dr. hab. Piotr Birecki vom Institut für Kunstgeschichte des Fachbereichs Bildende Kunst der Nicolaus-Copernicus-Universität in Toruń übersetzte sie wie folgt und gab an, dass es einen vorläufiger Text sei (mündliche Information). Erste Tafel “ Wenn Drusz und Noth als Nordwest auff mich möchte gehn, Will ich in Liebe doch zu Jesu Feste stehn.“, Zweite Tafel „Ich finde keine Musz in diesem bösen Leben, Mein Jesus ist die Ruh ihm wil ich Mich ergeben“, dritte Tafel „Die Feile, die Du hast auff mich mit Grim gericht, sind nur schwere Last, die Leib und Seel zerbricht“ und vierte Tafel Inschrift nicht identifizierbar „Du worst ein …en steszt (?) oben meine Braut, Du … Dein Gloubensschild so in den Baum gebaut“ (der Gläubige bzw. die Gemeinde wird in alten Büchern häufig als Gottes „Braut“ bezeichnet). Es sind weder alttestamentliche noch neutestamentliche Texte.

P. Birecki, ein Experte für protestantische Ikonographie findet die Inschriften nicht in evangelischen Liederbüchern dieser Zeit (z. B. in Hamburg), in Johannes Arndts im Garten Eden, in Otto van Venius, was darauf hindeutet, dass sie aus einem pietistischen Druck stammen. Darüber hinaus bemerkt er Ähnlichkeit zu Gemälden, die bis 1945 in der Marienkirche in Pruszcz Gdański (Praust) existierten.

Die Szenen zeigen keine bestimmten Personen oder Ereignisse. Sie sind eine lose Illustration der Inschriften über ihnen und in diesem Sinne allegorisch. Ihre Leitidee ist eine Erklärung des Glaubens und der Liebe zu Gott. Eine Art private Sühne. Die Charaktere, die in den Aufführungen erscheinen, sind willkürlich und symbolisch. Ein Kind in einem Heiligenschein, ist jedoch kein Heiliger, es ist nicht bekannt, ob es Botschafter Gottes ist, Attribute sind wichtiger, mit was es gekleidet und ausgestattet ist. Um die Szenen zu identifizieren, ist Cesare Ripas mythologische Ikonologie nützlicher als die christliche Ikonographie. Ein Kind in einer Tunika mit Pfeil und Bogen als Amor, aber auch eine Liebe zu Gott in einer Bildtafel, eine Sonnenuhr (heute verdeckt durch die Sitzbank östliches Nebengestühl) für den Lauf der Zeit und eine Liebe, die in der nächsten Szene gezähmt wurde, ein Blitz und ein roter Schal in der dritten Szene, Hände, die gen Himmel weisen, in einer weiteren Szene.

Aus der rein christlichen Ikonographie haben wir in der ersten Szene von Westen eine Kugel, auf dem der Salvator Mundi steht, mit Elementen einer mystischen Pflanzenpresse (assoziiert mit der Eucharistie), vier wehenden Kinderköpfen als vier Seiten der Welt oder vier Winde (eine ähnliche Bedeutungsmischung ist auch in den Darstellungen beim restaurierten Nebengestühl zu sehen. Das Symbol des Schwertes und des Olivenzweigs ist in der Wolke der zweiten Szene identifizierbar. Die lateinische Inschrift im Baum bei der vierten Szene ist ebenso entschlüsselt (s.o.). Dies ist der Titel des Fastenliedes am 24. Sonntag im Jahr (Jesaja 50: 5-9a, Ps 115: 1-2, 3-4, 5-6, 8-9 Jakob 2: 14-18 Markus 8: 27-35). Die anderen in den Bildszenen dargestellten Elemente sind rein dekorativer Art.

Ausklappen/Einklappen

2020 wurden die Restaurierung des Altars realisiert (mit Mitteln des Polnischen Ministeriums für Kultur und das Nationalerbe) und die Restaurierung des Männergestühls an der Nordwand (sog. Apostelgestühl) als Etappe 2 und wieder mit Mitteln der Beauftragten für Kultur und Medien und der DPS als Maßnahmenträger fortgesetzt. Etappe 2 beinhaltete die „Restaurierung des östlichen Gestühlteils: 7 Sitze, 7 Apostelporträts (von links nach rechts: Hl. Jakobus d.J., Hl. Bartholomäus, Hl. Andreas, Hl. Johannes, Hl. Jakob d.Ä. und Hl. Petrus), Jesusporträt und applizierte Holzschnittdekoration inkl. Freilegung Farbfassung. Das Restaurierungsprogramm lautete im Detail:

Die Rahmen der Porträts (Rückenlehnen), Sitze und Holzschnitzereien

  1. Fotodokumentation Bestand Männergestühl an der Nordinnenwand der Kirche
  2. Entnahme historischer Malproben / Farbschichten für Labortests (Farbanalysen)
  3. Entwesung Ausstattungsbestandteile (2-prozentige Biotin-R-Lösung in Ethanol)
  4. Demontagearbeiten
  5. Entwesung mit Per-Xil 10
  6. Entfernung zweier Überfassungsmalschichten – durch chemische Methoden – Sverniciatore Eco-grint Bresciani
  7. Mechanische Entfernung der nicht originalen letzten Malschicht (die Schicht weist das gleiche Bindemittel wie die Erstfarbfassung auf, so dass die mechanische Methode zur Bewahrung der Erstfassung die sicherste ist)
  8. Festigung und Imprägnierung des Holzträgers der Erstfarbfassung – 3-5%ige Lösung Paraloid B-72 in Toluol
  9. Reparatur der Holzkonstruktionen
  10. Reparatur und Ergänzung des Holzträgers für die Farbfassung des Gestühls (große Fehlstellen in Holz, die kleineren mit dem Ersatzmittel Araldite SV/HV 36)
  11. Ergänzung/Füllung der von Hohlstellen durch Verkittung traditionell mit Kreide und Knochenleim oder Kreide und Klucel G plus 5-prozentige PAW-Lösung in Wasser
  12. Retuschen an der freigelegten originalen Malfassung – maimeri Harzfarben, Kremer Pigmente mit Paraloid B-82 (in 3-prozentiger Ethanollösung)
  13. Ergänzung und Rekonstruktion originale Maloberfläche an Stellen, die nutzungsbedingt durch mechanischen Abrieb Fehlstellen erlitten hat (Sitze und Bankrückwände (die anzuwendende Technologie hängt von Denkmalamt und Konservierungs-Komitee ab)
  14. Schutz der freigelegten und restaurierten Originalpolychromie sowie der erfolgten Farbretuschen – mit damar Firnis und Bienewachs plus Damar Harz.

Die Porträts

In der zweiten Arbeitsphase wurden Fragmente der Kirchenbänke mit den Sitzen abgebaut. Die Porträts wurden während des Transports in das Restaurierungsatelier in Gdynia (Gedingen) durch Japanpapier geschützt. Maßnahmenprogramm der an den Porträtdarstellungen ausgeführten Arbeiten:

  1. Entwesung mit Per-Xil 10
  2. Reinigung Maloberflächen
  3. Entfernung dunkler Firnis (mit Dowanol, Terpentinöl)
  4. Festigung losen Farbschichten (wässrige Lösung Primal AC 33 und Plextol B-500)
  5. Bei akuten Schadensstellen – Festigung der Malschicht (mit Paraloid B-72, 3-5% Solutin in Toluol)
  6. Festigung und Imprägnierung des Holzträgers der Erstfarbfassung – 3-5%ige Lösung Paraloid B-72 in Toluol
  7. Auftragen des Retuschierfirnis (Damara-Terpentin-Öllösung)
  8. Ergänzung der beschädigten Teile des Holzträgers (mit Araldite SV / HV 36)
  9. Ergänzen der Originalgrundierung und der Malschicht (mit Emulsion „venezianische” Grundierung)
  10. Retuschen an der freigelegten originalen Malfassung – maimeri Harzfarben, Kremer Pigmente mit Paraloid B-82 (in 3-prozentiger Ethanollösung)
  11. Schutz der Malschicht – mit Damare-Firnis
  12. Wiedereinbau restaurierter Ausstattungsteile

Nach dem Abbau der Bänke mit den Gemälden und Sitzen und der Gestühlbedachung (nordöstlicher Teil) stellte sich heraus, dass der Zustand des Holzes sehr schlecht war. Nach der Sicherung der am stärksten gefährdeten Elemente mit Japanpapier wurden die Elemente ins Restaurierungsatelier transportiert. Die Desinfektionsbehandlung wurde wie geplant mit Biotin R – 2% Lösung in Ethanol und Per-Xil  10 durchgeführt. Die Desinfektionsbehandlungen wurden zweimal in Abständen wiederholt.

Die Bilddarstellungen – Bilder von Jesus, Aposteln und Wolkendarstellungen des Gestühlplafonds

Zur Erhaltung der Holzkonstruktion der Bänke wurden die mit der Fußschwelle verzahnten Holzstützen zwischen den Paneelen und die einen integralen Bestandteil der gesamten Struktur bilden, in situ belassen.

Oberflächenschmutz wurde zunächst von den Gesichtern der in der Restaurierungsetappe bearbeiteten Apostelportäts entfernt (mit weichen Pinseln und Tüchern).

Der sekundäre abgedunkelte Firnis und die sekundäre Übermalung wurden nach vorherigen Tests chemisch entfernt. Dowanol (Glykoläther) wurde als Reinigungsmittel verwendet, nach der Tropfmethode angewendet und mit Terpentinöl neutralisiert.

Während des Sekundärbeschichtungs-Entfernungsvorgangs wurde festgestellt, dass der Hintergrund aller Bilder neu gemalt worden war. Bei einigen Heiligendarstellungen betraf die Überfassung auch die Gewänder – Christus, Hl. Andreas, Hl. Jakobus d.Ä., Hl. Jakobus d.J., Hl. Johannes.

Die Entfernung der Übermalung verursachte Verluste der Erstfassung. Teile des Inkarnats (Gesichter, Hände) waren bei allen Gemälden nur leicht übermalt gewesen.

Nach dem Entfernen der Übermalung wurde der Zustand der Erstfassung von allen Bildern als schlecht bewertet – zahlreiche Abschürfungen, Verfärbungen, Beschädigungen und Abschälen von Farbfragmenten traten zutage.

Dann wurde mit der lokalen Imprägnierung der Holzkonstruktion/-stützen begonnen. Die Behandlung erfolgte nach Plan durch Injektion und Bürsten mit 5%iger Lösung von Paraloid  B-72 in Toluol.

Nach der lokalen Festigung der Konstruktionselemente wurden abschalende Fragmente der entstehungszeitlichen Malschicht verklebt (Injektion – 3%  Aqueos  Dispersion von Primal AC 33). Die ursprüngliche Malschicht wurde mit Paraloid B72 Lösung in Toluen leicht konsolidiert. Auf die Gesichter der Gemälde wurde eine Schicht von Damar-Retuschefirnis aufgetragen.

Lücken zwischen Paneelen und Stützen, die aus dem natürlichen Trocknungs- und Schrumpfungsprozess resultierten, wurden mit Balsa-Einsätzen gefüllt (das weiche Holz ermöglicht den Paneelen, bei den wechselnden Feuchtigkeitsbedingungen im Inneren der Kirche wieder zu arbeiten, ohne Gefahr zu laufen, bei den bauzeitlichen Holzstützen durch Ausdehnung Risse zu verursachen).

Auf der Rückseite der Gemälde wurden die Balsa-Ergänzungen durch geklebte Leinenstreifen entlang der Bretter verstärkt (10% Wasserdispersion von Polyvinylacetat). Kleinere Schäden am Holz an Vorder- und Rückseite der Paneele wurden mit Araldite SV/HV 36 gefüllt.

Die Schäden an der Farbschicht wurden mit Wiener Emulsions-Kitt (Venezianisches Terpentin + Kreide + 5% Wasserdispersion von Polyvinylalkohol = Knochenschwarzpigment + natürliches Umberpigment + Ockerpigment) gefüllt, wodurch die Dicke der Malschicht ausgeglichen wurde. Die Schäden an der Malschicht wurden in Öltechnik behoben, nachdem die Farbe auf dem Löschpapier abgetropft war.

Nach Abschluss der Retuschearbeiten wurde festgestellt, dass die ausgebauten Holzteile des Gestühls weiter in Bewegung sind. Trotz Bemühungen, die hohe Luftfeuchtigkeit im Restaurierungsatelier aufrechtzuerhalten (65%), schrumpften die Hölzer. Dies wurde am deutlichsten bei den Apostelporträts von St. Jacobus d.Ä., St. Jacobus d.J. und St. Bartholomeus. Es wurde beschlossen, wieder entstehende Lücken nicht zu füllen, vorausgesetzt, die restaurierten Paneele würden sich nach Rückkehr in die Kirche wieder ausdehnen.

Die Bemalung des Männergestühlplafonds wurde in zwei Schritten gereinigt. In der ersten Stufe wurde die chemische Methode zum Entfernen der Ölübermalung verwendet (Paramose-Abbeizer.  Kasein-Übermalung wurde mechanisch mit Skalpellen entfernt, nach Aufweichung der Kaseinschicht mittels Kompresse aus einer Aqueoslösung aus Ammoniumcitrat. Weitere Restaurierungsarbeiten entsprachen denjenigen, die bei den Apostoldarstellungen vorgenommen worden sind.

Firnis wurde in zwei Stufen auf die Gemälde aufgebracht – zuerst wurde eine dünne Schicht Damarlack aufgetragen, dann Acryllack („Rembrandt“).

Bänke, Sitze, Paneel-und Plafond-Rücklagen, Schnitzdekor

Nach der Desinfektion (Biotin R 2% Lösung in Ethanol, Per-Xil 10). Die Entfernung der Übermalung begann mit einem chemischen Verfahren (Paramose Abbeizer). Die Kasein-Übermalung wurde mechanisch entfernt, nachdem die Kaseinschicht mit komprimierter Aqueos-Lösung  aus Ammoniumcitrat aufgeweicht worden war.

Die unteren Bretter der Bänke, die in direkter Verbindung mit der Wand standen, wurden aufgrund des hohen Schadensgrades ersetzt.

Die geschnitzten Kartuschen über den Porträtdarstellungen von Jesus und den Aposteln  und die geschnitzten Girlanden zwischen den Gemälden wurden für die Dauer der Konservierungsarbeiten demontiert. Karikaturierte Stift-Zeichnungen wurden auf der Rückseite von Kartuschen gefunden, wahrscheinlich von Holzschnitzerschülern.

Planungsgemäß wurden die ursprüngliche Farbfassung mit einer 3%-Lösung von Paraloid B72 in Toluen konsolidiert und die Holzfehlstellen mit Araldite SV/HV 36 gefüllt.

Aufgrund zahlreicher Reparaturen und Neubemalungen der geschnitzten Elemente war es schwierig, die richtige Chronologie der Farbschichten zu interpretieren. Zweifel wurden durch die Entnahme von Proben für Labortests geklärt.

Wegen des schwachen Befunds der ursprünglichen Malschicht auf den geschnitzten Elementen wurde beschlossen, diese in Übereinstimmung mit der Farbgebung anderer Details der Innenausstattung und den Ergebnissen von Laborversuchen zu rekonstruieren. Die Farbgebung der Plafondsrücklagen und Sitze wurde in Öltechnik rekonstruiert.

Die Wand

Nach dem Abbau der Bänke an der Nordwand der Kirche wurden dort zwei Kreuze in Tondos gefunden in Tempera gemalt (Weihekreuze), wahrscheinlich aus dem Anfang des 17. Jhs. Die Wand wurde desinfiziert. Dann wurden die am meisten geschädigten Partien des Putzes entfernt. Die Putzschäden wurden mit neuem Kalksandputz (Keim Kalk-Feinputz) repariert.

Ausklappen/Einklappen

2021 erfolgt die Fertigstellung Restaurierung des sog. Apostelgestühls an der Nordwand des Kirchenschiffs (westlicher Teil: Decke, Sitze und 5 Apostelporträts inkl. Holzdekoration mit Freilegung Bemalung.

Etappe III Restaurierung sog. Apostelgestühl wird mit Mitteln der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) und DPS als Maßnahmenträger der Bundeszuwendung (rund 32.000 EUR) gefördert und hat einen Kostenumfang von rund 48.000 EUR brutto (ausfinanziert mit 16.000 EUR Eigenmitteln). Aus der Submission auf Grundlage der erfolgten beschränkten Ausschreibung als Sieger hervor ging das Konsortium Restauratorin mgr Aleksandra Sobczyk (Leiterin) und Restauratorin lic. Beata Myśliwiec aus Toruń (Thorn), das bereits zur für die Restaurierungsetappen I und II sog. Apostelgestühl und zur vollsten Zufriedenheit verantwortlich zeichnete. So findet die bis dahin eingeschlagene Restaurierungstechnik also ihre bruchlose Fortsetzung. Die Gesamtkosten Restaurierungsetappe I bis III sog. Apostelgestühl werden sich damit auf rund 142.000 EUR belaufen.

Restaurierungsetappe III „Westlicher Teil (5 Sitze, Decke, 5 Apostelporträts, applizierte Holzschnittdekoration und Farbfassung)“ beinhaltet im Detail an Arbeiten:

  1. Fotodokumentation Bestand Männergestühl an der Nordinnenwand der Kirche
  2. Entnahme historischer Malproben / Farbschichten für Labortests (Farbanalysen)
  3. Entwesung Ausstattungsbestandteile (2-prozentige Biotin-R-Lösung in Ethanol)
  4. Demontagearbeiten
  5. Entwesung mit Per-Xil 10
  6. Entfernung zweier Überfassungsmalschichten – durch chemische Methoden – Sverniciatore Eco-grint Bresciani
  7. Mechanische Entfernung der nicht originalen letzten Malschicht (die Schicht weist das gleiche Bindemittel wie die Erstfarbfassung auf, so dass die mechanische Methode zur Bewahrung der Erstfassung die sicherste ist)
  8. Festigung und Imprägnierung des Holzträgers der Erstfarbfassung – 3-5%ige Lösung Paraloid B-72 in Toluol
  9. Reparatur der Holzkonstruktionen
  10. Reparatur und Ergänzung des Holzträgers für die Farbfassung des Gestühls (große Fehlstellen in Holz, die kleineren mit dem Ersatzmittel Araldite SV/HV 36)
  11. Ergänzung/Füllung der von Hohlstellen durch Verkittung traditionell mit Kreide und Knochenleim oder Kreide und Klucel G plus 5-prozentige PAW-Lösung in Wasser
  12. Retuschen an der freigelegten originalen Malfassung – maimeri Harzfarben, Kremer Pigmente mit Paraloid B-82 (in 3-prozentiger Ethanollösung)
  13. Ergänzung und Rekonstruktion originale Maloberfläche an Stellen, die nutzungsbedingt durch mechanischen Abrieb Fehlstellen erlitten hat (Sitze und Bankrückwände (die anzuwendende Technologie hängt von Denkmalamt und Konservierungs-Komitee ab)
  14. Schutz der freigelegten und restaurierten Originalpolychromie sowie der erfolgten Farbretuschen – mit damar Firnis und Bienenwachs plus damar Harz.

Die Porträts

In der zweiten Arbeitsphase werden Fragmente der Kirchenbänke mit den Sitzen abgebaut. Die Porträts werden während des Transports in das Restaurierungsatelier in Gdynia (Gedingen) durch Japanpapier geschützt.

  • Entwesung mit Per-Xil 10
  • Reinigung Maloberflächen
  • Entfernung dunkler Firnis (mit Dowanol, Terpentinöl)
  • Festigung losen Farbschichten (wässrige Lösung Primal AC 33 und Plextol B-500)
  • Bei akuten Schadensstellen – Festigung der Malschicht (mit Paraloid B-72, 3-5% Solutin in Toluol)
  • Festigung und Imprägnierung des Holzträgers der Erstfarbfassung – 3-5%ige Lösung Paraloid B-72 in Toluol
  • Auftragen des Retuschierfirnis (Damara-Terpentin-Öllösung)
  • Ergänzung der beschädigten Teile des Holzträgers (mit Araldite SV / HV 36)
  • Ergänzen der Originalgrundierung und der Malschicht (mit Emulsion „venezianische” Grundierung)
  • Retuschen an der freigelegten originalen Malfassung – maimeri Harzfarben, Kremer Pigmente mit Paraloid B-82 (in 3-prozentiger Ethanollösung)
  • Schutz der Malschicht – mit Damare-Firnis
  • Wiedereinbau restaurierter Ausstattungsteile.

Alle Elemente der möblierten Innenausstattung, die nach den Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten 2015-2018 unbearbeitet verblieben sind, sind dreimalig überfasst, ausgenommen die Porträtdarstellungen. Diese weisen partiell akut substanzgefährdende Schäden durch vormalige Feuchte auf. Zudem ist die Struktur der Malerei durch Holzwurmbefall und Mikroorganismen geschwächt und weist zahlreiche Läsionen und Frakturen auf. Die noch zu bearbeitenden Porträts der Gestühl-Rückfronten sind teilweise zweifach überfasst, angeschliffen und durch angelaufenen Firnis beeinträchtigt.

Die Haftung der Firnis auf dem Holzträger ist lokal geschwächt. Der allgemeine Zustand des noch zu bearbeitenden westlichen Teils des Männergestühls an der Nordinnenwand der Kirche ist (ausgenommen der bereits in Etappe I durchgängig restaurierten Balustrade), schlecht und somit eine Sicherung und Restaurierung dringend erforderlich.

Ausklappen/Einklappen

Die Konservierung und Restaurierung der wertvollen Innenausstattung ist bei weitem nicht abgeschlossen. Ausstehende Etappen, die hoffentlich noch mehr Aufschluss über die nicht ganz unkomplizierte Datierung der einzigartigen polychromen Ausmalung geben, sind:

  • Konservierung und Restaurierung Einzel-Gestühl an der Ostinnenwand der Kirche
  • Konservierung und Restaurierung der Doppel-Kirchenbank an der Ostinnenwand der Kirche
  • Konservierung und Restaurierung Polychromie und Konstruktion Emporenanlage (Start 2021)
  • Konservierung und Restaurierung hölzernes Orgelprospekt.

Die Kosten für die o.g. Folgeetappen werden auf mindestens rund 110.000 EUR inklusive Emporeninstandsetzung veranschlagt. Alle Elemente der möblierten Innenausstattung, die nach den Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten 2015-2021 unbearbeitet verbleiben, sind noch durch Holz- und Malschichtschädigungen und ihre Überfassung entstellt. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Arbeiten an der wertvollen spätrenaissance-frühbarocken Holzinnenausstattung, die in der Dichte ihres überkommenden Bestands etwas ganz Besonderes ist, fortführen und das Gesamtinventar retten zu können! Helfen auch Sie bitte mit, das Kleinod Dorfkirche Kriefkohl als polnisch-deutsches baukulturelles Erbe durch Ihre Spende an die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz für die Nachwelt zu bewahren. DPS-Spendenkonto: Deutsche Bank AG Filiale Görlitz IBAN: DE 80 8707 0024 0823 3660 00, BIC/SWIFT-Code: DEUTDEDBCHE (Verwendungszweck: Dorfkirche Kriefkohl). Eine Spendenquittung stellen wir Ihnen gerne aus.

Ausklappen/Einklappen

  • Leitende Restauratorin: mgr Aleksandra Sobczyk, Gdynia mit Restauratoren Beata Myśliwiec und 2018-19 Krzysztof Krajewski ein Projekt-Konsortium bildend
  • Fachliche Kontrolle: Woiwodschafts-Denkmalamt, Gdańsk
  • Bauherr: Parafia p.w. Matki Boskiej Różańcowej, PL–83-022 Koźliny – vertreten bis 2020 durch Pfarrer ks. Proboszcz Krzysztof Zrdojewski (†), ab 2020 durch Pfarrer Proboszcz ks.Michał Ratajski
Ausklappen/Einklappen