Projekte

GIERSDORF / ŻELISZÓW

Und ebenfalls erstmals im Jahr 2018 engagiert sich die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) für die Erhaltung der „Historischen Perle“ im niederschlesischen Giersdorf / Żeliszów, die eine dem Architekten des Brandenburger Tors in Berlin, Carl Gotthard Langhans, zugeschriebene ehemalige evangelische Kirche ist, der sich die Warschauer Stiftung „Twoje Dziedzictwo“ (Dein Kulturerbe) seit 2013 angenommen hat. Das kunst- und architekturgeschichtlich bedeutsame Baudenkmal mit seinem eleganten elliptischen Emporeninnenraum war akut ruinös. Inzwischen schreitet jedoch seine Sicherung voran. Die DPS finanziert 2018 vor allem mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland den 1. Bauabschnitt Turminstandsetzung.

Die ende des 18. Jahrhunderts entstandene ehem. evang. Dorfkirche ist einer der ganz wenigen Sakralbauten in Polen mit einem ellipsenförmigen Grundriss. Nachdem die gemeinnützige Stiftung Fundacja „Twoje Dziedzictwo“ (Dein Erbe) von 2013 an die Emporen notsichern und u.a. mit Mitteln des polnischen Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe und Marschallamts der Woiewodschaft Niederschlesien die Dachkonstruktion hat partiell stabilisieren und die Dachhaut erneuern können, ist es ihr gelungen, 2018 erneut eine stattliche Zuwendung des polnischen Kulturministers für die Reparatur des Deckengewölbes und die Weitersicherung der Emporen zu erhalten. Indes konzentriert sich der von der DPS mit Bundesmitteln 2018 geförderte Teilbauabschnitt 1 Turm auf die Wiederbegehbarmachung des Turms mit Wiederherstellung des Übergangs zur ehemaligen Patronatsloge zur Nutzung als Aussichtsplattform. Interessierte Besucher sollen von hier aus, von wo der Raumeindruck besonders wirkungsvoll ist, solange die Baustellenkirche bestehen wird (voraussichtlich bis 2022) gesichert den imposanten elliptischen Innenraum und die Innenbaumaßnahmen im weiteren Verlauf betrachten und können. Als künftige Nutzung sind u.a. Veranstaltungen vorgesehen, die dem landwirtschaftlichem Charakter der Umgebung Rechnung tragen, und die eines größeren Raumes bedürfen, als dies mit dem Saal im jetzigen Dorfgemeindehaus gegeben ist. Für eine künftige Nutzung der ehemaligen Kirche als Konzertsaal engagiert sich in Zusammenarbeit mit dem Denkmaleigentümer der Görlitzer Verein Ars Augusta, Verein zur Förderung der Künste und Völkerverständigung in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec mit der griechischen Sopranistin Eleni Triada Ioannidou.

Ausklappen/Einklappen

Giersdorf, heute Żeliszów, liegt in der Woiwodschaft Niederschlesien, 10 km südwestlich der Landgemeinde Bunzlau (Bolesławiec), von der es heute ein Ortsteil bildet. Breslau ist 85 Km in östlicher Richtung entfernt. Das Dorf an einem uralten Weg nach Löwenberg (Lwówek Śląski) und in einer Höhe zwischen 210 und 245m zählt heute rund 600 Einwohner. Die ehem. Evangelische Kirche steht am südwestlichen Rand des Dorfes, das dem Powiat Bolesławiecki (Kreis Bunzlau) zugehörig ist.

Ausklappen/Einklappen

Die ehemalige Evangelische Kirche in Giersdorfer wurde 1796 bis 1797 errichtet. Der Entwurf soll auf den Architekten Carl Gotthard Langhans zurückgehen. Die Urheberschaft durch Langhans oder einen seiner Schüler ist nicht gesichert. Sie wird durch die Bauzeit und Nähe zur Kirche in Adelsdorf / Zagrodno vermutet. Namentlich ins Spiel kommt noch Baumeister Mohrenberg aus Liegnitz. Der Anbau des quadratischen Glockenturms erfolgte ab 1872. Schöpfer war ein anderer bekannter Architekt, Peter Gansel aus Bunzlau, Autor von vielen ähnlichen Steinkonstruktionen, u. a. des Turms an der Maria-Hilf-Kirche in Bunzlau / Bolesławiec.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es zwei funktionierende Kirchen im Dorf, die evangelische und in 400m Entfernung die katholische. Der Ev. Kirchenbau war viel prächtiger als die Pfarrkirche Johann-Nepomuk, die aus der Mitte des 14. Jhs. stammt und um 1600 und im 19. Jh. umgebaut wurde. Ab 1945 verfiel die verlassene evangelische Kirche von Jahr zu Jahr. Das Turmdach musste abgetragen werden, da sein Gewicht den Turmschaft statisch überstrapazierte und instabil werden ließ. Mit dem Abtragen wollte man dem Einsturz vorbeugen.

Der Innenraum der Kirche wurde ausgeplündert, von der prachtvollen Ausstattung ist nichts übriggeblieben. Nach dem Krieg noch unversehrt und im sehr guten Zustand, verfiel das Gebäude zusehends über ein halbes Jahrhundert lang. Die ehemalige Evangelische Kirche diente zunächst als Schafstall und wurde dann als Baustoffquelle genutzt. So wurden u.a. auch die Fensterrahmen herausgerissen. Die Einsturzgefahr war bald allgegenwärtig und betraf die Emporen, die Dachkonstruktion und alle Konstruktionselemente. Aus dem Grund war das Gebäude nicht mehr zugänglich. Alle Fenster- und Türöffnungen wurden aus Sicherheitsgründen zugemauert. Die originelle Deckenrotunde war eine komplette Ruine. In den 1990er Jahren ging die Kirche aus dem Staatseigentum an die Kommune Bunzlau / Bolesławiec über. Letztere war jedoch nicht in der Lage, sich um das Bauwerk zu kümmern, was eine im benachbarten Löwenberg / Lwówek Śląsk ansässige Stiftung namens „Monitoring der Denkmäler“ auf den Plan rief. Dabei ging es auch um den ehemaligen ev. Friedhof neben dem Kirchenbau – ebenso stark geschädigt und einst von einer soliden Mauer umgeben, mit einer kleinen Friedhofskapelle und einer Vielzahl bis vor Kurzem noch gut erhaltener Grabsteine und prächtiger Grufthäuser. Die Letzten sind inzwischen abgängig. Am Friedhofstor liest man noch die Inschrift: Eingang zur Ruhe“.

Die Kirche wurde am 12. Dezember 2005 unter 669/A/05 in das Verzeichnis der Baudenkmäler der Woiwodschaft Niederschlesien eingetragen.

Im Jahre 2013 wurde von der Gemeindeverwaltung Bunzlau / Bolesławiec ein Schenkungsvertrag zugunsten der im masowischen Zielonka ansässigen gemeinnützigen Stiftung „Twoje Dziedzictwo“ (Dein Erbe) unterschrieben. Die Gemeinde hat danach die denkmalgeschützte Kirche in Żeliszów samt Friedhof der Stiftung „Dein Erbe“ überlassen. Seitdem ist die Stiftung in der Pflicht, das Gebäude zu verwalten, zu sichern und zu retten.

Die bis 2018 durchgeführten Bauarbeiten haben den weiteren Verfall des Gebäudes verhindert. Der Wiederaufbau der ehemaligen Evangelischen Kirche geht voran in dem Maße, wie öffentliche Zuschüsse und von privaten Geldgebern fließen.

Ausklappen/Einklappen

Der ellipsenförmige Zentralbau misst 20 x 30m. Es handelt sich um einen verputzten Ziegelrohbau. Seine Außenfassade ist bereits klassizistisch gestaltet, das dem Gebäudegrundriss angepasste Dach mit Biberschwanzziegeln gedeckt. Der Innenraum mit seiner eleganten Ellipsenform ist mit umlaufenden zweistöckigen Holzemporen, die von runden glatten Holzsäulen getragen werden und mit ovalem Fußboden sowie Deckengewölbe als Holzkonstruktion ausgestattet. Das erste Emporengeschoss erhebt sich auf einer Rundbogenarkatur, das zweite Emporengeschoss ruht auf einer korb- bzw. mehr segmentbogenartigen Arkatur und schließt nach oben mit einer geraden Verdachung ab. Dadurch, dass die Arkaturen umlaufend sind, wirkt der kurvenreiche zentrale Innenraum ungemein formvollendet und elegant.Die mit Brüstungsfeldern geschmückten Galerien sind durch gerade Treppen erreichbar. Der elliptische respektive ovale Grundriss ist bei Carl Gotthard Langhans eine beliebte Raumform (etwa großer Salon von Schloss Romberg / Samotwór bei Breslau oder Festsaal in Schloss Bellevue, Berlin). Einst sollen bis zu 4.000 Personen in dem, bis auf den Turm, anbaulosen protestantischen Kirchenbau Platz gefunden haben.

Die Kanzel war mittig an der Nordseite des zentralen Innenraums angeordnet. Gegenüber an der Südseite in das erste Emporengeschoss integriert ist die Patronatsloge platziert. Die Orgel thronte an der Westseite zentral im zweiten Emporengeschoss.

Der an die Südseite des Saalbaues mittig angebaute hohe, charakteristische Glockenturm steht auf quadratischem Grundriss mit oktogonalem Glockengeschoss und ist mit Bunzlauer Sandstein verkleidet. Der Turmschaft ist innen in 6 Treppengeschosse aufgeteilt. Die Emporen im ersten und zweiten Obergeschoss des Kirchenschiffs werden im Turm über zwei steinernen Treppenschnecken erschlossen. Die Turmgeschosse 3 bis 5 erschließen Holztreppen, und das sechste Geschoss, Glockenstuhlebene, ist nur noch über eine Leiter zu erreichen. Am Fuße des mit neugotischen und romanisierenden Stilelementen gestalteten Turmes, rechts vom Eingang, sieht man noch den Grundstein mit der Inschrift: „Erbaut im Jahre 1872“. In der Spitze des verloren gegangenen Turmdachhelms befand sich unter dem Kreuz eine Kugel, in dem Dokumente, Geld und andere Zeitzeugnisse aufbewahrt worden waren.

Zentralbau und Turm fügen sich malerisch in die Landschaft des Dorfes ein. Dank der Kombination verschiedener Gestaltungsformen präsentiert sich die außen schlicht gehaltene Kirche mit stilvollen Elementen. Die klassizistische Fassadengestaltung verbindet sich mit neugotischen Gestaltungselementen des Turms. Der Bau weist gut entwickelte architektonische Details aus Stein auf, die eine hochwertige Verarbeitung erkennen lassen, sowie qualitätvoll gestaltetes Interieur – zweistöckige Emporen, Deckengewölbe und Fragmente der historischen Polychromie.

Ausklappen/Einklappen

Aufgrund ihrer qualitätvollen und formschönen architektonischen Gestaltung gehört die ehemalige Evangelische Kirche in Giersdorf / Żeliszów zu den beispielhaften Lösungen der schlesischen Sakralarchitektur. Das Baudenkmal hat einen besonderen wissenschaftlichen und historischen Wert, es ist ein wertvolles Forschungsbeispiel für die Geschichte der Religion und der evangelischen Sakralarchitektur in Schlesien, es wurde während der Herrschaft des protestantischen Glaubens in diesem Gebiet geschaffen. Der Bau ist zugleich ein materielles Zeugnis der Vergangenheit und ein wichtiger Bestandteil der historischen lokalen kulturellen Identität. Das Objekt ist als Zeugnis eines vergangenen Zeitalters, dessen Erhaltung aufgrund seiner historischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Werte im öffentlichen Interesse liegt, denkmalgeschützt. (aus der Eintragung im Denkmalregister)

Ausklappen/Einklappen

Noch 2013 führte der jetzige Denkmaleigentümer, die Stiftung „Twoje Dziedzictwo“ (Dein Erbe) aus eigener Kraft erste Notsicherungsarbeiten an den Emporen durch. 2014 hat die Stiftung dann mit Mitteln des polnischen Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe und Marschallamts der Woiewodschaft Niederschlesien den westlichen Teil der Dachkonstruktion stabilisieren können, dessen hier durch einen Baumaufprall kaputten Teile repariert und das gesamte Gebäude wetterfest gemacht. Von 2013 bis 2017 wurden rund 240.000,00 € (Etappen I bis IV) für Baumaßnahmen zur Erhaltung der Kirche investiert (Dachinstandsetzung und Emporennotsicherung).

2018 konnte dank einer erneuten Zuwendung des polnischen Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe von Mai bis Oktober die Etappe V Kirchenschiff realisiert werden. Sie hat einen Kostenumfang von 178.000,00 € (764.704,00 PLN), finanziert mit 700.000,00 PLN vom Ministerium für Kultur und Nationales Erbe, 60.000,00 PLN aus anderen Quellen und 4.704,00 PLN Eigenmitteln und umfasst folgende den Turm nicht mit enthaltende Arbeiten: Ausführungsplanung Emporenbauten im Bereich der ehemaligen Orgel (Westseite) und auf der Südseite – Säulen, Deckenbalken, Zwischenverbände, Gesimsbalken unter Deckengewölbe, Teil des Deckengewölbes über der Orgel, Brüstungspfosten und Handlaufhölzer, Arkadentragbögen – Abschluss der Dachsanierung (Konstruktion und Eindeckung nordwestlicher Teilbereich) – Instandsetzung Stützpfeiler und Emporenbalken im Bereich der ehem. Orgel: Säulen, Deckenbalken, Bodenbalken, Gesimsbalken unter Deckengewölbe, Teil des Deckengewölbes über der ehem. Orgel, Pfosten und Emporenhandläufe, Arkadenbögen – die Erstellung aller Emporen-Strukturen: Stützen, Deckenbalken, Balken, Zwischensäulen, Balken, Geländerpfosten und Balken, Arkadenbögen – Austausch und Wartung aller Emporenstrukturen (1. Abschnitt): Stützen, Deckenbalken, Unterzüge, Zwischensäulen-Kletterbalken, Geländerpfosten und Handlaufhölzer, Arkadenbögen. Das ovale Gewölbe mit einer Holzkonstruktion wurde bis auf die Zone der alten Orgel saniert, wo die schwer beschädigte Struktur vom Fußbodenniveau bis auf die gesamte Raumhöhe rekonstruiert werden musste. Mit vorgenannten statischen Arbeiten sollte die Sanierung der inneren Tragkonstruktion des Gebäudes (Säulen, Emporen) abgeschlossen sein.

Ausklappen/Einklappen

Zur Fertigstellung des Sanierungsarbeiten bleiben die Fassadeninstandsetzung, der Einbau der neuen Tür- und Fensterrahmen inkl. Fenster und Türen, die Ergänzung der Emporenbrüstungen und Ertüchtigung der Emporenböden und -treppen, die Sanierung des Saalfußbodens, die Sanierung der Innenraumschale, der Einbau der Haustechnik, die Erneuerung des Sitzmobiliars sowie die Instandsetzung des Glockenturms (Decken, Wände, Türen, Fenster, Treppen und ggf. Wiederherstellung Turmspitze). Bis zuletzt waren die in den ersten beiden Ebenen des Turms eingebauten steinernen Treppenstufen stark ausgetreten und geschädigt, die anschließend hölzernen Treppenstufen abgängig und sowohl der Zugang von der Treppe zum 1. Emporengeschoss als auch die gesamte 1. Empore inkl. ehem. Patronatsloge wegen Vermorschung nicht betretbar.

Ausklappen/Einklappen

Als separater Teilbauabschnitt 2018 hinzu kommt mit wesentlicher finanzieller Unterstützung der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien sowie Mitteln der Erika-Simon-Stiftung und Senta-Weygandt-Stiftung, beide Görlitz und der DPS als Maßnahmenträger die Teilinstandsetzung des Turms. Dieser 1. BA Turm hat ein Kostenvolumen von 35.000,00 € und beinhaltet die Instandsetzung der Turminnentreppe bis einschließlich 5. Deckenebene innen (2. Obergeschoss außen) mit Steintreppe EG bis 1. OG und Holztreppe 2. bis 5. OG jeweils einläufig. Mit repariert werden bis einschl. 5. OG die Putzinnenwände und das große Rundbogenfenster des 5. OG, durch das Besucher künftig Dorf und Landschaft beschauen können sollen. Zudem im Teilbauabschnitt 1 Turm enthalten sind die Wiederherstellung des Übergangs zur ehemaligen Patronatsloge (auf 1. Turmdeckenebene und die Wiederherstellung der ehem. Patronatsloge (im 1. Emporengeschoss) zur Nutzung als Aussichtsplattform. Interessierte Besucher sollen von hier aus, von wo der Raumeindruck besonders wirkungsvoll ist, solange die Baustellenkirche bestehen wird, gesichert den imposanten ellipsenförmigen Innenraum und die Innenbaumaßnahmen im weiteren Verlauf betrachten können. Aus der Ausschreibung zum 1. Bauabschnitt Turm ging die Baufirma Zakład Ogólnobudowlany Jan Urszulak aus Sorau / Żary als Sieger hervor.

Ausklappen/Einklappen

Da es sich bislang beim Kircheninnenraum noch um eine Baustelle handelt, können derzeit darin noch keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden.

Daher soll ja zuerst auf der Empore gegenüber der Kanzelseite (in der ehem. Patronatsloge) ein abgesicherter Bereich mit Turmtreppenzugang geschaffen werden. Von diesem abgesicherten Emporenteil sollen Besucher in die Kirchenbaustelle schauen können, die voraussichtlich bis 2022 bestehen wird. Und es sollen in der ehem. Patronatsloge und im Übergang zu dieser für die Besucher Ausstellungstafeln präsentiert werden, die die Geschichte der Kirche, ihren früheren und jetzigen Bauzustand sowie die zukünftige Gestaltung und Nutzung dokumentieren.

Als Dauernutzung sind u.a. Veranstaltungen vorgesehen, die dem landwirtschaftlichem Charakter der Umgebung Rechnung tragen, und die eines größeren Raumes bedürfen, als dies mit dem Saal im jetzigen Dorfgemeindehaus gegeben ist. Als regelmäßige Veranstaltungen in der ehem. Ev. Kirche geplant sind:

  • mindestens einmal im Jahr ein Gottesdienst, vorzugsweise als Erntedankfest unter Einbezug der Bevölkerung;
  • Theateraufführungen;
  • Chormusik (schwerpunktmäßig Volksmusik / geistliche Volkslieder);
  • Ausstellungen zu Geschichte, aktueller Sanierung und Umgebung der Kirche.

Weitere geplante Nutzungen sind:

Konzertsaal

Die Beschaffenheit des Baudenkmals macht es zu einem idealen Ort für Konzerte klassischer und zeitgenössischer Musik. Zwei Ebenen mit Emporen und das Erdgeschoss ermöglichen es, mehrere hundert Zuhörer einzuladen. Für eine künftige Nutzung der ehemaligen Kirche für Konzerte engagiert sich in Zusammenarbeit mit dem Denkmaleigentümer der Görlitzer Verein Ars Augusta, Verein zur Förderung der Künste und Völkerverständigung in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec mit der griechischen Sopranistin Eleni Triada Ioannidou. Der Verein betreibt ein Tonstudio und fördert aktiv die Kunst, die Kultur und auch die Völkerverständigung zwischen den Grenzregionen, in dem er u.a. Konzerte in der Grenzregion veranstaltet und durchführt.

Zuschauerraum

Die Konstruktion des Kircheninnenraums ermöglicht sowohl traditionelle Theateraufführungen, die das Publikum auf zwei Emporen-Ebenen und im Erdgeschoss vor der Bühne genießen kann, als auch innovative Aufführungen, bei denen die Bühne das gesamte Erdgeschoss einnimmt und das Publikum eine Aufführung sieht, bei der das Publikum in der Mitte des Saals konzentriert ist und die Aufführung um das Publikum herum und auf den Emporen stattfindet und bei der die Bühne und das Publikum ineinander greifen.

Filmkulisse

Das einzigartige Interieur des Innenraums kann den Hintergrund vieler Filmproduktionen unterschiedlichster Genres schmücken und füllen. So hat der junge Breslauer Filmemacher Patryk Kizny mit seinen 2010 entstandenen Kurzfilm „The Chapel“ die damals akut einsturzgefährdete ehemalige Kirche im Internet bekannt gemacht.

Was noch?

Die Stiftung „Twoje Dziedzictwo“ (Dein Erbe) schreibt auf ihrer Internetseite „Die einzige Grenze ist die Phantasie! Auktionen, Ausstellungen, Sportveranstaltungen, standesamtliche Trauungen und vieles mehr! Das Baudenkmal kann für verschiedenste neue soziale Funktionen dienen.“ So ist die ehemalige Kirche ein beliebter Ort für junge Hochzeitspaare. Neben begehrten Fotoshootings sind darin jetzt wieder standesamtliche Trauungen im Kommen.

Durch Eintrittsentgelte und Spendengenerierungen sowie geplante Mieteinnahmen soll sich für die Stiftung „Twoje Dziedzictwo“ (Dein Erbe) das sanierte Baudenkmal, über die Nutzung möglichst wirtschaftlich selbst tragen. Aufgrund der ländlichen Lage wird aber die Stiftung „Dein Kulturerbe” für die laufende Bauunterhaltung und Betreibung des Baudenkmals jährlich finanziell zuschießen müssen.

Für Fortführungs- und Revitalisierungsmaßnahmen, um die ehemalige Ev. Kirche wieder nutzen und bespielen zu können, werden noch die nächsten Jahre über Spenden benötigt. Die gemeinnützige Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) würde das Projekt und das mit der Bewahrung dieses schlesischen architektonischen Kleinods verbundene beeindruckende polnische und deutsch-polnische zivilgesellschaftliche Engagement, das die polnische Stiftung „Twoje Dziedzictwo“ (Dein Erbe) seit 2013 entwickelt, gerne weiter unterstützen. Die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz bittet deshalb um zweckgebundene Spenden zur Erhaltung der „Giersdorfer Architekturperle“ auf ihr Konto: Deutsche Bank PGK AG Görlitz, IBAN: DE80 8707 0024 0823 3660 00, BIC (SWIFT): DEUTDEDBCHE (als Kennwort bitte Kirche Giersdorf angeben). Spendenbescheinigung(en) werden Ihnen von der DPS gerne ausgestellt.

Ausklappen/Einklappen

  • Projektierender Architekt: Planungsbüro Studio Architekt Juliusz Marcinowski, ul. Gdańska 14 m 15, PL–01-691 Warszawa www.marcinowski.pl
  • Ausführende Baufirma: Zakład Ogólnobudowlany Jan Urszulak, ul. Olbrachtów 100A, PL–68-200 Żary
  • Fachliche Begleitung für die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz: Markus Kepstein, Görlitzer Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege e.V.
  • Denkmaleigentümer und Bauherr: Fundacja „Twoje Dziedzictwo” (Stiftung „Dein Erbe“), ul. Kolejowa 48, PL–05-220 Zielonka (Katarzyna Urszula Borowicz – Vorsitzende des Vorstands, Ansprechpartner: Wilk Korwin Szymanowski www.twojedziedzictwo.pl
  • Fachliche Betreuung bei Denkmaleigentümer und Bauherr (Bauinspektor): Architekt Krzysztof Wartenberg
Ausklappen/Einklappen

Agnieszka Bormann, Artikel „Letzte Chance für Ruinenkirche“, in: Sächsische Zeitung, vom 11.11.2018, S. 18

Ausklappen/Einklappen